Botox gegen Depressionen

Botox gegen DepressionenWir alle kennen Botox als ein Mittel, das in der Schönheitsbranche vielfach Verwendung findet. Botulinumtoxin, wie die umstrittene Substanz eigentlich richtig heißt, wird zur Unterspritzung von Hautfalten verwendet, um die behandelten Menschen jünger und attraktiver aussehen zu lassen, mit mehr oder weniger Erfolg, wie ich finde. Jetzt hat man jedoch herausgefunden, dass das Zaubermittel Botox noch zu ganz anderen Wundern fähig ist. Hilft Botox gegen Depressionen und wird es Botox bald auf Rezept geben?


Botox – verrufen oder heilsam?

Wie Focus Online schon in einer Ausgabe aus 2012 berichtete, soll das Nervengift Botox nicht nur gegen Falten sondern interessanterweise auch gegen Depressionen helfen. Es gäbe zumindest erste Hinweise darauf, dass man durch Botox-Spritzen die menschliche Psyche positiv beeinflussen könne. Das hätten unlängst Forscher aus Hannover und Basel herausgefunden. Man untersuchte hierbei eine Gruppe von 30 Personen. Darunter waren Menschen, die teilweise schon lange unter Depressionen litten und bei denen herkömmliche Antidepressiva nicht die gewünschte Wirkung hervor riefen. Eine Hälfte der Probanden erhielt Botox in die Stirn injiziert, die andere Hälfte bekam eine Placebo-Injektion. Die Patienten der Botox-Gruppe waren demnach schon nach zwei Wochen weniger depressiv und die Schwere der Symptome hatte sich bei 60 Prozent der Probanden nach sechs Wochen mindestens halbiert. Am Ende der sechzehnwöchigen Studie fühlten sich die untersuchten Patienten sogar noch wohler. In der Placebo-Gruppe besserten sich die Symptome dagegen kaum.



Botox hilft bei Depressionen

Die Behandlung zeige relativ wenig Nebenwirkungen und sei sicher und ökonomisch, da die Wirkung einer Spritze mehrere Monate anhalte, erklärte Tillmann Krüger von der MHH-Klinik (MHH=medizinische Hochschule Hannover) für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie. So könne Botulinumtoxin bald ein neuer Bestandteil in der Depressionsbehandlung werden, wie Krüger mitteilte. Bevor es jedoch eingesetzt werden könne, müsse noch geklärt werden, unter welchen Bedingungen Botox Depressionen lindern kann und wie das Ganze genau funktioniert.

Soweit meine Zusammenfassung zum Thema Botox gegen Depressionen. Den kompletten Originalartikel findest du hier: Focus Online

Obwohl ich selbst nicht viel von dem Schönheitswahn unserer Zeit halte und dem Setzen von Botoxspritzen nur aus ästhetischen Gründen ablehnend gegenüber stehe, bin ich jedoch offen für jeden Ansatz in der Depressionsforschung, der den betroffenen Patienten Linderung verschaffen kann. Sind wir also gespannt, ob sich aus dieser viel versprechenden  Studie einmal eine anerkannte Behandlungsmethode entwickeln kann …

Ich drücke den Experten in Hannover hierfür ganz fest beide Daumen!



Nachtrag zu Botox bei Depression

Inzwischen liegen erste Ergebnisse einer randomisierten Studie vor. In einem Zeitraum von mehreren Wochen verschwanden demnach nicht nur die Falten der Probanden. Mehr als die Hälfte der Depressionspatienten, die sich mit Botox behandeln ließen, gaben an, eine spürbare Besserung der Depression bestätigen zu können. Zudem habe sich gezeigt, dass die Amygdala, eine Gehirnregion, die für unangenehme Emotionen verantwortlich ist, nach der Botoxbehandlung weniger aktiv war. Im Spiegel Online berichtete nun eine Patientin über ihre Erfahrungen mit der neuen Behandlungsmethode. Sie erzählt dort, wie sie nicht nur ihre Falten, sondern auch ihre Sorgen verlor. Zum erwähnten Erfahrungsbericht gelangst du über den nachfolgenden Link: Botulinumtoxin gegen Depressionen – Erfahrungsbericht.

Auch werden mittlerweile Botoxbehandlungen mehrfach in Deutschland angeboten. Sie sind unter anderem  auch an der Medizinischen Hochschule in Hannover möglich. Einen Ansprechpartner dazu findest du hier: MHH

Quellen zu „Botox hilft gegen Depression“
Focus Online  Spiegel Online Foto: pixabay.com

Bislang noch keine Bewertungen. Sei du der/die Erste!

Bitte bewerte auch du diesen Beitrag...

Das könnte Dich auch interessieren …

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei