Nervenzusammenbruch Symptome Test

Nervenzusammenbruch Symptome Test

Mit den Nerven am Ende

Wer einen Nervenzusammenbruch erleidet, ist an die Grenzen seiner Belastbarkeit gekommen, oftmals sogar an eine Grenzen seines Lebens. Sätze wie „Ich bin am Ende mit meinen Nerven!“, „Ich kann nicht mehr!“ oder „Meine Nerven liegen blank!“ haben wir alle schon einmal gehört. Aber handelt es sich dabei auch schon um einen richtigen Nervenzusammenbruch? 

Einen Nervenzusammenbruch erkennst du an typischen Anzeichen. Beispielsweise treten Symptome wie Weinen und Zittern auf. Sie sind eine Folge akuter oder andauernder Belastung sowie Zeichen gerade nicht zur Verfügung stehender Bewältigungsmöglichkeiten. Oftmals verstecken sich aber auch schwerwiegende Diagnosen, wie etwa eine Depression oder eine Angststörung hinter diesem Phänomen.

Bei einem Nervenzusammenbruch handelt sich immer um einen psychischen Ausnahmezustand. Es ist ein ernst zu nehmendes Symptom, das keinesfalls auf die leichte Schulter genommen oder als momentane Schwäche abgetan werden sollte.  Vielmehr geht es hier um ein dringendes Warnsignal der menschlichen Seele. Es will darauf aufmerksam machen, dass wichtige Bedürfnisse unerfüllt blieben und das meist schon lange Zeit.  Ein Nervenzusammenbruch ist jedoch nicht nur schlecht. Er stellt das jähe Ende von zuviel Belastung dar und ermöglicht somit den Beginn einer geeigneteren Lebensweise.

 

Was ist ein Nervenzusammenbruch – Definition

Ein Nervenzusammenbruch ist keine amtliche Diagnose. Es handelt sich hierbei um einen umgangssprachlichen Begriff, mit dem so etwas wie ein

  • psychischer Ausnahmezustand (seelischer Ausnahmezustand)
  • ein seelischer Zusammenbruch

gemeint ist, der meist als Folge von traumatischen Erlebnissen oder aber auch von lang anhaltender starker Belastung auftritt. Der Nervenzusammenbruch ist somit oftmals auch das Ergebnis einer Reizüberflutung infolge lang andauernden Stresses.

Man erkennt einen Nervenzusammenbruch in der Regel am Auftreten folgender Symptome:

  • starkes Weinen
  • Zittern
  • Abwesenheit
  • Teilnahmslosigkeit

Im aktuell gebräuchlichen psychiatrischen Diagnosesystem ICD-10 entspricht der Nervenzusammenbruch am ehesten der akuten Belastungsreaktion F43.0. Oftmals tritt er auch in Verbindung mit einer Depression oder dem Burnout auf, bzw. macht diese deutlich.  Zustände nervlicher Schwäche und geringer Belastbarkeit werden auch mit der Diagnose Neurasthenie F48.0 beschrieben.

 

Nervenzusammenbruch Ablauf

Was passiert bei einem Nervenzusammenbruch? Einen Nervenzusammenbruch zu haben, bedeutet für die meisten Menschen soviel wie:

  • sich am Ende zu fühlen
  • zusammenzubrechen unter der Last des Lebens
  • nicht mehr zu können und auch nicht mehr zu wollen
  • sich „ausgebrannt“ und leer zu fühlen

Inzwischen hat sich für diesen Zustand eher der Begriff Burnout durchgesetzt. Viele Menschen erleben solch einen Zustand im Laufe ihres Lebens mindestens einmal. Er ist gekennzeichnet durch:

  • eine ausgeprägte emotionale Erschöpfung
  • eine körperliche Ermüdung und Schwere
  • stark geminderte  Leistungsfähigkeit

Nervenzusammenbruch und Burnout sind international noch nicht als Krankheit anerkannt und somit auch nicht im ICD-10 (engl., International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems), dem offiziellen europäischen Diagnosesystem des Gesundheitswesens gelistet. Sie gelten stattdessen offiziell als ein Problem der persönlichen Lebensbewältigung. Es handelt sich hierbei also um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund von Überlastung in verschiedenen Lebensbereichen, wie etwa Familie, Beruf, Nachbarschaft usw…

Wenn der entstandene Stress nicht mehr adäquat bewältigt werden kann, bilden sich Erschöpfungssymptome aus. Diese wiederum sorgen für eine Verringerung der Fähigkeit, Stress zu bewältigen. Ein Teufelskreis beginnt, der schließlich in der totalen Erschöpfung, dem Nervenzusammenbruch endet.

