Die gesunde Seele

Die gesunde Seele
Was ist wichtiger Herz oder Verstand – Körper oder Seele?

“Mens sana in corpore sano” – oder zu deutsch: “In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist!” So schrieb es einst der römische Dichter Juvenal nieder. Dass das nicht zwangsläufig so ist, wissen wir inzwischen aber alle. Die Geschichte der Menschheit ist angefüllt mit Beispielen hierfür. Auch so manch krankhafter Geist entsprang einem halbwegs gesunden Körper. Dennoch ist dieser Satz nicht so einfach vom Tisch zu fegen. Heute würde man ihn vielleicht so formulieren: Körper, Seele, Herz und Geist sind eng miteinander verbunden. Sie sind eins. Keiner kann ohne den anderen und alle sind durch den anderen Teil. Geht es einem Teil nicht gut, hat dies auch Auswirkungen auf die anderen Teile. Was hier mit dem Körper gemeint ist, ist denke ich klar. Alles Organische, alles Funktionelle, alles was wir sehen und auch anfassen können, alles Stoffliche eben. Aber was nun braucht eine gesunde Seele?

Der menschliche Körper

Der menschliche Körper ist ein wahres Wunderwerk der Schöpfung oder auch Evolution. Aus einer einzigen Zelle heraus entwickelt er sich zu einem äußerst komplexen Organismus und doch bleibt in jeder seiner über 100 Billionen Zellen, das sind 100.000 Milliarden, der gesamte Bauplan (DNA) gespeichert, so dass theoretisch aus jeder Zelle wieder ein Mensch entstehen könnte. Früher dachte man, Körper und Seele seien eins und man dürfe den Menschen nicht aufschneiden. Die ersten medizinischen Forschungen, die sich der Körperschau bedienten, waren illegal und standen unter Strafe. Heute sind die Seziertische aus keinem Medizinstudium mehr wegzudenken. Irgendwann begann man in der westlichen Medizin den Menschen in seine Psyche (Seele) und seinen Körper (Soma) aufzuteilen. Während der menschliche Körper schon recht gut erforscht ist, scheint der Erforschung der menschlichen Seele erst nach dem Vietnamkrieg ein erhöhtes Interesse zugeflossen zu sein. Hier leisten die Wissenschaftler noch immer Pionierarbeit. Hier weiß man  noch immer sehr wenig. Viel von altem Wissen ist verloren gegangen und muss erst wieder neu entdeckt und in einen wissenschaftlichen Kontext verpackt werden. Körperliche Erkrankungen behandeln wir inzwischen recht gut. Wir tun dies so, wie diese Krankheiten auftreten. Ist die Leber krank, behandeln wir die Leber. Ist das Herz krank, behandeln wir das Herz usw.



