Die Bedeutung der Liebe für den Menschen - Ratgeber Depression

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Die Bedeutung der Liebe für den Menschen

Die Liebe zählt zweifelsohne zu den stärksten Gefühlen, zu denen Menschen fähig sind. Liebe kann Berge versetzen, heißt es im Volksmund. Liebe verbindet, Liebe gleicht aus. Liebe befriedet und verzeiht. Liebe hilft und Liebe beschützt, bewahrt und erträgt. Liebe nährt und baut auf. Kaum ein Thema ist so alt und gleichzeitig so aktuell wie die Liebe. Wir finden Gedanken dazu in den Schriften des Alten Testamentes, das gleichermaßen Grundlage der drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam ist, ebenso wie in philosophischen Schriften Platons (Platonische Liebe). Das Thema Liebe war immer ein Thema für die Menschheit und wird es vermutlich auch weiterhin bleiben. Ganz egal ob ich den Fernseher vormittags, nachmittags, abends oder nachts einschalte: Das Thema Liebe ist immer ein Thema. Nun auch hier - nicht das erste Mal und wohl auch nicht das letzte Mal. Dafür ist mir dieses Thema viel zu "lieb".



Was ist Liebe?


Liebe ist existentiell, das heißt sie ist lebensnotwendig. Kein menschliches Wesen kann ohne Liebe gedeihen. Kein menschliches Wesen kann ohne Liebe gesund bleiben und alt werden und auch keine Partnerschaft. Die Liebe ist pure Lebensenergie, sie ist die höchste Schwingung, zu der wir Menschen imstande sind. Liebe ist Leben. Und so verwundert es nicht, dass normalerweise die Liebe auch der Ursprung allen Lebens ist. Vater und Mutter haben sich ausgewählt. Sie sagen als Partner Ja zueinander. Und sie sagen Ja zu ihrem Kind. Hier soll jetzt nicht die Rede von Sex sein, obschon Sex auch eine Ausdrucksform der Liebe und Partnerschaft sein kann, muss es aber eben nicht. Lust und Begehren sind jeweils von kurzer Zeit und allein nicht ausreichend tragfähig für eine dauerhafte Beziehung. Eine Beziehung aber, die von gegenseitigem Respekt und von Liebe getragen ist, ist eine Beziehung, die notfalls auch ohne Sex funktionieren kann. Etwas anderes tritt an diese Stelle in der Partnerschaft, beispielsweise etwas wie Sicherheit, Vertrautheit, Freundschaft, Wärme und Verlässlichkeit. Ohne Liebe geht es nicht. Kleinkinder, die ohne Liebe aufwachsen, wie dies früher vielfach in Heimen geschah, zeigen deutliche Entwicklungsstörungen. Die Fachwelt kennt den Begriff "psychischer Hospitalismus" dafür. Sie verhungern seelisch regelrecht durch den Mangel an Liebe, was mitunter sogar bis zum Tod führen kann. Es gab nachweislich abscheuliche "wissenschaftliche" Experimente in der Vergangenheit hierzu. Die Liebe ist quasi der Saft des Lebens, gleich dem Blut im Organismus des Miteinander, das alles versorgt, verbindet und zusammenhält. Und so streben wir Menschen unablässig danach. Millionen Interessierter tummeln sich auf einschlägigen Datingseiten und in sozialen Netzwerken. Wir nehmen psychologische Betrachtungsweisen zu Hilfe oder bedienen uns alter Weisheiten, bemühen Horoskope unter Berücksichtigung von Aszendent und Deszendent und wollen doch alle nur das Eine: "DEN Partner für's Leben" finden.
Früher stand ich astrologischen Betrachtungsweisen eher skeptisch gegenüber, bis ich irgendwann einmal ein Horoskop abseits von Bildzeitung und Co las. Ich war verblüfft, wie viel Wahres da über mich geschrieben stand und so wurde ich allmählich neugierig. Inzwischen habe ich gründlich mit meinem Vorurteil aufgeräumt und schäme mich ein wenig für meinen einstigen Hochmut.
Die Astrologie beruht zu einem großen Teil auf jahrhundertelanger Beobachtung der Menschen. Möglicherweise bietet sie nicht ausreichend Erklärungen an, was aber nicht bedeuten muss, dass die Beobachtungen falsch sind. Letztlich beruhen alle Wissensgebiete auf Beobachtung und Beschreibung.


Liebe verdienen


Aber nicht nur Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bedürfen der Liebe, auch wir Erwachsenen gehören zu diesem Kreis. Wir nennen es nicht immer Liebe, weil wir uns mitunter ein wenig zieren bei diesem Begriff, aber im Grunde genommen geht es immer genau darum. Wir nennen es Aufmerksamkeit, Beachtung und Wahrnehmung. Wir nennen es Bewunderung, Lob und Anerkennung. Oder wir nennen es Empathie, Verständnis und Zueinanderhalten. Auch Begriffe wie Vertrautheit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit stehen für die Liebe, ebenso wie Großzügigkeit, Freundlichkeit und das Vergeben-Können. Die Liebe hat viele Facetten. Auf welche Weise auch immer sie zu uns gelangt, macht sie uns groß und schön. Sie wärmt unser Herz und macht es weit. Sie erfüllt uns mit einem Wohlgefühl und lässt uns das Leben auf die vermutlich angenehmste Weise spüren. Und weil es sich so gut anfühlt, wünschen sich auch alle Menschen eben diese Liebe, in welcher Form auch immer. Ob es nun um die Anerkennung des Chefs geht, die fehlende Aufmerksamkeit des Partners oder die Zeit der guten Freundin. Wir sind regelrecht süchtig danach, weil wir frühzeitig schon begriffen haben, dass es uns nicht gut geht, wenn wir nicht ausreichend Liebe bekommen. In der Kindheit haben die meisten von uns diese Erfahrung machen müssen und  seither mit in ihr Leben genommen. Wir wurden nicht geliebt, wenn wir nicht "lieb" waren. Wir haben gelernt, dass man sich Liebe verdienen muss, dass man etwas dafür tun muss, geliebt zu werden. Und so tun wir auf der einen Seite und fordern auf der anderen...


