Antidepressiva Liste – Alle Medikamente im Überblick

Liste Antidepressiva - Medikamente Depression

Mit einer Liste Antidepressiva kann man sich schnell einen guten Überblick verschaffen

Bei den vielen Arten von Antidepressiva am deutschen Medikamentenmarkt kann man als Patient schon leicht einmal den Überblick verlieren. Was gibt es überhaupt für psychotrope Medikamente? Wie wirken sie? Welches Antidepressivum ist für mich geeignet und welche Nebenwirkungen von Antidepressiva können auftreten? Weil man ansonsten schnell die Übersicht verlieren kann, werden Psychopharmaka hierzu in verschiedene Klassen unterteilt. Diese Systematik ist eigentlich leicht zu verstehen, wenn man sich erst einmal einen Überblick verschafft hat. Richtig informiert stellt sich dann auch oft ein besseres Behandlungsgefühl ein. Hierbei kann eine geordnete Antidepressiva Liste mit den Namen aller handelsüblichen Präparate äußerst hilfreich sein…


 

Antidepressiva Liste – rezeptfrei oder rezeptpflichtig?

Die nachfolgende Antidepressiva-Liste beschreibt nur klassische Arzneimittel. Sie nimmt nicht Bezug auf alternative Medikamente wie beispielsweise das rezeptfreie Johanniskraut oder Lithium. Hier soll einfach einmal ein Überblick gegeben werden über die derzeit üblichen therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung der depressiven Episode. Ich weiß nicht recht, ob ich den Umfang der Antidepressiva Liste erfreulich oder beunruhigend finden sollte. Es ist ja gut, dass Menschen mit psychischen Problemen geholfen werden kann. Aber brauchen wir wirklich so viele verschiedene Medikamente?

Antidepressiva sind Arzneimittel, die in erster Linie zur Behandlung von Depressionen Anwendung finden. Aber helfen denn bei Depression Medikamente überhaupt? Abschließend kann ich aus eigener Erfahrung dazu sagen, dass dies tatsächlich der Fall ist. Darüber hinaus werden Antidepressiva aber auch bei anderen psychischen Störungen eingesetzt, beispielsweise bei:

  • Zwangsstörungen
  • Angststörungen
  • Posttraumatischen Belastungsreaktionen
  • Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • chronischen Schmerzen

…um nur einige zu nennen. Antidepressiva wirken hauptsächlich stimmungsaufhellend. Je nach Präparat können sie aber auch antriebssteigernd oder beruhigend, also dämpfend, sedierend wirken. Einige von ihnen können sich günstig auf vorhandene Angstsymptomatiken auswirken, weil sie zudem eine anxiolytische (angstlösende) Wirkung beinhalten. In jedem Fall sollte die Einnahme von Psychopharmaka immer ärztlich begleitet werden, weshalb im wesentlichen auch alle Antidepressiva rezeptpflichtig sind.



Antidepressiva Liste – Wirkung und Nebenwirkungen

Aufgrund der verschiedensten Wirkmuster und der damit verbundenen Nebenwirkungen von Antidepressiva muss für jeden Patienten neu und individuell das geeignete Medikament herausgefunden werden. Dabei gelten folgende Grundsätze:

    • Antidepressiva als Medikamente gegen Depression wirken niemals sofort. Bis zur Entfaltung der vollen Wirksamkeit können durchaus zwei bis vier Wochen liegen. Der Wirkstoffspiegel baut sich erst langsam auf.
    • Ganz anders verhält sich das mit den Nebenwirkungen. Die stellen sich meist schnell ein. Hier ist es allerdings so, dass sich der Körper zumeist an das neue Medikament gewöhnt. Die Nebenwirkungen werden dann nach einigen Tagen oder Wochen schwächer werden oder verschwinden auch ganz.
    • Wichtig ist es, dass Antidepressiva regelmäßig und in vorgeschriebener Dosierung eingenommen werden. Bei vergessener Einnahme, sollte man das nächste Mal allerdings nicht doppelt einnehmen.
    • Antidepressiva sollten nicht mit Alkohol kombiniert werden, da wechselseitig verstärkende Wirkungen auftreten können.
    • Antidepressiva sollten nicht selbsttätig mit anderen frei verkäuflichen Präparaten wie beispielsweise Johanniskraut eingenommen werden, da es hier insbesondere zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann.
    • Achtung! Antidepressiva sollten immer nach Vorgabe des Arztes eingenommen werden. Ein selbstständiges Höherdosieren oder Kombinieren mit anderen Antidepressiva kann zu einem Serotoninsyndrom (serotonerges Syndrom) führen. Das ist ein Zustand, der mit heftigen körperlichen Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen einhergehen und lebensbedrohlich sein kann.
    • Manche Vertreter aus der Antidepressiva Liste beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit. Deshalb ist besonders während der ersten Wochen der Einnahme ist Vorsicht geboten.
    • Antidepressiva machen nicht abhängig. Weil sie verschreibungspflichtig sind, sind sie nur auf Rezept in der Apotheke erhältlich.
    • Depressionen sind inzwischen richtig gut mit geeigneten Antidepressiva behandelbar. Aber am effektivsten hat sich die Kombination von medikamentöser Behandlung mit Psychotherapie heraus gestellt.