 

Nervenzusammenbruch Dauer

Bei einem Nervenzusammenbruch handelt es sich um eine vorübergehende Störung, die sich auch bei einem psychisch gesunden Menschen als Reaktion auf eine außergewöhnliche seelische oder körperliche Belastung einstellen kann. So ein Zustand kann Stunden oder Tage anhalten. Er endet zumeist mit völliger Erschöpfung, manchmal auch mit Amnesie (Erinnerungsverlust).  Die individuelle Vulnerabilität (Verletzbarkeit und Belastbarkeit) und insbesondere die zur Verfügung stehenden Ressourcen sind hierbei von besonderer Bedeutung. Deshalb sind psychisch kranke Personen in der Regel auch gefährdeter.

 

Nervenzusammenbruch Symptome und Anzeichen

Symptome und Anzeichen eines nahenden Nervenzusammenbruchs sind denen der Depression sehr ähnlich. Folgende Symptome können insbesondere auftreten:

  • mangelndes Interesse an der Arbeit
  • andauernde Müdigkeit
  • Gefühl völliger Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Traurigkeit, niedergedrückte Stimmung
  • Zukunftsangst
  • Lustlosigkeit
  • Angst vor dem Versagen
  • das Gefühl, ein Versager zu sein
  • Gereiztheit und Aggressivität
  • Konzentrationsstörungen
  • Motivationsverlust
  • Gefühle der Verzweiflung
  • Kopfschmerzen
  • Magen-, Darmbeschwerden
  • Rückenschmerzen

Der betroffene Mensch ist nicht mehr in der Lage, wirklich zu entspannen. Er zieht sich immer mehr zurück und hofft, seine Belastung so zu verringern. Möglicherweise reicht das aus, um wieder zu Kräften zu kommen. Möglicherweise braucht der Betroffene aber auch psychologische Hilfe, damit sich nicht alsbald der nächste Nervenzusammenbruch mit all seinen Symptomen einstellt. Wenn du oben genannte Symptome eines Nervenzusammenbruchs bei dir beobachtet hast, könnte das ein Anzeichen für Burnout oder sogar für eine Depression sein und du solltest vielleicht einmal genauer hin sehen. Ein Onlinetest auf Burnout kann dir hierbei eventuell behilflich sein, sollte aber einen Arztbesuch nicht ersetzen. Du findest einen solchen Selbsttest auf Burnout am Ende dieses Beitrages.

Nervlich am Ende – Burnout

Zwar unterscheidet die Fachwelt zwischen Depression und Burnout, aber aus meiner Sicht und Wahrnehmung gibt es keine deutliche Abgrenzung zwischen den beiden Krankheitsbildern. Für mich ist ein Nervenzusammenbruch und somit auch jeder Burnout Bestandteil einer Depression, wenn man so will, der Einstieg. So wird die Depression meist aktenkundig, für einen selbst und Angehörige, Freunde, Kollegen. Ein Nervenzusammenbruch kommt wie ein Paukenschlag.

Irgendwann wird es sichtbar

Ein Nervenzusammenbruch ist niemals zu übersehen. Hingegen kann eine  Depression lange Zeit sehr gut verborgen bleiben, oft sogar viel Jahre lang. Die Angehörigen vermuten es vielleicht, aber sind sich nicht sicher und der Betroffene selbst hat meistens überhaupt keine Ahnung davon, was mit ihm eigentlich los ist. Der seelische Zusammenbruch bringt es dann irgendwann an den Tag. Der Begriff Nervenzusammenbruch war früher gebräuchlicher. Heute spricht man lieber von Burnout. Das klingt nicht so nach Schwäche.

Keine Schwäche zeigen

Es trifft insbesondere immer wieder die Macher, die Leistungsfähigen. Aber im Grunde macht es die Sache, die Dinge nicht beim Namen nennen zu wollen, nur noch schlimmer. Es wird deutlich, dass diese Menschen ein großes Problem damit haben, sich eine Schwäche, und sei sie auch nur vorübergehend, einzugestehen. Alles wird dick mit dem Anschein von Stärke übermalt. Schwäche und Bedürftigkeit werden negiert, verbannt, sind nicht gewollt. Das Problem hierbei ist, dass sich so nichts ändern kann. Man muss den Dingen schon offenen Auges entgegen treten und ehrlichen und vor allen Dingen liebenden Herzens.