Genie oder Allrounder

Für jedes Organ für jede Erkrankung scheint es einen Spezialisten zu geben, der auf seinem Fachgebiet so viel weiß wie kein anderer. Leider scheint niemand mehr den Gesamtüberblick zu haben. Scheinbar übersteigt es die menschliche Auffassungsgabe. Wir haben entweder Spezialwissen und keinen Überblick oder wir haben den Überblick, aber nur unzureichend Spezialwissen. Was wir vermutlich aber wirklich bräuchten, wäre beides. Vielleicht sollten wir uns wieder mehr auf unsere Natur besinnen? Vielleicht sollten wir wieder mehr so leben, wie unsere Vorfahren es taten, als es noch keine Autos und Zuckerfabriken gab. Heute bewegen wir uns kaum noch und essen vielfach nur das, was die Industrie uns auftischt – bei Mc Donalds, in den Kühlregalen der Supermärkte, den Snackboxen an den Tankstellen. Vielleicht sollten wir wieder mehr auf unsere ureigensten Bedürfnisse hören, bzw. sie neu freilegen, falls sie im Laufe der Zeit verschüttet wurden? Das was wir zumeist essen, verdient nämlich kaum noch den Namen Lebensmittel, denn weder lebt es, noch hilft es, unseren Körper zu beleben. Wir stopfen uns voll mit toten, sogenannten leeren Kalorieren, ohne Vitamine, ohne Mineralstoffe und ohne essentielle Fettsäuren. Auf die Dauer macht auch so ein Verhalten krank, denn wir entziehen unserem Körper die Grundlagen. Leistungseinbußen sind die Folge, Krankheiten schließen sich an. Nicht nur der Körper krankt, auch die Seele nimmt Schaden, wenn wir nicht gut mit unserem Körper umgehen. Eine gesunde Ernährung sollte deshalb auch die Nummer 1 jeder guten Psychiatrischen Behandlung sein. Die Realität sieht leider anders aus. Ich habe seit ich in Psychiatrischer Behandlung bin, 25 Kilogramm zugenommen. Das soll nicht jetzt nicht heißen, dass mein Psychiater daran Schuld ist. Ich entscheide ja selbst, bewusst oder unbewusst, was ich mir in den Mund schiebe. Es macht aber auch deutlich, dass es aus fachärztlicher Richtung außer der Verschreibung potenter Antidepressiva nicht viel zu erwarten gibt. Anfangs glaubte ich, die Pillen seien an meiner Gewichtszunahme schuld. Es tut immer gut, einen Grund außerhalb von sich selbst zu finden, nur einer Lösung trägt so ein Verhalten leider nicht zu. Seit einiger Zeit nehme ich an einem Programm zur Ernährungsumstellung teil. Es ist ein Kurs über 12 Wochen, indem die Teilnehmer lernen, sich gesund zu ernähren, zu bewegen und ihre sogenannte somatische Intelligenz wieder frei zu legen. Das Ganze scheint mir höchst verheißungsvoll. Ich bin jetzt sieben Wochen dabei und erste Veränderungen treten bereits zu Tage. Es würde allerdings den Rahmen dieses Blogs sprengen, näher auf das Konzept einzugehen. Ich schreibe meine Erfahrungen hierzu deshalb in einem anderen Blog nieder. Wer Interesse hat, kann sich fortan hier informieren: Ernährung umstellen- gesund leben.

Gefühle und die Seele oder auch Psyche des Menschen

Die Seele ist für mich der Ort, wo die Gefühle zu Hause sind – alle Gefühle. Hierbei wären zuerst die Grundgefühle zu nennen. Das sind Gefühle, die bei allen Menschen auf dieselbe Weise ihren Ausdruck finden und auf dieselbe Weise von ihnen erkannt werden. Hier wären nach Paul Eckman (US-amerikanischer Psychologe, Fachmann für nonverbalen Kommunikation) die Angst, Wut, der Ekel, Überraschung, Trauer, Verachtung und die Freude zu nennen. Andere Quellen nennen auch noch den Ärger, die Scham und die Schuld. Es besteht hierzu keine einhellige Lehrmeinung. Es gibt aber noch weitaus mehr Gefühle wie etwa Eifersucht, Hass, Sehnsucht, Liebe, Neid, Habgier, Glück, Stolz, Schmerz, das Gefühl erwischt zu werden, Lust, aber auch Unlust und Langeweile und weitere. Manche von ihnen sind eigenständige Gefühle, manche sind Kombinationen aus anderen Gefühlen. So ist die Eifersucht eigentlich eine Mischung aus Angst und Wut, das Minderwertigkeitsgefühl eine Mischung aus Angst und Ablehnung.  Die Seele ist aber auch der Ort, der den Charakter eines Menschen bestimmt. Aber auch der Charakter hat Einfluss auf das, was ich fühle und wie ich es fühle. Die Seele speichert alles, was dich in deinem Leben berührt hat. Sie ist wie ein zweites Gedächtnis, ein emotionales Gedächtnis. So wie wir unseren Körper überlasten und überfordern können, kann dies auch mit unserer Seele geschehen. Für zeitweise Belastungen sind wir zwar gut gerüstet, aber einer Dauerbelastung sind wir nicht gewachsen. Eine Dauerbelastung durch beispielsweise sich ständig wiederholende Verletzungen, Vernachlässigungen, Bedrohungen, Ablehnungen und Zurückweisungen oder spezifische Ängste lässt uns an unserer Seele erkranken, lassen uns psychisch (Psyche=Seele) krank werden. Die Seele ist nach meinem Empfinden im Bauchraum angesiedelt. Deshalb sprechen wir auch oft vom Bauchgefühl. Ein spezielles Organ konnte man bislang nicht ausmachen. Es gibt Berichte, die auf einen Zusammenhang zwischen der Darmflora und der menschlichen Psyche herstellen ebenso wie solche, dass der sogenannte Solarplexus, ein Nervengeflecht im oberen Bauchraum, der Wohnort unserer Seele sein könnte. Ich glaube, die Seele hat keinen speziellen Ort, ähnlich wie das Internet keinen Wohnort hat. Die Seele wohnt jeder Zelle unseres Körpers inne.

