Opipramol – Erfahrungen mit Antidepressiva

Opipramol

Opipramol – Der Klassiker unter den Antidepressiva

Opipramol, auch bekannt unter dem Namen Insidon zählt zu den meist verordneten Antidepressiva in Deutschland. Eigentlich als Antidepressivum entwickelt, stellte sich bei klinischer Anwendung alsbald heraus, dass dieser Wirkstoff eine signifikante angstlösende Wirkung hat, weshalb es bis heute wohl auch hauptsächlich verordnet wird. Seine Bedeutung als Antidepressivum ist pharmakologisch inzwischen durch moderne Antidepressiva überholt worden. Dieser Beitrag widmet sich insbesondere dem Thema Wirkung und Nebenwirkungen des Medikaments und berichtet auch über eigene Erfahrungen.


 

Meine Erfahrungen mit Opipramol

Ich habe mit diesem Antidepressivum Erfahrungen über etwa drei Jahre machen dürfen. Ich habe es während meiner Depression eingenommen, bekam es einst von meinem Hausarzt wegen andauernder Angst- und Unruhezustände zusätzlich zu meinem Antidepressivum verschrieben. Das Mittel half schnell und gut, was die Angst und Unruhe betraf. Eine die Stimmung aufhellende Wirkung, die man mir in Aussicht stellte, konnte ich jedoch nicht verzeichnen.

Als nachteilig empfand ich auch die leicht sedierende, also betäubende Wirkung des Präparates. Solange Angstzustände da sind, ist das okay, da überwiegen die Vorteile. Als sich die Unruhe aber irgendwann legte, blieben bloß noch die Nebenwirkungen übrig. Ich fühlte mich wie ein „Opi“ und dachte immer, dieses Medikament trüge seinen Namen zurecht. Ich war irgendwie nicht mehr ganz wach, etwas schwer von Begriff, lief mit Tippelschritten durch die Welt und fühlte mich oft auch nicht mehr als Mann. Inzwischen habe ich Opipramol abgesetzt und mein Befinden ist konstant geblieben – ein gutes Zeichen dafür, dass ich es zur Behandlung meiner Depressionen nicht mehr benötige. Trotzdem bin ich dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen durfte, denn ein Zeit lang war das Medikament schließlich gut für mich.



Opipramol – Erfahrungen von Patienten

Was hast du für Erfahrungen machen können? Half dieses Medikament gut? Gab es Nebenwirkungen und wenn ja, welche? Würdest du Opipramol weiterempfehlen? Schreibe gern einen Kommentar hierzu gleich unter diesen Beitrag.

 

Opipramol – Was ist das?

Opipramol oder Insidon ist ein beruhigendes, stimmungsanhebendes sowie angstlösendes Arzneimittel aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva zur Behandlung der Depression. Trizyklische Antidepressiva sind Psychopharmaka zur Behandlung von Depressionen. Sie zeichnen sich durch eine stimmungsaufhellende Wirkung aus und zählen zu den schon am längsten angewandten Medikamenten zur Behandlung der Depression. Namensgebend ist eine charakteristische chemische Struktur des Wirkstoffs, welches aus drei (tri) Ringen besteht. Chemisch gesehen gehört Opipramol/Insidon zu den Dibenzazepinen und wird arzneilich in Form des Opipramoldihydrochlorids verwendet.

Opipramol ist im Handel zudem auch noch unter den Bezeichnungen Insidon und Opipram erhältlich. Obwohl es der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva angehört, unterscheidet es sich in seiner Wirkungsweise doch entscheidend von anderen Wirkstoffen dieser Klasse. Opipramol hemmt nämlich weder die Wiederaufnahme von Serotonin noch die von Noradrenalin. Beide Stoffe sind sogenannte Neurotransmitter, also Botenstoffe im Gehirn, die für die Übertragung von Signalen notwendig sind. Zur Bedeutung von Serotonin und Noradrenalin lies bei Interesse auch folgenden Beitrag: Duloxetin bei Depressionen.

 

Opipramol bei Angst

Einerseits aktiviert Insidon/Opipramol bestimmte Andockstellen (sogenannte Sigma-1-Rezeptoren) im Gehirn. Andererseits blockiert der Wirkstoff Rezeptoren von Botenstoffen, vor allem die für Serotonin, Dopamin und Histamin. Auf diese Weise werden Unruhe, Angst, Panik, Zwang und depressive Verstimmungen gelindert. Die genaue Wirkungsweise im Zusammenhang mit der Depression ist bis heute noch nicht völlig erforscht. Man vermutet jedoch, dass verschiedene Wirkweisen in Summe die diesem Antidepressiva zugeschriebene angstlösende und beruhigende Wirkung ausmachen.

Aufgrund dieser Wirkung wird Insidon/Opipramol üblicherweise als angstlösendes Medikament (Anxiolytikum) bzw. ergänzend zu anderen Antidepressiva verordnet. Es hemmt weder die Wiederaufnahme von Serotonin noch die Wiederaufnahme von Noradrenalin. Mutmaßlich aufgrund der Hemmung bestimmter Rezeptoren, also Andockstellen für Botenstoffe, entwickelt es eine milde antidepressive und angstlösende Wirkung. Aufgrund der Histamin-Blockade wirkt es wahrscheinlich sedierend (betäubend).



