Scham – Ein mächtiges Gefühl

Depression und SchamScham zählt wohl eher zu den Gefühlen, die wir nicht besonders gern haben, aber es gehört nun einmal zur Grundausstattung des Menschen. Menschen schämen sich aus den verschiedensten Gründen und das hat zumeist auch einen Sinn. Aber nicht immer verschafft dieses Gefühl uns tatsächlich auch einen Vorteil. Manchmal stehen wir uns mit unserer Scham gleichsam selbst im Weg. Manchmal schämen wir uns für etwas, wofür wir uns nicht zu schämen bräuchten. In diesen Fällen, wirkt die Scham destruktiv, macht sie uns krank. Wer selbst mit Depressionen zu tun hat, kennt dieses Gefühl nur allzu gut. Es scheint zur Depression dazu zu gehören. Weshalb ist dies eigentlich so und kann man dagegen etwas tun?


Was ist Scham?

Es ist wieder einmal ein für mich schwieriges Thema, das ich heute gewählt habe. Über meine Depressionen zu schreiben, das klappt inzwischen schon ganz gut, aber zum Thema Scham möchte ich mich am liebsten sofort wieder verschließen. Ich spüre da eine Menge Widerstand in mir und das lässt mich erkennen, wie wichtig dieses Thema für mich ist. Immer wenn heftige Reaktionen auf irgendetwas erfolgen, dann hat es etwas mit uns zu tun, dann trifft uns etwas. In diesem Fall heißt die Reaktion Flucht. „Nein, Junge, du hast dich geirrt, Scham ist kein gutes Thema für deinen Blog! Wen interessiert das schon? Lass es sein! Schreib doch lieber über Psychotherapie!“ Jedoch bringt es mich nicht weiter, wenn ich mich um schwierige Themen drücke. Das habe ich doch mein ganzes Leben lang schon so gemacht und wo hat es mich hingebracht? In eine Situation, in der ich mich erneut geschämt habe.

Jeder Depressive kennt Scham

Scham ist ein Gefühl, dass die meisten von uns kennen. Depressive, davon gehe ich aus, kennen das Gefühl mit Sicherheit. Sie wurden schon öfter in ihrem Leben „klein gemacht“ und schämten sich dann dafür, so zu sein, wie sie waren: unzulänglich, ungeraten, unerfreulich, ungeliebt… Inzwischen beherrschen wir es alle sogar selbst ganz gut, uns klein zu machen.

Mangel an Selbstwert

Scham ist ein unangenehmes Gefühl. Am liebsten möchte man nicht da sein. Scham ist ein Gefühl des Ausgeliefertseins, der Bloßstellung, ein Gefühl der Verlegenheit. Scham entsteht, wenn man sich ertappt fühlt oder wenn Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, die man lieber für sich behalten wollte. Wir schämen uns, wenn wir glauben, nicht der Norm oder den Erwartungen zu entsprechen. Wir schämen uns insbesondere dann, wenn wir über kein besonders großes Ego verfügen. Gerade in so einem Fall orientieren wir uns lieber an äußeren Maßstäben, anstatt nach innen zu gehen und zu versuchen im Einklang mit uns selbst zu leben.

Körperliche Reaktionen

Niemand schämt sich gern. Oftmals ist das Schämen sogar von körperlichen Reaktionen begleitet, wie leichtem bis starkem Erröten oder auch von Herzklopfen. Man hat dann das Gefühl, alle Welt starre nur auf einen selbst und labe sich daran, wie elend es einem gerade geht. Vermutlich ist es tatsächlich so, dass man mit einer „roten Bombe“ sämtliche Blicke auf sich zieht.  Ich kenne dieses Gefühl aus eigener Erfahrung nur allzu gut.



