Angst besiegen und in Vertrauen wandeln – Eine Methode von Byron Katie

Angst besiegen bei Depression

Glaubenssätze überprüfen und Angst besiegen – Das Leben könnte so einfach sein

Die Angst hat viele Gesichter und ebenso viele Ursachen. Oftmals verbergen sich falsche Glaubenssätze hinter der Angst, wie etwa  „Ich bin nicht liebenswert, weil…“ oder „Ich werde niemals einen guten Job finden.“ oder „Ich werde immer nur ausgenutzt.“ Glaubenssätze sind, obwohl es nur Worte sind, mächtige Konstrukte, die unser Leben bis ins hohe Alter hinein beeinflussen können. Die US-Amerikanerin Byron Katie hat hierzu eine einfache und effiziente Methode entwickelt, wie man falsche Glaubenssätze in lebensbejahende Wahrheiten umwandeln und so seine Angst besiegen kann. Im nachfolgenden Beitrag möchte ich diese Methode gern einmal anhand eines Beispiels aus meinem eigenen Leben vorstellen.


Meine Angst besiegen

Heute wende ich mich einmal meiner Angst zu und erkenne sie als die verschmähte Schwester.

Sie teilt mein Schicksal, denn auch sie ist ungewollt.

Ungewollt –  dennoch sind wir beide da, voneinander getrennt und doch untrennbar miteinander verbunden. Die Angst verlassen zu werden tritt auf, wenn ich mich selbst oder einen Teil von mir verlasse. Die Angst vor Trennung tritt auf, wenn ich mich von mir selbst zu trennen beginne. Meine Angst zu verschmähen, nicht hinfühlen zu wollen, erzeugt nur neue Angst, die Angst vor der Angst und wiederum die Angst vor deren Angst…



Die Angst ist ein Teil von mir

Die Angst ist ein Teil von mir und wünscht sich nichts weiter als liebevolle Hinwendung. Es gibt keine Trennung. Alles ist mit allem verbunden. Die Trennung ist ein Konstrukt des Geistes, nicht der Seele. Die Seele will verbunden sein, eingebettet in der Unendlichkeit des Seins. Meine Seele kennt keine Angst, meine Seele vertraut. Es sind die Erfahrungen meines Geistes, die meine Angst verurteilen und abzutrennen versuchen. Hierbei entsteht der eigentliche Schmerz der Trennungsangst, ein Trennungsschmerz, wenn ich versuche, abtrennen zu wollen, was untrennbar ist. Im Erkennen der allgemeinen Verbundenheit jedoch wird die Trennung Lügen gestraft. Im Erkennen der Verbundenheit mit allem Sein und dem Leben wird die Angst überflüssig. Vertrauen kann entstehen.

 

Es gibt keine Trennung

Es gibt keine Trennung. Alles ist an dem Platz, wo es gerade sein soll. Verbindungen, die das Leben gelegt hat, bleiben, ob ich es nun will oder nicht. Je mehr ich versuche zu trennen, umso dicker werden die haltenden Seile. Doch auch die Angst vor Trennung kann man loslassen. Stattdessen sollte ich Ja zu sagen zur ewigen Verbundenheit.  Allein dieses Ja macht sie schon überflüssig, meine große Angst. Es gibt keine Trennung, nur Orte ändern sich. Alles ist mit allem verbunden. Ich lebe in einem Netz von Verbindungen und je nachdem, welche Verbindung gerade stärker oder schwächer ist, ändert sich mein Aufenthaltsort. Verbindungen ziehen an mir und ich ziehe an ihnen. Aber Verbindungen können nicht getrennt werden, nicht einmal durch den Tod.

Das Netz des Lebens

Es ist das Netz des Lebens, des ewigen Universums, in das ich verwoben bin. Mich aus ihm entbinden zu wollen, ist derselbe Schmerz, der entsteht, wenn ich mich von meinem Körper trennen wollte. Alles ist mit allem verbunden. Und niemand ist je wirklich allein. Nicht alle Gedanken sind eben wahr. Besonders diejenigen, die mein Herz schmerzen lassen, erweisen sich nur zu oft als lebensfeindliche Lügen. Wenn ich zum Beispiel befürchte, verlassen zu werden, steht dahinter der Glaube, nicht liebenswert genug zu sein. Ein Satz, der mir als Kind unbewusst gelehrt wurde. Eine Lüge, aber oft genug wiederholt, verschaffte sich dennoch einen dauerhaften Platz in meinem Kopf.



The Work – Die Angst besiegen

Es gibt eine Methode, solch Übel treibende Sätze zu entschärfen und sie schließlich ihrer Wirkung zu berauben. Die Methode stammt von Byron Katie, einer US-Amerikanerin, die selbst unter schwersten seelischen Schmerzen litt. Eines Tages wachte sie auf und sah mit anderen Augen auf ihr Leben. Die Methode, die sie später entwickelte, heißt „The Work“ und besteht aus vier einfachen Fragen. Sie funktioniert mit jedem falschen Glaubenssatz, der Schmerz verursacht. Am Beispiel eines Glaubenssatzes möchte ich das Prinzip von The Work kurz erläutern. The Work ist so brillant, wie es einfach ist.

Mein Glaubenssatz

„Ich werde verlassen, weil ich nicht mehr liebenswert bin, wenn ich in der Beziehung Fehler mache.“

1. Frage

Ist dies wirklich wahr, was du da denkst?

2. Frage

Wie sicher kannst du dir sein, dass du wirklich für nicht liebenswert erachtet und verlassen wirst, wenn du in der Beziehung einen Fehler machst? (Wenn die Antwort hier nicht zu 100% Ja ausfällt, ist es ein Nein.)

3. Frage

Wie reagierst du auf diesen Gedanken, dass du verlassen wirst, weil du nicht mehr liebenswert bist, wenn du  einen Fehler machst? (Hier braucht es Zeit, um hineinfühlen zu können.)

4. Frage

Wie würde es dir gehen, würdest du diesen Gedanken nicht glauben müsstest? (Auch hier braucht es wieder Zeit, um hineinfühlen zu können.)

Neuer Glaubenssatz

Zum Abschluss des Umwandlungsprozesses sollte man den alten Glaubenssatz umkehren. Hierbei ist es hilfreich, möglichst viele Ableitungen zu bilden. Die neuen Glaubenssätze könnten dann so aussehen:

1. Ich werde nicht verlassen, wenn ich in der Beziehung einen Fehler mache, weil ich deswegen trotzdem noch liebenswert bin.

2. Ich werde nicht gleich verlassen, auch wenn ich einmal nicht liebenswert bin, weil ich einen Fehler machte.

3. Menschen machen Fehler und oftmals macht sie gerade dies liebenswert.

4. Menschen werden nicht verlassen, nur wegen eines Fehlers.

5. Ich kann auch verlassen werden, wenn ich keinen Fehler mache.



Fazit zu The Work – Die Angst besiegen

Byron Katies Methode The Work: Der einfache Weg zum befreiten Leben ist international erfolgreich und wird mittlerweile von vielen Menschen angewandt. Auch der bekannte deutsche Psychologe Robert Betz ist ein überzeugter Verfechter dieser Methode. The Work ist leicht zu erlernen und auf jedes festgefahrene, starre Muster anwendbar. Nimm dir einmal Zeit für dich und deine Angst machenden Gedanken und wende dich ihnen liebevoll mit dieser Methode zu. Weiter musst du nichts tun. Den Rest übernimmt dein Unterbewusstsein. Du darfst gespannt sein, was sich alles verändern wird…

Quellen zu Angst besiegen und in Vertrauen wandeln
Foto: pixabay.com


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