Worum es im Leben geht

Ein Burnout ist niemals ein Zeichen von Stärke und Leistungsfähigkeit, sondern eher ein Indiz dafür, sich für lange Zeit Ohren und Augen zugehalten zu haben, ignorant zu sein für die ureigensten tatsächlichen Bedürfnisse. In Wirklichkeit geht es im Leben nicht um Geld, nicht um Leistung – das sind alles nur Ersatzschauplätze. In Wirklichkeit geht es um Annahme, um Aufmerksamkeit, um Bedeutung, kurz: Es geht um Liebe. Letztlich dreht sich alles darum. Ein Mensch, der in und aus der Liebe lebt, läuft weder Gefahr, zusammenzubrechen, noch auszubrennen.

Nervenzusammenbruch Ursachen

Burnout und Depression kommen, wie schon erwähnt, zumeist auf leisen Pfoten. Erst der Nervenzusammenbruch am Ende bringt das ganze Ausmaß des Geschehens zum Vorschein. Das macht ihn in gewisser Weise nötig. Anfangs glaubt man vielleicht nur, zu wenig Zeit für sich selbst zu haben, weil immer etwas Wichtigeres anliegt. Aber so einfach ist das nicht. Man kann nicht den anderen die Schuld an der eigenen Überlastung geben. Dieser Zustand fällt in Wirklichkeit nicht vom Himmel. Die Menschen laden sich das „gerne“ auf. Immer mehr Aufgaben und immer mehr Verpflichtungen und oft auch getreu dem Motto: „Einer muss es doch tun!“

Zuviel Druck

Die Arbeit bringt zwar auch Erfolge mit sich, und somit gute Gefühle, dennoch vermögen diese die Nachteile der Mehrbelastung nicht auszugleichen, geschweige denn für ein zufriedenes Leben zu sorgen. Die Belastung ist längst zu groß geworden und mangels ausreichender Erfolge stellen sich schließlich verschiedene Anzeichen ein wie Unzufriedenheit, leichte Reizbarkeit oder auch Wut und Ärger über Gott und die Welt ein. Die Zukunft scheint leer und trostlos zu sein. Und immer wieder auch taucht die Frage nach dem Sinn des Ganzen auf, dem Sinn des Lebens. Man fühlt sich leer und ausgebrannt. Zum Zusammenbruch kommt es immer erst dann, wenn Betroffene nicht mehr mit dem Druck zurecht kommen, den sie sich letztlich selbst auferlegt haben.

Die Crux an der Sache ist, dass sie das natürlich nicht wissen, sondern glauben, sie hätten alles richtig gemacht und nicht anders entscheiden können. Sie fühlen sich von Anderen gehetzt und haben es schwer, den Anforderungen ihrer Umwelt gerecht zu werden. Sie stehen fast ständig unter Stress.

Faktor Stress

Stress gilt ohnehin als Hauptursache für seelische Leiden. Betroffene haben den Eindruck, in ihrem Leben fremdbestimmt zu sein, das heißt sie haben das Gefühl, die Kontrolle über das, was sie tun, wann sie es tun und wie sie es tun, verloren zu haben. Sie fühlen sich ferngesteuert und das kommt ihnen dann irgendwann sinnlos vor. Sie sehen sich diesen Zwängen völlig ausgeliefert und nicht in der Lage, etwas daran zu ändern. Es fehlt ihnen schlichtweg eine geeignete Strategie zur Bewältigung von Stress. Hinzu kommt, dass sie sich unverstanden fühlen, von ihrem Partner, den Kollegen und Angehörigen oder auch Freunden, weshalb sie sich zumeist mehr und mehr zurück ziehen.

Als ich mich, unmittelbar vor den Symptomen meines Nervenzusammenbruchs, ausgebrannt fühlte, glaubte ich, dass Angeln vielleicht ein guter Ausgleich für mich wäre. Und so ging ich Angeln. Fünfmal in der Woche oder noch öfter, weil ich mir ja viel Gutes tun wollte. Ich wurde zum exzessiven Angler. Aber wenn ich nichts fing (und das war oft so), dann fehlte mir auch hier der Erfolg und ich wurde unzufrieden und musste am nächsten Tag gleich wieder angeln gehen, um das eventuell wettmachen zu können. Ich tat alles Mögliche im Außen, um ja nicht nach innen schauen zu müssen, denn das hätte verdammt weh getan. So lenkte ich mich ab – noch mehr Aktivitäten – bis das ganze System schließlich zusammenbrach. Ich hatte mich aus den Augen verloren…

Nervenzusammenbruch und Prädisposition

Unter Prädisposition versteht man eine Art Veranlagung, von einer bestimmten Krankheit betroffen zu werden. Prädispositionen werden im Allgemeinen auf genetischer Grundlage diskutiert. Aber auch unser Verhalten hat Auswirkung auf unser seelisches Gleichgewicht und damit auf unseren Gesundheitszustand. Bestimmte Charakterzüge oder Verhaltensweisen stehen dabei besonders in dem Verdacht, den nervlichen Zusammenbruch zu begünstigen.