 

Woher kommt die Scham

Scham, denke ich, rührt immer von einem mangelnden Selbstbewusstsein her. Der sich Schämende nimmt dabei zumeist automatisch eine Demutshaltung ein, senkt den Kopf oder zumindest den Blick, die Schultern hängen herunter, der Rücken ist krumm. Er glaubt, nicht richtig zu sein, nicht genug. Im einzelnen kann das bedeuten, nicht genügend liebenswert zu sein, nicht genügend leistungsfähig, nicht genügend zuverlässig, verantwortungsbewusst, schön, sportlich, intelligent, stark, attraktiv oder belastungsfähig zu sein. Scham hat zumeist etwas mit Erwartungen von außen zu tun. Es geht dabei um Erwartungen, die wir zu erfüllen versuchen, daran aber scheitern.

Scham wegen Depression

Anfangs schämte ich mich dafür, Depressionen zu haben, bis ich irgendwann begriff, dass sich ja für Krebs, Herzinfarkt und Diabetes auch niemand schämt. Ich glaubte, meine Erkrankung hätte mit meiner Schwäche zu tun und dafür schämte ich mich. Hinzu kam, dass psychische Krankheiten in Psychiatrischen Krankenhäusern (früher Irrenhäuser oder im Volksmund: Klapsmühlen) behandelt werden. Und nun hatte es nach außen den Anschein, ich sei verrückt geworden. Aus heutiger Sicht danke ich für diese Erfahrung. Ich war früher ebenso voreingenommen, wie es viele meiner Mitmenschen heute noch sind. Aber ich habe Menschen und Schicksale kennen gelernt und Erfahrungen gemacht, die ich sonst nicht gehabt hätte. Es sind nicht die Täter, die zu Tausenden in Psychiatrischen Kliniken „einsitzen“, es sind in der Regel die Opfer, die man dort antrifft – zu gutmütig, zu wenig wehrhaft, zu lieb…

Die Scham und das Über-Ich

Selbst wenn ich heute Menschen begegne, die geistig behindert sind, dann sehe ich jetzt doch zunächst einen Menschen vor mir, der eventuell Hilfe braucht und niemanden, für den man sich schämen müsste, ihn zu kennen. Scham hat immer auch etwas mit anderen Menschen zu tun. Man schämt sich, ihre Erwartungen, Richtlinien und Leitsätze nicht ausreichend erfüllt zu haben. Man fühlt sich draußen, ausgestoßen. Plötzlich sieht man sich nicht mehr zur Gruppe dazu gehörig, weil man nicht mehr deren Ideal entspricht. Auch wenn wir uns vor uns selbst schämen, sind es die Ideale anderer, die wir zu unseren eigenen gemacht haben. Es ist das sogenannte Über-Ich, das uns vorschreibt, wie wir zu sein haben. Wobei die Stimme des Über-Ichs zumeist die Stimme der Eltern aus der Kindheit ist. Aber auch spätere Vorbilder wie Lehrer, Priester, Partner können dazu beitragen.

Scham ist destruktiv

Je früher damit begonnen wird, einen Menschen über Schamgefühle zu „sozialisieren“, umso länger hat er später etwas davon. Scham ist aus meiner Sicht ein destruktives Gefühl. Es macht Menschen nieder und klein, es nimmt ihnen ihre Würde und Lebensfreude. Scham macht Menschen abhängig von den Erwartungen anderer. Selbst können sie kaum etwas gegen ihre Scham tun, außer es gelingt ihnen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Bei der Scham ist es nicht wie bei der Schuld, dass man sich durch eine Geste wie etwa der Entschuldigung davon befreien kann. Hier muss der Ansatz tiefer greifen. Hier musst du zurück bis an die Wurzeln deines Lebens gehen.



 

Erscheinungsbilder der Scham

Die Scham hat viele Gesichter. Neben der reinen Form, wie sie oben beschrieben wurde,  tritt die Scham manchmal auch maskiert auf. Sie versteckt sich beispielsweise hinter Erscheinungsformen wie Depression, Sucht, Narzissmus, Zwangs- oder Essstörungen oder auch Hypochondrie. Ebenso steckt hinter einem Perfektionismus oftmals nur Scham. Der häufigste Auslöser für Schamgefühle ist jedoch die Angst. Die Angst nämlich, nicht gut genug zu sein, für wen auch immer. Aber auch die Scham selbst löst wieder Angst aus. Hier ist es die Angst vor neuer Scham und damit schließt sich der Kreis. So ein System ist recht stabil. Von Scham betroffenen Menschen fällt es oft schwer, vor einer Gruppe oder größeren Menschenmenge zu sprechen. Sie schämen sich für sich selbst, haben Angst, komisch auszusehen oder Unsinn zu reden. Sie befürchten, dass man über sie lachen könnte, und die Anspannung schießt ihnen schon auf dem Weg zum Rednerpult durch den Körper.