Sie ist eine Verknüpfung, ein Netzwerk aus den verschiedensten Energien. Im Bauch macht sie sich bemerkbar, aber auch auf unserer Haut, in unserem Gesichtsausdruck, unserer Körperhaltung usw. Viele Religionen glauben, dass nach dem Tod die Seele den Menschen verließe. Demnach wäre die Seele etwas Eigenständiges, vom Körper unabhängiges. Ich weiß inzwischen nicht mehr so recht, was ich glauben soll und widme mich lieber der Zeit vor dem Tod. Über mein Dasein nach dem Tode kann ich mir ja dann noch Gedanken machen, falls es dazu kommen sollte. Dann muss ich mir auch nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, wie es denn sein könnte. Wenn es soweit ist, werde ich es sehen.

Aber was hat es mit dem Herzen auf sich? Ist das Herz nicht auch so eine Art Seele oder ist es doch nur die gute alte Pumpe, die irgendwann stehen bleibt? Mehr zu diesem Thema in meinem nächsten Beitrag.



Das Herz ist ein Ort der Liebe

Wenn wir verliebt sind, malen wir Herzen. Wir sagen, wir haben unser Herz verschenkt oder spüren, dass unser Herz an etwas hängt. Wir fühlen die Liebe in unserem Herzen und könnten gleichsam darauf schwören, dass das Herz als Organ für diese Liebe verantwortlich ist. Kardiologen (Fachärzte für Herzmedizin) hingegen würden sagen, dass das Herz eine Pumpe ist, dafür vorgesehen, den Blutkreislauf in Gang zu halten. Das menschliche Herz wurde tausendfach seziert. Es besteht offensichtlich nur aus Muskeln. Aber soll uns unser Gefühl da so täuschen? Kann es falsch sein, so zu empfinden, wenn Milliarden von Menschen dies tun und Milliarden von Milliarden dies vor uns taten? Die Christen beten darum, dass Gott in ihr Herz einziehen, dort Wohnung nehmen möge. Ich glaube, das hat er schon längst getan. Ich glaube, Gott ist nur ein anderes Wort für die Liebe. Gott ist die Liebe.

Für mich ist das Herz ein Ort der Weisheit, der Liebe und der Erfahrung. Über die Herzen sind wir miteinander verbunden. Man hat heraus gefunden, dass die elektromagnetische Strahlungsleistung unseres Herzens um ein vielfaches über dem des menschlichen Gehirns liegt. Wer kennt das nicht, dass man gerade an jemanden gedacht hat und schon ruft derjenige an oder schickt eine SMS? Zufall? Ich glaube nicht, derlei “Zufälle” gab es in meinem Leben schon zu viele…



