Gehirn schrumpft bei Depression

Gehirn schrumpft bei Depression

Schrumpft das Gehirn und mit ihm das neuronale Netzwerk bei Depression?

Ist es nun pathologisch oder ein raffinierter Mechanismus von Selbstheilung? Das Gehirn fährt seine Aufnahmekapazität von selbst herunter. Was für viele Mediziner sicherlich das blanke Horrorszenarium ist, könnte aber im Grunde auch eine geniale Eigenregulation sein? Wie dem auch sei, eines ist nachgewiesen: Das menschliche Gehirn kann unter dem Einfluss einer schweren Depression zu schrumpfen beginnen. Wie kommt es dazu, was steckt dahinter und gibt es Möglichkeiten da zu intervenieren?


Gehirn schrumpft bei Depression – Zellen sterben ab

Neueste Forschungen haben es an den Tag gebracht. Unser Gehirn schrumpft bei Depression. Das passiert nicht von heute auf morgen. Aber es passiert, wenn Menschen lange Zeit depressiv sind. Sowohl in Tierversuchen als auch beim Menschen hat man nachgewiesen, dass chronischer Stress mit der vermehrten Bildung eines Steuergens einhergeht. Dieses Gen hemmt die Ausbildung von Synapsen im vorderen Hirnbereich. In diesem Teil des Gehirns werden unter anderem sensorische Signale empfangen. Sie werden dort mit Gedächtnisinhalten verglichen und mit emotionalen Bewertungen verknüpft. Man nennt den Bereich auch den präfrontalen Cortex. Er wird als oberstes Kontrollzentrum für eine der Situation angemessenen Handlungssteuerung angesehen. Gleichzeitig ist er an der Verarbeitung emotionaler Prozesse beteiligt.

Ein  bestimmtes Gen

In diesem präfrontalen Cortex also kommt es zu einer messbaren Rückbildung. Die Hirnzellen sind verkleinert und die Zahl der Nervenverbindungen geht zurück. Das hat man jedenfalls bei Menschen mit Major-Depression nachweisen können. Im deutschsprachigen Raum entspricht das in etwa einer schweren depressiven Episode. Desweiteren zeigten Untersuchungen an der Yale Universität an den Gehirnen Verstorbener, die an Major-Depression erkrankt waren, dass fünf Gene vermindert abgerufen wurden. Allesamt standen mit demselben Steuergen in Verbindung. Dieses Steuergen GTA1 hat man nun im Tierversuch künstlich steigern können. Vielleicht wird man ja so eines Tages in der Lage sein, ein Medikament zur Behandlung der Hirnschrumpfung zu entwickeln?

Den kompletten Originalartikel findest du hier: Deutsches Ärzteblatt



 

Depression braucht Akzeptanz

Es ist ermutigend und wird der Akzeptanz der Krankheit Depression zu Gute kommen, dass es organische Veränderungen im Gehirn gibt. Denn bislang galt die Depression vielerorts noch als etwas nicht Greifbares. Schließlich war doch jeder schon mindestens einmal in seinem Leben deprimiert. Und schließlich hat er das doch auch aus eigener Kraft überwinden können! Das allein jedoch macht ihn noch nicht zum Experten für Depressionen. Wer einmal Angst empfunden hat, leidet ja auch nicht gleich unter einer Phobie.

Abstufungen

Depressionen haben viele Abstufungen und die milden Formen, die kurzzeitig auftreten und ohne ärztliche Behandlung nach einer Zeit von selbst wieder verschwinden, haben nicht viel mit den schweren und chronischen Ausprägungen zu tun, denen sich dieser Blog hier widmet. Hier bleibt es immer noch eine notwendige Aufgabe für jeden Einzelnen von uns, ob direkt oder indirekt betroffen, Akzeptanz zu schaffen als eine wichtige Grundlage für die Genesung.


Quellen zu Gehirn schrumpft bei Depression

Deutsches Ärzteblatt   Foto: pixabay.com

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