Adrenalin

Adrenalin heißt hier der Verursacher. Dieser Botenstoff macht kampfbereit. Es versetzt den Körper in eine Art Alarmzustand. Die Blutgefäße werden weit gestellt, was mitunter auch zum Erröten des sich Schämenden führt. Leider lassen sich von Scham betroffene Menschen zu sehr von außen leiten. Sie verlassen sich nicht auf sich selbst, auf ihre Gefühle und ihre Wahrnehmungen, sondern befragen lieber „Fachleute“, Fachzeitschriften und Fachbücher, um ja nicht in die eigene Nähe kommen zu müssen. Sie trauen sich nicht genug zu. Also verstecken sie sich lieber hinter der Aussage eines Anderen. Sie nehmen ungern Bezug auf sich. Wenn sie von sich sprechen, sagen sie nicht: „Ich habe…“, sondern „Man macht ja..“ Alles was passiert, ist von außen initiiert.

Von außen initiiert

Dadurch dass sie sich selbst nicht trauen, nehmen sie sich selbst auch kaum wahr. Sie achten nicht auf ihre Bedürfnisse und kennen sie deshalb auch kaum. Sie tun, was „man“ tut, ob es ihnen gut tut oder nicht. Dabei fehlt es ihnen nicht an den Ressourcen zur Selbstbeobachtung. Oft sind sie sogar Meister darin. Weil sie aber so wenig Selbstvertrauen haben, trauen sie auch ihren eigenen Wahrnehmungen nicht und leben lieber von außen nach innen.



 

Kann Scham Depressionen auslösen?

Manche Psychologen sind der Meinung, Depression sei eine Art verlängerte Scham. Für den Betroffenen sei es so, dass Beschämungen, Kränkungen, Demütigungen, Erniedrigungen usw. als eine Bedrohung empfunden würden. Sie reagierten heftiger auf solche Ereignisse und langanhaltender. Es bringe ihren inneren Kosmos ins Wanken und deshalb dauere es meist eine geraume Zeit, bis sie ihr seelisches Gleichgewicht wiedergefunden hätten. Als meine Depression irgendwann zu Tage trat, war auch ich erfüllt von Scham. Ich schämte mich dafür, nicht mehr gut genug für meine Partnerin zu sein. Zudem schämte ich mich vor den Kindern für das Scheitern unserer Ehe. Ich schämte mich dafür, dass ich so oft weinen musste. Auch der Umstand, dass ich meine Arbeit nicht mehr schaffte, löste Schamgefühle in mir aus. Ebenso das pure Vorhandensein meiner Depression.

Die Erwartungshaltung

Ich schämte mich für meine Suizidversuche und dafür, meinem Vater all dies angetan zu haben. Ich schrieb ihm noch aus der geschlossenen Abteilung des Landeskrankenhauses einen Brief und bat um Entschuldigung, ihn derart enttäuscht zu haben. Menschen, die sich leicht schämen, also ein geringes Selbstwertgefühl ihr Eigen nennen, erwarten regelrecht neue Kränkungen, Demütigungen und Bloßstellungen. Indem sie dies ständig tun, sind sie auch nicht frei für das Leben. Es ist ein Leben in Angst, das sie führen. Sie machen sich vorher schon klein, gehen in Deckung und vermuten in jedem Menschen einen potentiellen Gegner. Wer so durch das Leben geht, zieht Demütigung und Bloßstellung regelrecht an. Vermutlich bekommt er auch reichlich, wovon er überzeugt ist, dass es eintreten wird.



 

Wie erkennt man Scham?