Ungünstige Verhaltensweisen sind insbesondere:

  • Perfektionismus
  • Abhängigkeit von Anerkennung
  • Mangelnde Abgrenzungsfähigkeit
  • Perfektionismus
  • Großer Ehrgeiz
  • Fehlende Strategien zur Stressbewältigung
  • Helfersyndrom

Perfektionismus

Perfektionismus ist besonders häufig bei Menschen vorzufinden, die sich in erster Linie über Erfolge definieren, sind besonders gefährdet, einmal im Laufe ihres Lebens ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. Man hat festgestellt, dass bestimmte Persönlichkeitseigenschaften die Entstehung einer seelischen Not begünstigen. Nicht selten sind es Menschen, die sehr hohe Anforderungen an sich selbst stellen und immer alles perfekt machen wollen. Sie setzen sich stets hohe Ziele, sind mit 90 Prozent oder gar weniger nicht zufrieden zu stellen. Sie streben nach Höchstleistungen und Perfektion. Fehler und Unzulänglichkeiten bei sich selbst und bei anderen können sie nur schwer tolerieren.

Abhängigkeit von Anerkennung

Manche menschen brauchen einfach ganz viel Anerkennung, Anerkennung in der Familie, bei den Nachbarn, in der Kirchengemeinde, Anerkennung im Verein, auf der Arbeit, aber auch im täglichen Leben, beim Einkauf, beim Arzt, einfach ständig und überall. Sie sind einfach auf Anerkennung und Bestätigung aus, wie ein Junkie auf seinen nächsten Schuss. Und sie tun fast alles dafür. Wenn sie die erhoffte Anerkennung einmal nicht bekommen, strengen sie sich das nächste Mal noch mehr an, in der Hoffnung diesmal den Nektar kosten zu dürfen. Dabei verlieren sie völlig den Kontakt zu sich selbst und überfordern sich ständig, ohne dies zu bemerken.

Mangelnde Abgrenzungsfähigkeit

Menschen mit mangelnder Abgrenzungsfähigkeit sind Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, anderen Menschen etwas abzuschlagen, Menschen also, die schlecht NEIN sagen können, sind besonders gefährdet, einmal eine Depression zu entwickeln. Sie wollen es immer allen recht machen. Sie vermeiden Konflikte und wollen lieber gefallen, als sich abzugrenzen. Das ist natürlich toll für alle Mitmenschen, ein wunderbarer Selbstbedienungsladen. Menschen, die nicht NEIN sagen können, werden deshalb auch gern um Hilfe gefragt. Sie werden ausgenutzt und haben sie einmal JA gesagt, sehen sie sich verpflichtet, es das nächste Mal auch zu tun. Sie merken nicht, dass sie sich damit permanent überfordern und glauben sogar noch, ein guter Mensch zu sein.

Großer Ehrgeiz

Menschen mit großem Ehrgeiz haben oft ein kleines Ego. Sie glauben von sich, nicht gut genug zu sein, wie sie sind. Häufig streben sie nach Verbesserung. Sie gelten als besonders ehrgeizig. Durch die erbrachte Leistung, den Erfolg wird über ihr internes Belohnungssystem ihr kleines Ego genährt. Sie können selten sie selbst sein, sondern müssen nach außen immer mehr darstellen, als sie innerlich zur Verfügung haben. Keiner darf sehen, wie klein sie sich wirklich fühlen. Das ist ihr Schutz, für den sie in der Öffentlichkeit pausenlos arbeiten. Kaum ein Mensch kann das ein Leben lang durchhalten. Auch hier ist der Nervenzusammenbruch mit seiner Symptomatik so gut wie vorprogrammiert.