Antidepressiva ohne Gewichtszunahme

Immer wieder wird nach einer Antidepressiva Liste gefragt, die einen Überblick über einschlägige Psychopharmaka  ohne Gewichtszunahme gibt. Bei einigen Wirkstoffen soll es tatsächlich sogar zu einer Gewichtsabnahme kommen, da sie durch eine Stimulierung bestimmter Rezeptoren zu Appetitlosigkeit führen können. Eine Gewichtszunahme während der Pharmakotherapie ist nicht nur unerwünscht, sondern bedeutet eher noch ein zusätzliches Problem. Sie kann die Depression im Einzelfall sogar noch verstärken. Auch ist diese Nebenwirkung eine häufige Ursache für mangelnde Compliance, das heißt Mitwirkung des Patienten. Die Medikamente werden dann nicht vorschriftsmäßig eingenommen oder vorzeitig abgesetzt.

Das Thema Gewichtszunahme unter Antidepressiva sollte deshalb von Anfang an in das Gespräch mit dem behandelnden Arzt mit einbezogen werden. Generell können Nebenwirkungen wie eine Gewichtszunahme sehr spezifisch auftreten und von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Im Einzelfall wird es also auf einen Versuch ankommen. Einer Gruppe von Wirkstoffen wird jedoch nachgesagt, dass sie nicht zu einer Gewichtszunahme führe. Das sind zum Beispiel Antidepressiva aus dem Kreis der MAOH, der Monoaminooxidase-Hemmer. Die Gruppe der MAOH wird weiter unten noch ausführlich erklärt.

Einteilung der Antidepressiva

Antidepressiva werden nach ihren Wirkprinzipien in verschiedene Gruppen untergeteilt. Die wichtigsten unter ihnen sind: Trizyklische Antidepressiva (NSMRI), Selektive-Wiederaufnahme-Hemmer (SRI), und Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer).

Trizyklische Antidepressiva (NSMRI)

Trizyklische Antidepressiva sind die ältesten Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Sie tragen ihren Namen nach der dreifachen Ringstruktur ihrer Wirkstoffe und greifen gleichzeitig in mehrere Neurotransmittersysteme ein. Neurotransmitter sind Botenstoffe zur Übertragung von Signalen im Gehirn. NSMRI hemmen die Wiederaufnahme der Neurotransmitter in die Synapsen. Manche Rezeptoren werden auch ganz blockiert. Sie können also keine Botenstoffe mehr aufnehmen. Auf diese Weise erhöht sich die Konzentration an Botenstoffen im Gehirn, was auch erwünscht ist. Die Vorteile der NSMRI liegen vor allem im Bestehen langjähriger Erfahrungen mit diesen Wirkstoffen. Zudem wirken sie meist auch beruhigend, schlaffördernd und ausgleichend. Aber es gibt auch Nebenwirkungen. Die wichtigsten Nebenwirkungen dieser Gruppe sind:

Nebenwirkungen

  1. anticholinerg: Mundtrockenheit,
    Obstipation (Verstopfung), Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), Akkomodationsstörungen (Veränderung
    der Linsenkrümmung)
  2. antiadrenerg: Hypotonie (Bluthochdruck),
    Tachykardie, Palpitationen, Schwitzen, Arrhythmien,
    orthostatische Dysregulation (Blutdruckabfall nach dem
    Aufstehen)
  3. antihistaminerg: Müdigkeit,
    Gewichtsabzunahme
  4. andere: Herzrhythmusstörungen,
    allergische Exantheme, Myoklonien (unwillkürliche
    Muskelzuckungen)



Wirkstoffe

Die bekanntesten Wirkstoffe im Kreis trizyklischer Antidepressiva sind:

  • Amitriptylin
  • Clomipramin
  • Dibenzepin
  • Desipramin
  • Doxepin
  • Imipramin
  • Nortriptylin
  • Opipramol
  • Trimipramin

Im Einzelnen sind diese Wirkstoffe unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich.

Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer sind ebenfalls moderne Antidepressiva. Sie zählen zu den am häufigsten verschriebenen Präparaten aus der Antidepressiva-Liste. Auch sie wirken gezielt (selektiv) auf Serotoninrezeptoren und blockieren so die Wiederaufnahme dieses Botenstoffes. Das führt dann zu einem erhöhten Serotoninspiegel.

Durch die gezielte Wirkung an bestimmten Stellen haben SSRI deutlich weniger Nebenwirkungen als die breiter wirkenden Trizyklischen Antidepressiva. Serotonin hat vielfältige Funktionen im Gehirn eines Menschen. Dazu zählen beispielsweise die Steuerung der Wahrnehmung, des Schlafs, der Temperaturregulation. Desweiteren gehören die Sensorik, die Schmerzempfindung und Schmerzverarbeitung und das Sexualverhalten dazu. Aber es gibt auch Nebenwirkungen zu verzeichnen. Diese können sein:

Nebewirkungen

  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • innere Unruhe
  • Übelsein

Wirkstoffe

Die bekanntesten Wirkstoffe im Kreis Selektiver-Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sind:

Auch für diese Wirkstoffe gilt, dass sie je nach Pharmahersteller unter verschiedenen Bezeichnungen in der Apotheke erhältlich sind.



Selektive Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

Auch die Selektiven-Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer gehören zu den neueren Medikamenten aus der Antidepressiva-Liste. Sie wirken wie die oben beschriebenen SSRI. Zudem hemmen sie aber zugleich auch die Wiederaufnahme von Noradrenalin im synaptischen Spalt. Sie heben also gleichzeitig neben dem Serotonin- auch den Noradrenalinspiegel an. Noradrenalin ist ebenfalls ein wichtiger Neurotransmitter. Mit der Erhöhung des Noradrenalinspiegels ist eine Erhöhung des Sympathikotonus verbunden.

Sympathikus und Parasymphatikus sind Bestandteil des vegetativen Nervensystems. Eine Erhöhung des Sympathikotonus erhöht die nach außen gerichtete Aktionsfähigkeit eines Menschen bei tatsächlicher oder gefühlter Belastung. SSNRI sind deutlich nebenwirkungsärmer als die älteren trizyklischen Antidepressiva. Aber auch hier geht es leider nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Dazu zählen hauptsächlich:

  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • sexuelle Funktionsstörungen

Die bekanntesten Wirkstoffe im Kreis Selektiver Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer sind Venlafaxin und Duloxetin. Sie sind unter ihren jeweiligen Handelsbezeichnungen auf Rezept erhältlich sind. Venlafaxin wird unter dem Wirkstoffnamen und der Bezeichnung Trevilor angeboten. Duloxetin ist in der Apotheke unter den Namen Xeristar, Cymbalta, Yentreve oder Duloxalta erhältlich.

Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNARI)

Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer funktionieren im Grunde wie SSNRI. Jedoch wirken sie nur in abgeschwächter Form auf den Serotoninhaushalt. Noradrenalin steuert unter anderem die mentale und psychische Stressanpassungsfähigkeit. Es erhöht die Motivation, steigert die Aufmerksamkeit und verbessert die geistige Leistungsfähigkeit. NARI werden vor allem bei gehemmt-depressiven Patienten eingesetzt. So versucht man die vorhandene Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit zu verbessern.

Die wichtigsten Nebenwirkungen der NARI sind:

  • Schlaflosigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Herzrasen
  • hoher Blutdruck
  • Schwindel
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Potenzstörungen

Zur Behandlung von Depressionen ist in Deutschland nur der Wirkstoff Reboxetin zugelassen, weshalb sich die Antidepressiva-Liste hier übersichtlich gibt. Reboxetin ist rezeptpflichtig und unter den Handelsnamen Solvex und Endronax in der Apotheke erhältlich. Jedoch ist die Substanz inzwischen nicht mehr erstattungsfähig, da sie gemäß neuester Studien keine Vorteile gegenüber einer Placebobehandlung vorweisen könne.



