Burnout durch Stress am Arbeitsplatz

Stress Burnout und Depression

Stress begünstigt Burnout und Depression

Stress gilt als Mitauslöser vieler, ja fast aller Krankheiten. Wen wundert es da, dass auch die Depression durch ein Zuviel an Stress über die Maßen begünstigt wird? Stress macht krank! Soviel wissen wir heute. Es liegt weniger an der Art, wie Menschen mit Stress umgehen, sondern eher an der Menge der stressproduzierenden Faktoren, sprich der Quantität der Stressoren. An dieser Stelle wird gern versucht, den Depressiven eine fehlende Widerstandskraft, mangelnde Belastbarkeit, ja sogar eine Schwäche unterzuschieben, aber wer auch nur bis drei zählen kann, der erkennt recht bald, dass solche Falschaussagen von jenen Zeitgenossen kommen, die am meisten vom allgemeinen Missstand zu hoher Belastungen in der Arbeitswelt profitieren – von denjenigen nämlich, die sich Monat für Monat den Profit in die Tasche stecken und einfach nicht genug davon bekommen können.


Stress als Ursache für Depression und Burnout

»Vielarbeiter verdoppeln ihr Depressionsrisiko« Es ist gut, dass man Depressionen und Burnout heute ärztlich behandeln kann. Und es ist gut, dass weiter geforscht wird, nach neuen Behandlungsmethoden für den Burnout und die Depression gesucht wird und neue Medikamente entwickelt werden. Denn Burnout und Depression sind auf dem Vormarsch und das hat vielerlei Ursachen. So gehört unter anderem zu den eine Depression oder einen Burnout begünstigenden Faktoren der Stress am Arbeitsplatz.Eine neue Untersuchung zeigt: Wer sich dem Stress aussetzt und längere Zeit drei bis vier Stunden pro Tag mehr arbeitet, verdoppelt das Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken.

Studie zu Stress und Depression

In eine Langzeitstudie mit mehr als 2000 Angestellten britischer Behörden flossen Daten von 1626 Männern und 497 Frauen. Im Mittel waren sie 47 Jahre alt. Sie wurden zwischen 3,8 und 7,2 Jahre begleitet. Elf Prozent von ihnen arbeiteten im Schnitt elf Stunden und mehr am Tag. Dabei wurde in einer ersten Untersuchung ausgeschlossen, dass die Angestellten bereits psychische Beschwerden hatten. Insgesamt entwickelten 66 der 2123 Befragten (3,1 Prozent) eine schwere Depression. Von den 1105 Menschen mit sieben bis acht Arbeitsstunden waren es 38 (3,4 Prozent), bei den 227 Befragten mit elf bis zwölf Stunden zehn Betroffene (4,4 Prozent). Aus diesen Zahlen rechneten die Forscher anschließend den Einfluss anderer Faktoren heraus. Demnach war die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Depression für die Vielarbeiter mit Stress doppelt so hoch wie für Angestellte, die keine Überstunden leisteten.



Stress macht krank

Wie Focus Online in einem anderen Beitrag berichtete, mache Stress krank. Immer weniger Deutsche würden Job und Privatleben richtig trennen. Zunehmend würde Privates wegen des Jobs verschoben, an Sonntagen und Feiertagen gearbeitet oder ständig Überstunden gemacht. Auch seien viele Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar. Die Folge: Immer häufiger treten psychische Beschwerden wie Burnout oder Depressionen auf. Die Zahl der psychischen Erkrankungen, wozu an vorderster Front Burnout und Depression stehen,  sei in den vergangenen 18 Jahren um 120 Prozent gestiegen. Pendeln, Überstunden und ständige Erreichbarkeit bedeuten eine enorme Belastung und machten immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland krank.

Beruf und Freizeit schlecht vereinbar

Millionen Bundesbürger kennen laut einer neuen Krankenkassen-Studie keine klaren Grenzen zwischen Job und Privatleben – viele fühlen sich deshalb niedergeschlagen und unausgeglichen. Jeder Fünfte könne nicht mehr richtig abschalten. Die Folge ist: Wer Beruf und Freizeit nicht vereinbaren kann, gerät unter Drucks und klagt über mehr als doppelt so viele Symptome wie Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Kopfschmerzen als der Durchschnitt der arbeitenden BevölkerungDa ist der Burnout nicht mehr weit! Mehr als jeder dritte der 37 Millionen Arbeitnehmer erhält häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit oder leistet Überstunden. Mehr als jeder zehnte nimmt Arbeit mit nach Hause. Jeder zweite ist im Grundsatz außerhalb der Arbeitszeit erreichbar. Das ist Stress pur!

Für gute Bedingungen sorgen

Insgesamt sind laut AOK rund 40 Prozent der Berufstätigen Wochenendpendler. Sie fahren täglich mindestens eine Stunde zur Arbeit oder haben ihren Wohnort berufsbedingt gewechselt. Jobsicherung oder Aufstieg sind der Nutzen – Stress und Risiken für die Seele, der Preis. Hier sei die Wirtschaft gefordert, die immer flexiblere Arbeitswelt verträglicher zu machen. Vor allem die Chefs trügen die Verantwortung für diese Entwicklung und hätten auch die Möglichkeit, etwas daran zu ändern, den auch an Chefs geht der Burnout nicht vorbei. In der Politik sei das Problem mit dem Stress inzwischen erkannt worden. Nach jahrelangen Ankündigungen wolle die Koalition nun bald eine Strategie vorlegen, um stressbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Dabei sollen Burnout und Depression zu einem Schwerpunkt werden.