Helfersyndrom

Es gibt Menschen, und jeder kennt sie, die haben ein ausgeprägtes Helfersyndrom. Sie fühlen sich für jedes Unglück der Welt sofort zuständig. Das was nötig ist, zu tun, sehen sie meist von allein. Sie greifen ein und übernehmen Verantwortung. Bis dahin hört sich das auch alles gut an. Sie haben aber ein entscheidendes Defizit. Was sie nämlich zumeist nicht sehen können, ist das was sie selbst brauchen. Sie helfen anderen Menschen auf Teufel komm raus und tun dies sogar dann noch, wenn sie selbst schon kaum noch können. Dadurch verschleißen sie sich über Gebühr, da sie für alle und jeden stets ein offenes Ohr haben und immer für andere da sind. Man findet sie oft in sozialen Berufen oder Ehrenämtern. Durch ihre Aufopferung für andere versuchen sie sich selbst eine Bedeutung zu geben.

Im Grunde geht es auch hier um Anerkennung und Liebe, aber eigentlich um die Liebe und Anerkennung, die sich sich selbst verweigern und die sie deshalb versuchen, ersatzweise von außen zu bekommen. Da aber die Liebe zu sich selbst zwar durch vieles zu ergänzen, aber durch nichts zu ersetzen ist, bleibt hier leider ein ganz wichtiges Bedürfnis ungestillt.

Fehlende Strategien zur Stressbewältigung

Stress an sich ist nichts schlechtes. Er treibt uns an und mobilisiert Energie. Stress darf nur nicht zum Dauerstress werden. Besonders Stress im Arbeitsumfeld lässt sich immer wieder als Auslöser eines Nervenzusammenbruchs festmachen. Manche Menschen haben es nicht gelernt oder vielleicht auch einfach nur verlernt, mit Stress umzugehen. Um mit Stress fertig zu werden, sind folgende Fähigkeiten von Nutzen:

  • organisieren zu können
  • den Überblick behalten zu können
  • erforderliche Zeiten abschätzen zu können
  • Prioritäten setzen zu können
  • um Hilfe bitten zu können
  • delegieren zu können
  • nicht alles gleich persönlich zu nehmen
  • selbstbestimmt arbeiten zu können
  • eine unbeendete Arbeit zur Seite legen zu können
  • abzuschalten und sich erholen zu können
  • sich selbst motivieren zu können
  • Zufriedenheit durch die eigene Anerkennung erlangen zu können

Wie die Depression hat auch der Burnout viele Gesichter, ist aber dennoch leichter zu erkennen und zu diagnostizieren. Zudem sind Menschen auch eher bereit, wegen eines Burnouts zum Arzt zu gehen, denn für die Diagnose „zuviel gearbeitet“ müssen sie sich ja nicht schämen. Schade eigentlich, denn für die Diagnose Depression müsste das ja auch niemand tun. Man könnte ja auch stolz darauf sein, unter den gegebenen Bedingungen so lange ausgehalten zu haben. Aber das Thema Depression und Scham ist wieder noch ein ganz eigenes Thema…

Nervenzusammenbruch – Bin ich gefährdet?

Auch hier liegt in der Frage meist schon die Antwort. Es ist ebenso wie mit Depressionen. Wenn du dich für Themen wie Angst, Überforderung, Psychologie, oder ähnlichem interessierst, wenn du dich fragst: „Stehe ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch?“, dann entspringt diese Frage bereits tief deinem Inneren.

Auf vollen Touren

Dein Unterbewusstsein hat längst registriert, dass etwas mit dir nicht stimmt, dass du womöglich auf einen Abgrund zusteuerst, aber dein Motor läuft immer noch auf vollen Touren. Deine Erziehung, deine Erwartungen an dich selbst, dein Selbstbild also, lassen dich die Signale deines Körpers und deiner Seele überhören. Keine Angst, damit befindest du dich in bester Gesellschaft! Den meisten Menschen geht es so oder ähnlich wie dir. Sie arbeiten buchstäblich bis zum Umfallen – bis zum seelischen Zusammenbruch, bis sie nicht mehr können. Zumeist wissen sie überhaupt nicht, welchen Schaden sie sich damit zufügen. Sie haben keine Ahnung, welche Konsequenzen ihr Verhalten einmal haben wird. Ganz oft tun sie so, als als wären sie ein Perpetuum Mobile. Aber so etwas gibt es nicht. Jeder Mensch braucht jeden Tag ausreichend Energie und auch ausreichend Regenerationsmöglichkeiten.