Selektive Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNDRI)

Selektive Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer hemmen, wie der Name schon vermuten lässt, die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin. Im Volksmund wird Dopamin auch als Glückshormon bezeichnet. Jedoch wird dem Dopamin in Wirklichkeit eher eine motivierende, antriebssteigernde Wirkung zugeschrieben. SNDRI werden deshalb hauptsächlich bei Depressionen mit gesteigerter Antriebsschwäche verordnet. Der Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer mit dem Wirkstoff Bupoprion wird als Antidepressivum unter dem Handelsnamen Elontril vertrieben. Außerdem findet er aber auch als Nikotinentwöhnungsmittel unter dem Namen Zyban Verwendung.

Die wichtigsten Nebenwirkungen der SNDRI sind:

  • Schlaflosigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Krampfanfälle (bei hohen Dosen)

Monoaminooxidase-Hemmer (MAOH)

Monoaminooxidase-Hemmer sind jene Vertreter aus der Antidepressiva Liste, die das Enzym-System Monoaminooxidase in seiner Wirkung hemmen. Dieses Enzym ist verantwortlich für den Abbau bestimmter Amine, die für den Körper schädlich sein können. Das sind zum Beispiel giftige organische Ammoniakverbindungen. Aber auch für den Abbau von Neurotransmittern werden diese Enzyme benötigt.



MAO-A und MAO-B

Beidem Enzym MAO wird in MAO-A und MAO-B unterschieden. MAO-A ist für den Abbau von Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin und Dopamin zuständig, MAO-B hingegen vorwiegend für den Abbau von Benzylamin, Phenylethylamin und Dopamin. Auch werden hier selektive und nichtselektive MAO-Hemmer unterschieden. Bei den selektiven MAOH werden entweder MAO-A oder MAO-B gehemmt, bei der nichtselektiven Form werden beide Varianten des Enzyms, also MAO-A und MAO-B gehemmt.

Wirkung

MAO-Hemmer wirken antriebssteigernd, stimmungsaufhellend und in schwachem Maße auch angstlösend. Der Hauptvorteil der MAOH liegt aber in der Chance der Wirksamkeit. Wenn nämlich alle anderen Medikamente aus der Antidepressiva Liste versagt haben, bestehen mit MAOH noch gute Chanceen. Sie werden deshalb bevorzugt auch bei sogenannter Therapieresistenz eingesetzt.

Nebenwirkung

Auch fehlen bei MAOH die vielen typischen Nebenwirkungen der trizyklischen Antidepressiva. Das heißt, MAO-Hemmer bewirken keine Gewichtszunahme und auch keine Müdigkeit. Das bedeutet aber nicht, das MAOH ohne Nebenwirkungen sind. So vertragen sie sich nicht mit bestimmten Nahrungsmitteln, insbesondere nicht mit einigen Käsesorten. Es muss also unter der Einnahme von MAOH eine spezielle Diät eingehalten werden. Bei Fehlern kann es zu kritischen Situationen wie etwa Blutdruckkrisen kommen. Als eher harmlosere Nebenwirkungen können Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten.

Die bekanntesten Wirkstoffe im Kreis der MAOH sind:

  • Tranylcypromin
  • Moclobemid
  • Selegilin
  • Rasagilin
  • Safinamid

α2-Antagonisten (NASSA)

α22-Antagonisten gehörenden ebenfalls zu den Antidepressiva. Die Wirkstoffe Miaserin und Mirtazapin blockieren die Rezeptoren für Noradrenalin an den Nervenzellen. Auf diese Weise bewirken sie eine Steigerung der Ausschüttung dieses Botenstoffes. Strukturchemisch gesehen gehören sie zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Man verwendet sie wegen ihrer sedierenden Wirkung bei Depressionen, die besonders von Unruhe oder Schlafstörungen geprägt sind.

Zu den Nebenwirkungen gehören:

  1. Müdigkeit
  2. starke Hungergefühle
  3. Gewichtszunahme
  4. Störungen des Blutbildes
  5. Restless-Legs-Syndrom



Pflanzliche Antidepressiva

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist ein pflanzliches Antidepressivum. Es kann bei leichten bis mittelschweren Depressionen angewendet werden. Allerdings zeigen sich bei bei schweren Depressionen keine signifikanten Wirkungen. Man vermutet einen ähnlichen Wirkmechanismus wie bei SSNRI. Darum schreibt man die antidepressive Wirkung der Hemmung der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme zu.