So identifizierst du Stress-Symptome am Arbeitsplatz

Das Arbeitsleben ist für viele Menschen von Stress und Leistungsdruck geprägt. Der Konkurrenzdruck ist groß, da sich immer mehr Firmen gezwungen sehen, Stellen abzubauen. Im Kampf um die verbleibenden Jobs bleibt die eigene Gesundheit häufig auf der Strecke. Hier sind einige Tipps, wie Sie Stress-Symptome am Arbeitsplatz identifizieren können.

Verminderte Konzentrationsfähigkeit

Wenn sich bei Routineaufgaben vermehrt Fehler einschleichen, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass Ihre Aufmerksamkeit anderweitig in Anspruch genommen wird. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn man mit seiner Arbeitsstelle unzufrieden ist und sich von seinen Gedanken ablenken lässt. Ein weiterer Grund für eine verminderte Konzentrationsfähigkeit kann eine mentale Erschöpfung sein, die dann eintritt, wenn man über längere Zeit am Limit arbeitet. Genau wie der Körper braucht auch der Geist Zeit, sich zu regenerieren. Geschieht dies nicht, sind Flüchtigkeitsfehler die Folge. In manchen Berufen kann Unkonzentriertheit katastrophale Folgen nach sich ziehen, beispielsweise in der Medizin oder im Transportwesen. Wenn Sie sich selbst dabei ertappen, wie Sie vermeidbare Fehler machen, sollten Sie entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Körperliche Symptome

Schlafstörungen sind eines der häufigsten Stresssymptome, die sich bei Angestellten von Unternehmen zeigen. Die Gedanken kreisen unentwegt um berufliche Probleme, und es fällt schwer, sich von diesem “Kopfkino” zu lösen. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Probleme beim Ein- und Durchschlafen haben, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Yoga und Meditation sind wirksame Mittel, mit denen man Schlafstörungen in den Griff bekommen kann. Wenn Sie plötzlich kurzatmig werden oder Schmerzen im Brustbereich verspüren, insbesondere nach körperlicher Aktivität, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich hierbei um erste Anzeichen eines Herzinfarktes handelt. Weitere Symptome, die auf einen bevorstehenden Infarkt hindeuten, sind Übelkeit, Schwindel, übermäßiges Schwitzen und Schmerzen, die in Ihrem linken Arm und in der linken Schulter ausstrahlen.

Erhöhter Konsum von Alkohol

Es ist ein offenes Geheimnis, dass in vielen Berufen übermäßiger Alkoholkonsum an der Tagesordnung ist. Gerade Menschen in verantwortungsvollen Positionen greifen häufig zur Flasche, um ihren Stress zu betäuben und auf andere Gedanken zu kommen. Dies schadet auf Dauer nicht nur der Gesundheit, sondern führt auch dazu, dass man in betrunkenem Zustand am Arbeitsplatz erscheint. Wenn Sie regelmäßig mehr als eine oder zwei Flaschen Bier am Abend trinken, sind Sie nicht mehr weit davon entfernt, zum Alkoholiker zu werden. In diesem Fall ist medizinische Hilfe dringend erforderlich. Die Arbeitsmedizin ist eine der interessantesten Fachdisziplinen, die die Medizin zu bieten hat. In größeren Firmen gibt es einen oder mehrere Betriebsärzte, die für das physische und psychische Wohlergehen der Mitarbeiter verantwortlich sind. Zu ihren Aufgaben zählt auch das Erkennen von Stresssymptomen am Arbeitsplatz. Aber nicht jeder Arbeitsplatz ist per se schlecht. Auf dem Internetportal jobtonic.ch zum Beispiel finden sich viele gut bezahlte Medizin Jobs in führenden Schweizer Unternehmen.



Stress und Burnout und was wir dagegen tun könnten

Depression, Burnout, Stress und Überforderung müssen in einem Satz genannt werden.  Würden Menschen nicht immer wieder überfordert werden, müssten wir uns auch nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie man Depression und Burnout wirksam behandeln kann. Hier ist aber die gesamte Gesellschaft gefordert, nicht nur die Politik oder die Riege der Chefs. Wir alle akzeptieren viel zu schnell und zu leicht, dass Stress, Überstunden, Produktivitätserhöhung, vermehrte Flexibilität und grenzenlose Leistungsbereitschaft ein notwendiges Übel unserer Zeit sind. Wir kennen das Wort „genug“ einfach nicht mehr. „Höher, schneller, weiter!“ – ist das Motto unserer Zeit. Und das nicht nur einmal in der Woche beim Sport, sondern jeden Tag.

Der Preis ist hoch

Wir alle bezahlen den Preis für Burnout und Depression, ob als Betroffene oder Angehörige. Bei vielen Familien hat er schon angeklopft, der Burnout und bei nicht minder vielen ist sie inzwischen eingezogen, die Depression. Erst wenn in unseren Köpfen Selbstbestimmtheit wieder ein Wert wird und wir lernen, für uns selbst einzutreten, wird unbenachteiligt bleiben, wer sich Dauerstress und Überstunden gegenüber verweigert. Ach ja, und dann gibt es da auch noch Tausende Menschen, die gern arbeiten würden… Es würde auch ein Stück mehr soziale Gerechtigkeit bedeuten, den Überstunden abzuschwören. In dem wir öffentlich Akzeptanz schaffen für andere Werte neben Leistung und Besitz, könnten wir die Welt ein klein wenig besser machen und der Depression und dem Burnout einen entscheidenden Begünstigungsfaktor nehmen: den Stress.

Quellen zu Stress am Arbeitsplatz
Überstunden belasten die Psyche – Focus Online      Stress und Burnout – Focus Online       Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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Burnout oder Depression? Die Grenzen sind oftmals fließend. Stress spielt jedoch in beiden Fällen eine große, wenn nicht ursächliche Rolle.
Benno Blues
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Frank Bütow Online Medien

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