Introvision – Neues Verfahren zur Behandlung der Depression

Introvision und Depression

Introvision – ein Verfahren bei Depression

Introvision heißt eine neue Form der Behandlung von Depressionen. Wörtlich übersetzt bedeutet das so viel wie „Innenschau“. Aber nicht nur zur Behandlung von Depressionen soll das Verfahren einsetzbar sein, sondern darüber hinaus auch bei der Behandlung von Burnout, Schwerhörigkeit und Migräne gute Dienste leisten. Wie diese Methode funktioniert und was sie kann, erfährst du hier.


Introvision löst mentale Blockaden

So verspricht es jedenfalls die Erfinderin der Behandlungsmethode, Angelika Wagner, Professorin für pädagogische Psychologie an der Uni Hamburg. Selbst Sportler praktizieren die Methode inzwischen, um konzentrierter in ihre Wettkämpfe zu starten. Der nahmhafte Burnout-Forscher Matthias Burisch probierte einmal einige Introvisionsübungen aus. Dabei war er erstaunt, dass etwas derart Simples so gut helfen könne. Besonders für dauerhaft Gestresste sei die Behandlung mittels Introvision eine große Chance, so Burisch. Studien scheinen die Wirksamkeit der Behandlung tatsächlich zu bestätigen. Das Bundesforschungsministerium fördert derzeit sogar eine Studie, die klären soll, ob Introvision jungen Managerinnen auf ihrem Karriereweg helfen kann. Für Wagner steht das außer Zweifel. Introvision trage dazu bei, mentale Blockaden aufzulösen, das mache im Job gelassen und leistungsfähig. An ihrer Hochschule bereitet sie derzeit einen berufsbegleitenden Masterstudiengang zum Coach für Introvision vor.

 

Depression – Behandlung basiert auf Wahrnehmung

Bereits im Jahr 1874 erkundete der Psychologe Franz Brentano die Wirkung dessen, was er damals „Introspektion“ nannte, was soviel bedeutet wie Selbstbeobachtung. Für die empirische Wissenschaft, befand Brentano jedoch, tauge die Methode nicht. Denn wenn man ein Gefühl wie Wut innerlich beobachte, verpuffe es – und sei eben nicht mehr weiter zu ergründen. Und eben diesen Effekt macht sich nun die neue Form der Behandlung zu Nutze. Bei der Introvision geht es darum, sich gedanklich unangenehmen Gefühlen so lange auszusetzen, bis sie ihren Schrecken von ganz allein verlieren, sich quasi an diese Gefühle zu gewöhnen. Wenn man wisse, was so schlimm daran ist, eine Rede zu halten, könne man das Gefühl entkoppeln und frei reden, so die Erfinderin der Behandlungsmethode. So könne man durch gezielte Fragen bei jedem Patienten konkret heraus finden, was genau die innere Blockade ausmache.

Parallelen zur Achtsamkeit

Das konstatierende Wahrnehmen der Introvision basiere dabei auf ähnlichen Prinzipien wie das Achtsamkeitstraining, das in der Psychotherapie verschiedener affektiver Störungen, darunter auch der Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. Bereits nach wenigen Sekunden aufmerksamen Beobachtens der eigenen Gefühle sinke der Erregungspegel in der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns signifikant ab. Dieser Effekt führe zu einer raschen Entspannung.



Behandlung für Depressive aussichtsreich

Achtsamkeitsübungen sind leicht zu erlernen und ermöglichen es dem Ausübenden, zu sich zu finden, zur Ruhe zu kommen. Ich kenne solche Übungen aus der Psychotherapie. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass diese neue Form der Behandlung von Depressionen, gerade auch bei Menschen, die zu Ängsten neigen, gute Erfolge bringt. Wenn ich mich meiner Angst stelle und mich mit ihr auseinander setze, etwa mit der Frage: „Was ist das Schlimmste, das mir hier passieren kann?“ Dann wird es oftmals passieren, dass das Schlimmste nun gar nicht mehr so schlimm ist, weil ich es gedanklich vorweggenommen, akzeptiert habe.

Buch zu Introvision

Die Ungewissheit, die die Angst wie ein Energydrink gepusht hat, fällt weg und damit hört auch die Angstspirale auf sich zu drehen. Wagner hat ein Buch über die Technik der Behandlung verfasst – „Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte. Mentale Selbstregulation und Introvision“. Das Buch ist für 29,90 € im Handel erhältlich. Mich würde interessieren, ob jemand das Verfahren der Introvision bereits zur Behandlung seiner Depression betreibt. Vielleicht kannst du es sogar weiterempfehlen? Oder ist deiner Meinung nach eher davon abzuraten? Über entsprechende Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Quellen zu Introvision bei Depression

Spiegel Online   Foto: Angelika Wolter / pixelio.de

Introvision

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