Opipramol Verwendung

Opipramol/Insidon ist eines der am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka in Deutschland (Stand 2011). Im stationären Bereich ist es aber ein eher selten verordnetes Medikament. Bei niedergelassenen Hausärzten, Internisten und auch bei niedergelassenen Psychiatern erfreut es sich jedoch nach wie vor großer Beliebtheit. Angewendet wird es für ein breites Einsatzgebiet, das von der Depression, also der klassischen Depression, über Angststörungen, Spannungszuständen, Schlafstörungen bis hin zu Zwangsstörungen reicht. Die beruhigende Wirkung  setzt oft schon nach der ersten Einnahme ein, die stimmungsaufhellende Wirkung kommt aber erst ein bis zwei Wochen später hinzu.

Die gute Nachricht ist: Opipramol/Insidon macht nicht abhängig. Dennoch kann es, wie bei anderen Psychopharmaka auch, bei abruptem Absetzen zu unerwünschten Absetzerscheinungen kommen. Ein Ausschleichen über mindestens zwei Wochen wird deshalb vielfach empfohlen.

 

Opipramol Nebenwirkungen

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Jedoch müssen nicht alle gelisteten Nebenwirkungen auch bei jedem Patienten eintreten. Mögliche Nebenwirkungen bei der Behandlung der Major Depression können unter anderem sein:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • sexuelle Funktionsstörungen wie z. B. Potenzstörungen
  • Mundtrockenheit
  • Benommenheit
  • Allergische Hautreaktionen
  • Verwirrtheitszustände bei älteren Patienten
  • Gewichtszunahme
  • Blutbildveränderungen

In hoher Dosierung können bei Opipramol möglicherweise die Nebenwirkungen von Neuroleptika (Medikamente zur Behandlung von Psychosen) eintreten, also motorische Störungen (Einschränkungen in der Bewegungsfähigkeit). Zumeist treten die Nebenwirkungen aber nur in der Anfangszeit der Einnahme auf und verschwinden nach einigen Wochen wieder. Beim Absetzen kann sich seine beruhigende Wirkung mitunter leider ins Gegenteil umkehren und eventuell noch bestehende Störungen wieder verstärken. Deshalb sollte, wie oben schon erwähnt, beim Absetzen behutsam vorgegangen werden. Ein langsames Ausschleichen in kleinen Schritten ist dem abrupten Absetzen unbedingt vorzuziehen.



Opipramol absetzen

Wie bei fast allen Antidepressiva verläuft auch hier das Absetzen nicht ohne mögliche Begleiterscheinungen. Absetzsymptome müssen zwar nicht zwingend auftreten, jedoch besteht wohl eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit hierfür. Vielfach wird trotz langsamen und gewissenhaften Ausschleichens aus der Dosierung von Übelkeit, ja sogar von Erbrechen berichtet. Die Rede ist teilweise auch von erhöhtem Blutdruck und Herzrasen. Einige Patienten berichten von Schlafstörungen, sowohl das Ein- als auch das Durchschlafen betreffend, während sie Medikament absetzten.
Auch für mich hieß es irgendwann: Opipramol absetzen! Ich habe dies allmählich über einen Zeitraum von vier Wochen getan und hatte so keine nennenswerten Absetzserscheinungen zu verzeichnen.

 

Der Beipackzettel

Den kompletten und originalen Beipackzettel von Opipramol und Insidon findest du auf der Seite der Apotheken-Umschau. Hier geht es zum Beipackzettel für Insidon und Opipramol: Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen

 

Quellen zu Opipramol – Erfahrungen mit Antidepressiva
Gesundheit.de     Wikipedia     Psychiatrie to go   
Foto: Andreas Carjell / pixelio

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Schlafsucher
Gast

Warnhinweis wird dieses Teufelszeug konsumiert kann schwer abhängig davon werden mein Psychiater meinte ich sollte es nehmen es ist ein leichtes Mittel.Ein Höllengifz

Anonym
Gast
Anonym

Was soll die Panikmache? Kein Antidepressivum (im Sinne dieses Namens) macht Abhängig. Natürlich ist einem Psychiater lieber, er kann jahrzehntelang Geld mit Gesprächstherapien verdienen….

Mario Kuhn
Gast

Bei mir ist bei 4 wöchiger einahme von tags 25 ml und abends 50 schwindel hatt ich aber in der ersten woche schon nach 2mal 25 ml

Anonym
Gast
Anonym

Hallo, habe Opi auch ein halbes Jahr genommen, wegen Angstzuständen und Depression. Hat absolut gar nichts gebracht. Durch Zufall hat man später bei mir Hashimoto, eine Schilddrüsenerkrankung, festgestellt. Seitdem ich mit den Schilddrüsenhormonen vernünftig eingestellt bin, habe ich keine Ängste und auch keine Depressionen mehr.

Benno Blues
Gast

Ja, die Schilddrüse sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn es einen Erstverdacht auf Depressionen gibt. Gute Ärzte checken das aber standardmäßig ab. Fein, dass man das bei dir heraus gefunden hat und dir so helfen konnte! Liebe Grüße Benno