Antidepressiva und Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel und Antidepressiva

Vorsicht! Nahrungsergänzungsmittel sind nicht immer harmlos.

Frei verkäufliche Vitaminpillen können sich negativ auswirken, wenn sie unbedacht mit Medikamenten kombiniert werden. Das gilt auch bei Depressionen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Arzneimittel vom Arzt verschrieben wurde oder frei erhältlich ist. Wie der Bonner Generalanzeiger ausführt, könne zum Beispiel Eisen oder Kalzium möglicherweise die Wirkung von Schilddrüsentabletten herabsetzen. Sophie Kolbe vom Arzneimittelberatungsdienst der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Dresden rät daher, sich vom Arzt oder Apotheker unbedingt auch zu frei verkäuflichen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln beraten zu lassen. Was ist Arznei- und was Lebensmittel? Wie hoch dürfen die Wirkstoffdosen sein und Vorsicht vor Geschäftemachern!


Arznei oder Nahrungsmittel – Die Sache ist undurchsichtig

Eine anonyme Auswertung von rund 2400 Beratungstelefonaten der UPD aus dem vergangenen Jahr habe ergeben, dass beinahe jeder vierte Anrufer neben verschriebenen Medikamenten auch noch Vitaminpillen nimmt. Das sind etwa 23 Prozent. Im Schnitt nehmen die Anrufer sieben verschiedene Präparate ein, je höher ihr Alter, desto zahlreicher seien die Medikamente. Der Markt der so genannten Nahrungsergänzungsmittel wachse seit Jahren stark, wie der UPD in seinen Beratungsinformationen ausführt. Einer der Gründe sei das gestiegene Interesse der Verbraucher, mit der zusätzlichen Einnahme von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen oder komplexen Mehrfachpräparaten einen zusätzlichen Beitrag zur Gesunderhaltung zu leisten oder einen ungesunden Lebensstil durch die Zufuhr dieser Stoffe auszugleichen.

Der Verbraucher könne dabei auf eine Fülle von Präparaten zurückgreifen, die in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und dem Internet angeboten werden. Im Gegensatz zu Arzneimitteln, die in umfangreichen Studien zur Zulassung ihre Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachweisen müssten, sei dies für Lebensmittel nicht nötig. Der Hersteller müsse lediglich ein gesundheitlich unbedenkliches Produkt in den Handel zu bringen. In der Praxis gäbe es zudem eine Grauzone zwischen Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln, weil manche Hersteller versuchen, Produkte als Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen, die eigentlich Arzneimittel sind. Für den Verbraucher ist diese Situation undurchsichtig und kaum nachvollziehbar.



 

Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke

Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln müssen erforscht und deklariert werden. Das schreibt der Gesetzgeber vor. Wenn es auch oft nervig ist, meterlange Beipackzettel zu  studieren, dient es doch der Information der Verbraucher und ihrem Schutz. Bei Lebensmitteln gibt es solch eine Verpflichtung nicht. Ich rate deshalb dazu, Nahrungsergänzungsmittel ebenso wie Medikamente gegen Depression nur in der Apotheke zu kaufen. Dort bekommt man eine professionelle Beratung aus erster Hand. Der Apotheker weiß besser als jeder Arzt über Zusammenhänge von Antidepressiva und Nahrungsergänzungsmitteln bescheid.

Möglicherweise besteht eine ungünstige Wechselwirkung zwischen dem gewünschten Präparat und verordneten Psychopharmaka? Niemand wird später auf so einen Zusammenhang kommen, wenn es zu Verträglichkeitsproblemen kommt. Zudem ist es noch so, dass die frei verkäuflichen Vitaminpillen aus dem Supermarkt deutlich niedriger dosiert sind. Die gewünschte Wirkung erscheint somit fraglich. Auch handelt es sich bei solchen Angeboten nicht selten um Billigimporte aus China. Und da möchte ich gar nicht wissen, unter welchen Bedingungen diese Mittel dort hergestellt werden…

Quellen zu Antidepressiva und Nahrungsergänzungsmittel

Bonner Generalanzeiger    UPD   Foto: pixabay.com

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