Nebenwirkungen können sein:

  1. allergische Hautausschläge
  2. Magen-Darm-Beschwerden
  3. Müdigkeit oder Unruhe

Wegen bestehender Wechselwirkungen sollte Johanniskraut nicht ohne weiteres mit anderen Medikamenten kombiniert werden. Insbesondere sollten sie nicht mit folgenden Medikamenten gemeinsam eingenommen werden:

  • Arzneimittel zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen
    gegenüber Transplantaten
  • Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen oder AIDS
  • Zytostatika
  • Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung
  • Hormonelle Empfängnisverhütungsmittel

Phasenprophylaktika

Lithium wird bei bipolarer Störung, Manie oder Depression als Phasenprophylaktikum eingesetzt. Auch zur Steigerung der Wirksamkeit von Antidepressiva wird es verabreicht. Man nennt diese Art der Behandlung dann Augmentation.  Lithium wird unter den Handelsnamen Hypnorex, Lithiofor, Quilonum und , Quilonorm angeboten. Der Wirkmechanismus von Lithium, das in Form von Lithiumsalzen  verabreicht wird, ist bislang noch nicht hinreichend geklärt. Fest steht wohl so viel, dass es regulierend in die Funktion verschiedener Neurotransmitter eingreift.

Zudem hat Lithium eine relativ enge therapeutische Breite (0,5-1,2 mmol/l). Damit ist der Bereich gemeint, in dem das Medikament so wirkt wie vorgesehen. Darum muss unter der Therapie mit Lithium regelmäßig der Serumspiegel bestimmt werden müssen. Ab 1,5 mmol wirkt Lithium toxisch (giftig). Ab 3,0 mmol können lebensbedrohliche Zustände eintreten.

Die wichtigsten Nebenwirkungen von Lithium sind:

    • Tremor, feinschlägig
    • Magenschmerzen
    • Erbrechen, Übelkeit
    • Durchfall
    • Struma
    • Gewichtszunahme
    • Konzentrationsstörungen
    • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
    • Blutbildveränderung
    • erhöhter Harndrang
    • Verlängerung des QT-Intervalls im EKG (Gefahr von Herzrhythmusstörungen)
    • Blutdruckabfall
Vital bedrohliche Nebenwirkungen insbesondere infolge Intoxikation (Vergiftung) können sein:
  • Kreislaufversagen
  • Krampfanfälle
  • Ohnmachtsanfälle
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Herzmuskelerkrankungen
  • Blutzuckerschwankungen
  • Koordinationsstörungen
  • Psychosen



Antidepressiva – Liste mit Handelsnamen

Antidepressiva rein antidepressiv wirkend

Auch eine Einteilung nach der Wirkung von Antidepressiva ist möglich. Zum Beispiel gibt es da die Antidepressiva Liste rein antidepressiv wirkender Substanzen. Dies ist gleichzeitig auch die größte Gruppe. Zu ihnen zählen eine Vielzahl von im deutschen Sprachraum gebräuchlichen Medikamenten gegen die Depression:

