Johanniskraut – Hypericum perforatum

Johanniskraut und Depression

Johanniskraut – Hypericum perforatum

Johanniskraut hat nachgewiesen eine die Stimmung aufhellende Wirkung bei von Depressionen geplagten Menschen. Im Spiegel Online fand ich dazu einen Artikel. Er beschreibt den Stand der Forschung und räumt ein, dass man noch immer nicht wisse, welcher der Inhaltsstoffe der gegen Depressionen wirksame Bestandteil ist. Allerdings sei eine Wirksamkeit der pflanzlichen Droge Johanniskraut nicht abzustreiten. Sie liege sogar deutlich über dem Niveau von Placebos und sei herkömmlichen Antidepressiva durchaus ebenbürtig. Zudem zeige Johanniskraut weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Antidepressiva. Allerdings wirke es, wie andere Antidepressiva auch, nicht sofort. Man könne damit rechnen, dass sich die gewünschte Wirkung nach etwa vier Wochen einstellt.


Johanniskraut – Historische Verwendung

Das Johanniskraut gehört zu den Heilpflanzen mit der ältesten nachweisbaren Verwendungsgeschichte. Sie erstreckt sich auf über 2000 Jahre. Die heilsame Pflanze wurde schon von den alten Römern zur Wundversorgung eingesetzt. Die Droge war vor allem bekannt als Mittel bei Verdauungsbeschwerden, Leber- und Gallenleiden, Entzündungen der Harnwege sowie zur Förderung der Wundheilung. Eingesetzt wurde sie aber auch bei Schädigungen des Nervensystems, bei starken Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsschwäche.

Wenngleich die stimmungsaufhellende Wirkung schon lange bekannt gewesen sein muss, so finden sich Nachweise dafür erst im frühen 19. Jahrhundert. Mit den Erfolgen der naturwissenschaftlich orientierten Medizin geriet es als Mittel gegen seelische Leiden zunächst aber wieder in Vergessenheit. Der weitere Verlauf ist auch in der Pharmakologie schwer vorhersagbar. In den letzten zwei Jahrzehnten kam es zu einer regelrechten Renaissance der Phytopharmaka (Heilmittel auf pflanzlicher Basis), besonders aber eben des Johanniskrauts. Am Ende werden es die Patienten entscheiden, welche Substanzen sie täglich einnehmen wollen. Mir jedenfalls wäre mit einem pflanzlichen Präparat bedeutend wohler. Mein Psychiater jedoch ist da ganz anderer Meinung.



 

Antidepressiva ohne Chemie

Johanniskraut sei laut einer Studie des Zentrums für naturheilkundliche Forschung der TU München gut wirksam bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Bei schweren Depressionen versage es allerdings. Wirksame Johanniskrautpräparate erhält man ohne Rezept in Apotheken und Drogerien und sogar bei Discountern. Allerdings warnt man in dem Beitrag vor Billigprodukten aus dem Supermarkt. Sie seien mitunter aus chinesischen Johannisskrautextrakten hergestellt worden und entsprächen nicht der gebotenen Reinheit und Güte. Außerdem hätten Präparate im Supermarkt einen geringeren Wirkstoffanteil. Der Gesetzgeber gäbe vor, dass im Supermarkt frei verkäufliche Präparate höchstens ein Viertel der wissenschaftlich belegten wirksamen Dosis enthalten dürfen. Und das kann man sich dann wohl getrost auch sparen.

 

Mein Fazit

Solange es keine gesicherten Studien zum Thema Johanniskraut und Depression gibt, bleibe ich bei meinen Antidepressiva. Sie helfen mir gut und haben kaum Nebenwirkungen. Aber spannend finde ich das Thema pflanzlicher Alternativen schon. Ich würde auch lieber auf ein Präparat wie Johanniskraut ausweichen, wenn die Wirksamkeit auch bei schweren Depressionen gesichert wäre. Vielleicht probiere ich ja Johanniskraut einmal als Tee aus? Schaden kann es ja nicht…


Quellen zu Johanniskraut bei Depression

Spiegel Online   Foto: conny-wr / pixelio.de

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