Wenn Du befürchtest, selbst unter Burnout zu leiden, kannst du hier einen kostenlosen Test im Internet machen. Dieser Test ersetzt zwar keinen Arztbesuch, kann aber erste Hinweise auf eine mögliche Diagnose geben oder dir anderenfalls Sicherheit verschaffen, dass es sich womöglich nur um einen momentanen Stimmungseinbruch handelt, der keinen Arztbesuch erforderlich macht.

Die gute Nachricht

Die gute Nachricht ist: Du hast es bis auf diese Seite geschafft. Das ist der wohl wichtigste Schritt zu einem besseren Leben, einem Leben Seelenqual. Du bist auf der Suche. Du möchtest etwas verändern. Im Internet gibt es eine Reihe von Selbsttests, mit denen du überprüfen kannst, ob du unter einer einschlägigen Symptomatik leidest, dir ein Nervenzusammenbruch bevorsteht oder du eine Tendenz zur Depression hast. So ein Online-Selbsttest ersetzt natürlich keinen Arztbesuch. Er kann aber einen Arztbesuch anraten oder dir eher Gelassenheit geben. Einige brauchbare Online-Tests zur Erkennung der Symptome eines Nervenzusammenbruchs habe ich hier für dich herausgesucht.

Nervenzusammenbruch Test

Ein Selbsttest auf Nervenzusammenbruch zeigt Defizite im Umgang mit Stress zuverlässig auf. Er ist auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt worden. Beide Onlinetests sind leicht durchführbar und liefern am Ende sofort ein Ergebnis.

Test 1 – Gezeitenhausklinik, 20 Fragen

Test 2 – Psychomedia.de, 100 Fragen

Nervenzusammenbruch Hilfe

Bei einem akuten Nervenzusammenbruch gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Betroffenen Hilfe angedeihen zu lassen. Ein Weg wäre es, den Hausarzt aufzusuchen. Er weiß, was in so einem Fall zu tun ist. Passiert der Notfall außerhalb der Sprechzeiten kann man den ärztlichen Notdienst anrufen. Hierfür gibt es eine bundeseinheitliche vorwahlfreie zentrale Rufnummer. Die Nummer lautet 116 117.
Man kann auch direkt in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses fahren. Besteht Gefahr für Leib und Leben kann und sollte selbstverständlich auch direkt die Notrufnummer 112 gewählt werden. Über Möglichkeiten und Hilfen bei Nervenzusammenbruch Burnout und Depression informieren auch die Krankenkassen sowie ein weiterer Beitrag in diesem Blog. Folge hierzu diesem Link: Erste Hilfe bei Depression Nervenzusammenbruch und Burnout

Quellen zu Nervenzusammenbruch und Depression
Wikipedia, Foto: clipdealer.de
Überarbeitet am 31.07.2018

5/5 (5)

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9 Antworten

  1. Anonym sagt:

    Dieses ist eine wirklich GELUNGENE (runde) Seite. Sehr gut und weiter so. Das Mitfühlende in den Texten tut auch mir ausgesprochen gut. Wir sind also doch nicht alleine?! Obwohl ich mich zu oft so fühle – ausgegrenzt. Ich muss viel dafür tun aus meiner Isolation herauszutreten, sehr viel.
    Auch ich habe Burn-out, genauer eine Erschöpfungsdepression, diagnostiziert in 12/2011. Seitdem komme ich nicht wieder auf wirklich auf die Beine. Ständig gibt und gab es Unruhe in mir bezügl. meines Lebensunterhaltes.
    Ausgesteuert von der KrKasse bin ich nun SGB II (Hartz4) und fühle mich ständig unwohl ob der Abhängigkeit.
    Ich habe seinerzeit eine Erwerbsufähigkeitsrente abgeschlossen. Alle Anträge und Arztbefragungen sind durch. Nun soll ich zu einem Gutachter, welchen die priv. Versicherung stellt. Dieser hat ausnahmslos schlechte Bewertungen. Er arbeite wohl nur für die Versicherungen. Nach nur 5 Min. hat er ein Negativgutachten für die Betroffenen erstellt.
    Ich fühle mich wie ein Schaf, dass zur Schlachtbank soll.
    Was soll ich da? Wenn das Ergebnis schon fest steht. Einen jahrelangen Prozess traue ich mir nicht wirklich zu.
    Ob des Termins wurde ich wieder krank. Nun muss ich den Termin wohl absagen. Der Anfahrtweg über 200 km erscheint, trotz der Bahnfahrt, viel zu lang. Und – ich sehe den Sinn nicht, etwas zu tun, was wieder die Anderen von mir erwarten, von dem ich ja schon fast weiss, dass das Ergebnis für mich nicht eine echte Beurteilung über meinen Zustand sein wird.
    Kennt jemand zufällig einen guten Rechtsanwalt, der zumindest berät in Sachen Berufs-, Erwerbsunfähigkeit im Raum Walsrode bis Hannover?
    Ich versuche meine Angst (auch Unwissenheit) mit Wissen zu begegnen, um ihr klar zu machen: es gibt immer einen Weg…..
    Für Antworten wäre ich sehr dankbar. LG