  • Agomelatin
  • Allenopar
  • Alutan
  • Amineurin
  • Amioxid
  • Amitriptylin
  • Anafranil
  • Aponal
  • Ariclaim
  • Aroxetin
  • Aurobemid
  • Aurorix
  • Cipralex
  • Cipramil
  • Citadura
  • Citalich
  • Citalon
  • Citalo-Q
  • Citalopram
  • Citarcana
  • Citor
  • Claropram
  • Clomipramin
  • Cymbalta
  • Dalcipran
  • Deanxit
  • Deprilept
  • Deroxat
  • Dexantol
  • Dixeran
  • Doneurin
  • Doxe
  • Doxepia
  • Doxepin
  • Dutonin
  • Elontril
  • Equilibrin
  • Espadox
  • Felicium
  • Felixsan
  • Fevarin
  • Floccin
  • Flox-Ex
  • Floxyfral
  • Fluctine
  • Fluesco
  • Fluneurin
  • Fluocim
  • Fluox
  • Fluoxelich
  • Fluoxemerck
  • Fluoxenorm
  • Fluoxe-Q
  • Fluoxetin
  • Fluoxetine
  • Fluoxgamma
  • Fluox-puren
  • Flusol
  • Fluvohexal
  • Fluvoxadura
  • Fluvoxamin
  • Flux
  • Fluxet
  • Gladem
  • Harmomed
  • Herphonal
  • Hydiphen
  • Idom
  • Imipramin
  • Insidon
  • Ixel
  • Limbitrol
  • Ludiomil
  • Maprolu
  • Maprotilin
  • Mareen
  • Mianeurin
  • Mianserin
  • Mirta
  • Mirtabene
  • Mirtalich
  • Mirtazapin
  • Mirtazelon
  • Mirtazza
  • Mirtel
  • Moclo A
  • Moclobemid
  • Moclobeta
  • Moclodura
  • Mutan
  • Nefazodone
  • Nortrilenm
  • Noveril
  • Novoprotect
  • Opipramol
  • Parexat
  • Parolich
  • Paroxat
  • Paroxedura
  • Paroxetin
  • Pertofran
  • Pram
  • Pryleugan
  • Reboxetin
  • Remergil
  • Remeron
  • Rudopram
  • Saroten
  • Serital
  • Seropram
  • Seroxat
  • Sepram
  • Sertralin
  • Sinequan
  • Solvex
  • Stablon
  • Stangyl
  • Surmontil
  • Syneudon
  • Tagonis
  • Thombran
  • Tofranil
  • Tolvin
  • Tolvon
  • Trazodon
  • Tresleen
  • Trevilor
  • Trimidura
  • Trimin
  • Trimineurin
  • Trimipramin
  • Tript-Oh
  • Trittico
  • Tryptizol
  • Tryptophan
  • Xeristar
  • Zoloft
  • Zyban



Antidepressiva mit beruhigender Wirkung

Zudem gibt es Präparate, die neben ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung auch noch in der Lage sind, beruhigend und ausgleichend zu wirken. Hierzu zählen Vertreter wie etwa:

  • Ardeytropin
  • Ardeydorm
  • Clomipramin
  • Kalma
  • Prozac
  • Strattera
  • Sinquan
  • Tafil
  • Tryptophan
  • Yentreve

Antidepressiva mit antipsychotischer Wirkung

Und dann gibt es in der Antidepressiva Liste auch noch jene, die neben ihrer antidepressiven Wirkung zusätzlich über eine antipsychotische Wirkung verfügen. Diese können beispielsweise eingesetzt werden, wenn der Patient neben den Depressionen auch noch mit Störungen aus dem psychotischen Formenkreis konfrontiert ist. Im einzelnen heißen sie:

Psychopharmaka mit stimmungsstabilisierender Wirkung

 

Quellen zu „Antidepressiva Liste“ Stand 2018
psylex.de   deutschesapothekenportal.de   apotheken-umschau.de   Wikipedia  
Foto: Grace Winter  / pixelio.de 

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Antidepressiva Liste - Alle Medikamente im Überblick
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Antidepressiva Liste - Alle Medikamente im Überblick
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Gängige Medikamente bei Depression, ihre Namen, ihre Wirkung und mögliche Nebenwirkungen in einer "Liste Antidepressiva" verständlich erklärt.
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…und dann gibts noch die Gruppe der selektiven Dopamin- und Noradrenalin- (geringfügig auch Serotonin-) Wiederaufnahmehemmer (NDRI), zu denen auch mein Medikament mit dem Namen "Elontril" (Wikipedia: Bupropion) gehört. Chemisch gehört dies zur Gruppe der Amphetamine. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, nachdem ich unter starken Nebenwirkungen der zuvor verordneten Medikamente gelitten hatte. Elontril nehme ich seit fast zwei Jahren, und ich bin damit sehr zufrieden.

Anonym
Gast
Anonym

Zu den SSRI kann ich eigene Erfahrungen beisteuern:– Sie wirken nicht bei jedem und auch nicht sofort, sondern brauchen meist 3-4 Wochen, bis man die positive Wirkung merkt– Sie müssen seeeeehr behutsam ein- und wieder ausgeschlichen werden (evtl. unter Zuhilfenahme von Beruhigungsmitteln), was oft leider nicht adäquat geschieht, da oft von Ärzten verordnet, die den Pharmavertretern gern Glauben schenken, dass Antidepressiva in jedem Fall prima verträglich sind und keinesfalls abhängig machen. Sie haben ja meist selber noch nie so etwas eingenommen haben und wissen daher auch nicht, wie es sich anfühlt…– bei zu langer Einnahme (was zu lang ist, ist… Weiterlesen »