Menschen, die häufig mit Scham zu kämpfen haben, kann man an bestimmten Symptomen erkennen. Auch wenn du dir selbst nicht sicher bist, ob du eventuell unter Scham leidest, können die nachfolgenden Fragen dir eine erste Orientierung geben. Immer wenn du eine Frage mit Ja beantworten kannst, spricht dies für ein Problem mit der Scham.

Fragebogen Scham

  1. Kannst du schlecht NEIN sagen, wenn du um etwas gebeten wirst?
  2. Fühlst du dich selten stark und selbstbewusst?
  3. Sprichst du in der man-Form, wenn du über dich redest und verwendest nicht lieber das „Ich“?
  4. Fühlst du dich in Konkurrenzsituationen unwohl?
  5. Bist du oft einsam oder fühlst dich „draußen“?
  6. Ist es dir wichtig, was andere über dich denken?
  7. Machst du dir Gedanken darüber, was die Leute über dich reden?
  8. Kannst du dich selbst nur schlecht loben?
  9. Fällt es dir schwer, über deine Gefühle zu sprechen?
  10. Versuchst du immer, es allen Recht zu machen?
  11. Bist du wenig stolz auf dich und das was du geschafft hast?
  12. Vermeidest du es, im Mittelpunkt zu stehen?
  13. Ertappst du dich manchmal dabei, wie du andere abwertest?
  14. Bist du eher misstrauisch?
  15. Lässt du anderen gern den Vortritt?



 

Was kann man gegen Scham tun

Scham ist ein Gefühl der Minderwertigkeit. Als Beschämter glaubst, nicht gut genug zu sein für diese Welt und für die Menschen die dir begegnen. Du bist wohl in der Lage, dich selbst abzuwerten, aber es fällt dir schwer, so etwas wie Stolz für dich selbst zu empfinden. Du bist in deinem Wohlbefinden völlig abhängig von außen, abhängig vom Wohlwollen anderer Menschen. Sie können dich ermuntern, indem sie dich loben und sie können dich bestrafen, indem sie dich bloßstellen. Sie können dich sogar vernichten, indem sie dich ignorieren. Aber sie können dich vermutlich nicht aus deiner Scham befreien. Aus meiner Sicht gibt es nur einen Weg aus der Scham. Du musst dein Selbstwertgefühl stärken! Wie das gehen soll? Ja, ich denke, es gibt da einen Weg…

Nach innen gehen

Indem du dich selbst liebst wie dein eigenes Kind. Verschaffe dir selbst die Anerkennung und Bestätigung, die du dir so sehr von Anderen wünschst! Mach dich mit der Zeit unabhängig vom Urteil anderer Menschen! Betrachte deine Stärken und Fähigkeiten mit Stolz und Freude und betrachte mit Nachsicht, was du nicht so gut kannst! „Nobody is perfect“, auch diejenigen nicht, vor denen du dich schämst. Gehe aufrecht durch das Leben und erfreue dich an dir. Du bist einzigartig und du hast allen Grund dazu, auf dich stolz zu sein! Erkenne, dass Scham ein destruktives Gefühl ist! Es schämen sich doch sowieso immer die Falschen, oder etwa nicht? Diejenigen, die es nötig hätten, die schämen sich nie. Also höre auch du auf damit!

Beenden der Scham

Beende die Scham! Du hast keinen Grund dazu. Die Gründe, die du glaubtest zu haben, wurden dir untergeschoben, aber sie sind nicht wahr. Du brauchst dich für deine Person nicht zu schämen, du bist ein Geschenk für die Welt, für deine Eltern, deine Freunde, deine Kinder. Schämen sollten sich statt deiner diejenigen, die es immer wieder schaffen, andere Menschen in Scham versinken zu lassen…

Quellen zu Scham und Depression
angst-auskunft.de   thiessthi.gmxhome.de   wikipedia   dr-mueck.de   Foto: Jerzy / pixelio.de

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Scham - Ein mächtiges Gefühl - Hilfe bei Depression
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Scham ist meistens ein Begleiter der Depression, so wie es Angst auch ist. Was hat es auf sich mit der Scham und was kann man dagegen tun?
Benno Blues
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Benno Blues

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