  2. Tina sagt:

    Danke für diesen wirklich super guten und ausführlichen Beitrag. Ich würde für mich noc eine Unterscheidung machen zu akuten Situationen, die aber vorrübergehen; ich kenne das von mir, wenn einfach alles zu viel ist, gibt es einen Nervenzusammenbruch und fühle mich mit den kleinsten Dingen überfordert. Aber das bedeutet nicht, dass ich generell dazu neige, es sind Ausnahmesituationen, aus denen ich schnell wieder rauskomme.

    • Benno Blues sagt:

      Hallo Tina,
      Danke für deine freundliche Rückmeldung! Da hast du völlig Recht! Nicht jedes Mal, wenn jemand einmal mit den Nerven am Ende ist, ist das ein Nervenzusammenbruch im pathologischen Sinn. Es reicht mitunter, ein wenig zur Ruhe zu kommen, einen Gang herunter zu schalten. Ein waschechter Burnout ist da leider eine ganz andere Qualität… Liebe Grüße und schön, dass du hier warst und dich eingebracht hast! Benno

  3. Alex sagt:

    Hallo Benno,

    mal wieder ein sehr schöner, verständlicher und mitfühlender Beitrag von Dir.

    Mein akuter Nervenzusammenbruch liegt mittlerweile über drei Jahre zurück, doch ähnlich wie "anonym" oben geschrieben hat, komme ich auch bis heute nicht wieder komplett auf die Beine. Es geht mir zwar im Großen und Ganzen (sehr) gut, aber ich habe immer noch in viel zu regelmäßigen Abständen (alle 2-4 Wochen) meine wackligen Phasen, die sich dann auch gern mal ein paar Tage halten. Zwischendurch kotzt mich dann auch alles an, ich frage mich, wieso ich die Angst, die Depri und den Streß nicht endlich mal dauerhaft loswerde…

    Und dann lese ich so Sätze wie den Deinen („Deine Erziehung, deine Erwartungen an dich selbst, dein Selbstbild also, lassen dich die Signale deines Körpers und deiner Seele überhören.“) und merke, wie tief all dies offenbar sitzt – Erziehung, Erwartungen und Selbstbild.

    Klar arbeite ich daran und denke auch, daß ich grundsätzlich auf einem guten Weg bin.
    Trotzdem ist es in den letzten Tagen mal wieder etwas frustrierend, daß ich trotz der Anstrengungen der letzten Monate und Jahre immer noch immer wieder so heftig mit alldem zu kämpfen habe… *seufz*

    Ich hoffe wirklich, das legt sich irgendwann. Ein kleines fieses Stimmchen flüstert mir immer wieder mal ein, daß es mit dem Älterwerden nicht unbedingt besser werden muß…

    Trotz alledem bemühe ich mich, es so zu sehen, daß ich es bis hierhin geschafft habe und es sicher noch sehr viel weiter schaffen werde. Noch sehr sehr viel weiter.

    Trotzdem: Ist schon ein ziemlicher Mist, in dem man da drinsteckt, wenn man drinsteckt…

    Ich kann daher auch wirklich nur jedem, der auf diese Seite und diesen Beitrag gelangt ist – sicher nicht ganz ohne Grund -, auf die ersten Warnzeichen zu achten und da schon gegenzusteuern. Auch, wenn einem die Gewohnheit und die „Vernunft“ sagen, daß es schon noch ginge… irgendwie…
    In Wahrheit ist es aber nicht die Vernunft, sondern nur der Tarnmantel von Gewohnheit, Ehrgeiz, innerem Anspruch, Perfektion etc. Die echte Vernunft würde einen bereits in diesem Moment langsam die Bremse ziehen lassen!