Der Verstand

Der menschliche Verstand, da gibt es wohl keinerlei Zweifel, sitzt im Gehirn des Menschen. Das Gehirn gleicht einem Hochleistungscomputer. Es besitzt schätzungsweise 100 Milliarden Nervenzellen, wobei jede Nervenzelle im Schnitt mit eintausend weiteren Nervenzellen (Neuronen) verknüpft ist. Alles was wir erleben, von der Geburt an bis zum Tag unseres Todes ist dort abgespeichert. Je mehr ein Ereignis mit bereits vorhandenen Informationen erknüpft werden kann, desto leichter können wir uns später daran erinnern. Die Zahl der Verbindungen ist hier also aussagekräftiger als die Zahl der Neuronen an sich. Bei jedem neuen Eindruck, jeder neuen Information rattert unser Supercomputer sofort los und sucht alle Speicherplätze ab, ob ihm so etwas oder etwas Ähnliches schon einmal unter gekommen ist. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass wir so schneller reagieren können. Es gibt allerdings auch einen Nachteil, der nicht von der Hand zu weisen ist: Wir sind zumeist voreingenommen und damit oftmals nicht wirklich offen für etwas Neues. Das Gehirn ist des Menschen treuer Diener. Es ackert von morgens bis abends und selbst nachts, wenn der Rest schläft, versieht es noch seine Aufgaben. Nachts sortiert es aus, welche Informationen vielleicht bald wieder gebraucht werden und welche nicht und nachts versucht es mittels der Träume auch Rätsel zu lösen, die womöglich schon lange zurück liegen. Am Tage denken wir. Wir tun das bewusst aber auch unbewusst. Eigentlich tun wir es immer. Man hat einmal errechnet, dass wir Menschen so zwischen 60.000 und 80.000 Gedanken am Tag denken. Der Denker ist darauf spezialisiert, Probleme zu lösen. Er tritt meist dann bewusst in Erscheinung, wenn etwas nicht stimmt. Dann gräbt er und sucht Argumente für die eine oder andere zu treffende Entscheidung. Der Verstand ist aber auch mitverantwortlich für das, was wir glauben. Der Verstand ist ein wahrhaft mächtiges Instrument. Das nämlich, was wir glauben, das wovon wir überzeugt sind, spiegelt sich maßgeblich in unseren Gefühlen wider. Aber auch was wir fühlen beeinflusst unsere Denkweise. Alles ist miteinander verwoben. Körper, Seele, Herz und Verstand sie bedingen einander. Sie alle in Einheit machen das aus, was wir und andere als unsere Persönlichkeit wahrnehmen können.

Fazit zu Gesunde Seele Körper Herz und Verstand

Körper, Seele, Geist und Herz bilden eine Einheit. Erst wenn wir hier wieder umdenken, wenn wir zurück finden zu unseren Wurzeln, können wir auch wieder gesund leben. So manche Pille und so manche Operation währen sicherlich überflüssig, wenn wir zu einem anderen Selbst-Verständnis fänden, uns gesünder ernährten und auch mehr bewegten. Die sogenannten Zivilisationskrankheiten sind im Grunde nur eine Folge von Bequemlichkeit. Warum denn noch selbst Gemüse anbauen, wo die Auslage im Supermarkt doch alles bietet, was gut aussieht? Warum denn noch selbst kochen, wenn es alles fertig gibt? Warum denn die Treppe nehmen, wenn es einen Aufzug gibt und warum laufen, wenn das Auto doch schon vor der Tür steht? Ich bin von Natur aus auch bequem und habe so gelebt. Doch hat alles seinen Preis.

In Zukunft will ich es anders machen. Ich will mich gesünder und vor allem bewusster ernähren. Bewusst heißt hier, es darf auch mal ungesund sein, ich muss es mir dann eben nur bewusst machen. Ich will mich wieder mehr bewegen und spüren wie Kraft, Leistungsfähigkeit und ein gesundes Körpergefühl in mich zurück kehren. Es gibt soviel, das man selbst tun kann, um gesund zu sein. Wir aber laufen immer gleich zum Arzt und holen uns Pillen. Ob das von der Natur so vorgesehen war, darf wohl ernsthaft bezweifelt werden…

Quellen zu “Gesunde Seele Körper Herz und Verstand
Foto: clipdealer.com
Begriff des Grundgefühls: Wikipedia

Die gesunde Seele

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