Die Depression des Partners – Lisa erzählt

Depression des Partners

Die Depression des Partners macht oftmals so unendlich hilflos

Eine Depression ist eine große Belastung. Nicht genug damit, dass die Betroffenen leiden wie Hunde, auch nahe Angehörige werden mit in den Strudel von Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht hinein gezogen. Ein Stück weit sind sie sogar noch schlechter dran: Sie können nichts gegen die Depression tun. Wie sich das anfühlt und was das mit einem macht, schildert Lisa in ihrem Bericht über die Depression des Partners.


Verantwortung für die Depression

Danke für diesen Gedanken aus der Sicht eines Depressiven. Bei mir ist es mein Mann, der betroffen ist. Als wir uns vor 33 Jahren kennen lernten, hatte er schon seine Depression. Jedoch durch unser jugendliches Verhalten hatten wir es noch nicht erkannt. Dann kam die Hochzeit, 2 Kinder und als die im Schulalter waren, kam die Depression mit einem Zusammenbruch von meinen Mann zum Vorschein. Seitdem stand die Diagnose fest. Es folgten bis heute Kuren, Therapien und zusätzlich Medikamente die er sein Leben lang einnehmen muss, da ihm ein Botenstoff im Gehirn fehlt und selbständig nicht hergestellt werden kann. Meine Kinder sind unterdessen erwachsen und haben ihr eigenes Leben/Wohnung.



 

Mein Mann, so sehe ich das aus meiner Sicht, hat für sein Krankheitsbild noch Glück. Ich kann ihm viel Unterstützung geben es auch erkennen an Gesten, Mimiken ect., wenn er sein Tiefpunkt hat. Da ich seit 31 Jahren in der Pflege und seit 15 Jahren im beschützten Bereich arbeite (Demenz,Alzheimer, Depressive ect.) Doch das heißt für mich eine noch höhere Anforderung und dass mein Mann es auch gern ausnutzt. Mein Druck auf diese Krankheit zerrt an meinen Kräften, da sogar Ärzte,Therapeuten, MdK die Verantwortung auf mich übertragen.

Ich hatte nicht schlecht gestaunt als ich diese Aussagen in den Arztbriefen gelesen habe. Mit der Zeit habe ich jedoch mit viel Feingefühl meinem Mann rüber bringen können, das ich diese Verantwortung nicht mehr komplett übernehmen werde. Ich kann nicht für alles immer gerade stehen, was er durch sein Verhalten den Kindern, Familie, Freunden oder auf der Arbeit hat, zu schlichten, aufzubauen und zu unterstützen.

Da seine Krankheit uns schon so viele Jahre begleitet, habe ich festgestellt, dass ich unsere Beziehung betitelte als dauerfordernder, selbst bestimmender und ewig überlastender Ehemann. Kurz gesagt (bin ich ) ein verheirateter Single oder eine beschützende in Anspruch genommene Mutter. Nur ich frage mich, da ich leider auch das Fachwissen habe, was spätestens im Rentenalter noch an Krankheitsbildern dazu kommt. Ob man da noch von einer Beziehung/Ehe sprechen kann? Da ich beruflich viel quer durch den Garten an Arbeitszeiten habe, sehen, sprechen wir kaum über das, was eigentlich eine Beziehung aus macht . Ich würde mich freuen, sollte es jemanden geben, der evtl. sich auch in so einer Situation befindet und sich darüber äußern kann.

Lisa


Quellen zu „Die Depression des Partners“
Foto: Christina Maderthoner / pixelio.de

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