    Ich wünschte, ich hätte das vorher gewußt – vielleicht hätte das schlimmeres verhindert…

    Das einzige, was in jedem Fall gilt: Nicht aufgeben, es geht immer weiter 🙂

  4. Benno Blues sagt:

    Danke für deinen Kommentar, lieber Alex! Schön, dich hier wieder einmal zu lesen. Du bist schon weit gekommen. Und ich glaube, die letzten Meter wirst du auch noch schaffen. Alles zu seiner Zeit. Und in der Zwischenzeit wäre es vielleicht gut, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind, nicht mehr zu kämpfen… Schließe Frieden, lieber Alex… das wird dir gut tun. Liebe Grüße Benno

  5. Anonym sagt:

    mir gefält dein beitrag, trotzdem sind meine Fragen nicht alle beantwortet.
    Ich bin mir nicht sicher ob ich ein Nervenzusammenbruch hatte oder nicht.
    Ich habe gezitter, gefrohren, geheult und es kam alles aus dem nichts, ich hatte in den letzten 6 Monaten zwar viel stress und viele Probleme es war aber in dem Moment nicht mehr als sonst
    .Ich habe mich von Freunden und Familie abgeschottet, trotzzdem hoffte ich das jemand etwas merkt.
    Nach ein paar Stunden ging es mir besser, ich glaube nicht das es ein Nervenzusammenbruch war aber die Frage ist was war es dann.

    • Benno Blues sagt:

      Es muss einem Nervenzusammenbruch nicht unbedingt eine herausragend große Belastung vorausgehen, denke ich. Hier funktioniert das wie mit dem Gramm zuviel, dass bei einem Belastungstest, die Konstruktion zusammen brechen lässt. Und dabei war es doch nur ein Gramm. Ich denke, wenn du der Sache nicht auf den Grund gehst, wird es vermutlich wieder passieren…

  6. Anonym sagt:

    Zunächst einmal, lieber Benno: Ich bin so froh, auf deine Seite gestoßen zu sein. Danke für all die Liebe und die menschliche Nähe, die in jedem Wort steckt!

    Nun schäme ich mich doch sehr, hier als "Anonym" zu posten. Ich traue mich einfach nicht, mich offen dazu zu bekennen: Ja, die googelbare Person mit den vielen berauschend professionellen Tätigkeitsfeldern hat als Betroffene unter einem Beitrag zu Nervenzusammenbrüchen kommentiert! Das sagt auch etwas, gell? 😉 🙁

    Und dann meine Frage: Du sprichst unter "Nervenzusammenbruch Hilfe" von einem Notfall. Was eine Vorrednerin hier in den Kommentaren schon sagte: Ich kenne solche Zustände als vorübergehende Extremreaktionen: Heulen, Zittern, Verzweifeln. Ich weiß, dass das auf tieferliegende chronische Belastungen hinweist (und weiß in meinem Fall auch, auf welche – ich bin dran, mir da auch langfristig zu helfen!). Was mich nun aber verunsichert: Sind diese zustände in irgend einer Weise medizinisch gefährlich? So dass man wirklich akut zum Arzt muss oder sollte? Verzeih diese vielleicht naive Frage, aber für mich ist das (als zusätzlich mit Panikattacken Geschlagene) sehr wichtig…

    Schließlich wünsche ich allen, die dies lesen und auf dem Weg sind zu sich selbst, alles erdenklich Gute, Zuversicht und Liebe.

    • Benno Blues sagt:

      Es ist absolut okay, nicht jedem alles von sich preis zu geben, denke ich. Manches möchte man aber doch einmal aussprechen dürfen, ohne Nachteile dafür befürchten zu müssen. Genau dafür gibt es hier die Möglichkeit, anonym zu posten und in der Mehrheit der Fälle wird auch davon Gebrauch gemacht.
      Doch nun zu deiner Frage. Ein Nervenzusammenbruch ist ein seelischer Notstand. Und wenn das System in Not ist, würde ich persönlich einen Arzt hinzu ziehen. Kein Mensch sollte in so einem Zustand ohne Hilfe bleiben, denke ich. Was die Panikattacken angeht, sind auch das Symptome, mit denen kein Patient allein allein gelassen werden sollte. Niemand sollte sich in seinem Leben derart existenziell bedroht fühlen müssen, denke ich. So eine Störung gehört in ärztliche Hände. Es gibt gute Medikamente hierfür und anerkannte psychotherapeutische Interventionsmöglichkeiten. Oftmals verbirgt sich eine neurotische Störung dahinter, die durchaus behandelbar ist. Ob ein Panikanfall oder Nervenzusammenbruch im Einzelfall eine Gefahr für Leib und Leben darstellt, kann fundiert sicher nur ein Arzt beurteilen. Deshalb rate ich dazu, hier ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Liebe Grüße Benno

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