Liebesbeweise


Was sind Liebesbeweise? Genauso wie ich mich anstrenge, geliebt zu werden, glaube ich tief in meinem Inneren, wenn auch zumeist unbewusst, dass auch mir entgegen gebrachte Liebe einer gewisse Form bedürfe. Es stimmt sicher, dass Liebe sich ausdrücken will und mir in dieser oder jener Form begegnet und somit steht die Form dann in gewisser Weise auch als Beweis für diese Liebe. Kompliziert wird es nur, wenn ich derlei Beweise einfordere. Wenn ich nämlich glaube, dass wenn du dies oder jenes nicht für mich tust, dann liebst du mich nicht oder nicht richtig. Dann stelle ich die Liebe auf den Kopf. Liebe lässt sich nicht beweisen. Liebe ist einfach da. Liebesbeweise hingegen sind kein Zeichen von Liebe. Liebesbeweise sind ein Zeichen von Angst. Der, der sie einfordert, hat Angst, nicht geliebt zu werden. Der, der sie liefert, hat entweder Angst, dass seine Liebe verschmäht wird oder Angst, dass er bei Unterlassung selbst nicht mehr geliebt wird, was so ziemlich auf dasselbe hinaus kommt. Wenn ich wirklich liebe, dann fordere ich nicht ein. Wenn ich wirklich liebe, weiß ich tief in meinem Herzen, dass ich das Richtige tue, selbst wenn es nach außen hin töricht erscheinen mag. Was sich in meinem Herzen gut anfühlt, das ist richtig. Merke: Wenn es sich gut und richtig anfühlt, immer dann ist wahre Liebe im Spiel.


Auf der Suche nach Liebe


Es sind also irgendwie alle Menschen mehr oder weniger vom Thema Liebe betroffen. Die einen bekommen, was sie erhoffen und halten sich so über Wasser. Die anderen bekommen nicht, wonach sie sich verzehren und gehen sprichwörtlich seelisch unter. Ein dritter und vermutlich der kleinste Teil der Menschheit buhlt nicht um Liebe. Jenen wird sie vielmehr zugetragen. Das sind die Menschen, die Erfolg haben im Leben, die zufrieden mit sich sind, sich selbst vertrauen, die wissen, was sie an sich haben. Es sind Menschen, die gelernt haben, sich selbst zu lieben und wert zu schätzen. Sie sind selbst voller Liebe, weil sie nicht darauf angewiesen sind, dass ihre Reserven von außen, von anderen Menschen aufgefüllt werden. Leider sind wir nicht alle in diese Schule gegangen und wenn man ein Leben lang etwas auf eine bestimmte Art und Weise tut, dann ist es schwer, dies auf einmal zu ändern. Möglich allerdings ist es immer, selbst bis ins hohe Alter hinein. Das Gehirn ist und bleibt lernfähig und interne Strukturen, auch seelische, sind veränderbar.


Eigenliebe erspart den Psychiater


Wenn ich der Liebe nicht mehr von anderen Menschen bedarf, nicht mehr darum betteln muss, bekomme ich sie gratis. Schon in der Bibel steht:" Denen die haben, wird gegeben werden. Denen die nicht haben, wird auch noch das letzte genommen werden." Der Volksmund hat dazu auch einen Spruch bereit: "Der Teufel sch*** immer auf den größten Haufen!", heißt es hier. Und wenn ich mir die Welt durch diese Brille ansehe, dann fühle ich das durchaus bestätigt. Menschen, die aus der Fülle heraus lieben, die haben keine Angst vor Liebesentzug und sind deshalb auch viel weniger eifersüchtig. Sie leiden nicht unter Verlustängsten und können deshalb viel selbstsicherer auftreten. Auch sind sie weniger verletzlich und können so souveräner durch's Leben gehen. Sie sind eher in der Lage, zu beschützen, weil sie selbst nicht beschützt werden müssen. Sie sind konfliktfähiger und können auch konstruktiver mit Kritik umgehen. Sie müssen sich nicht klein machen, um zu bekommen, was sie ersehnen. Sie können ganz sie selbst sein, wahrhaft und authentisch. Menschen, die sich selbst lieben können, quellen über vor Liebe und sind deshalb auch für alle anderen eine Bereicherung. Sie gelten als beliebt und erfolgreich, als angenehm im Umgang und gern gesehene Gesellschaft.


Liebe und Selbstsicherheit


Es ist wohl oftmals so, dass wir die Dinge, denen wir krampfhaft hinterherlaufen im Leben, eher nicht erreichen, wohingegen uns andere Dinge einfach so zufallen. In Punkto Liebe, glaube ich, scheint dies jedenfalls zuzutreffen. Was wäre also, wenn wir ab morgen, nicht mehr unseren Eltern nachlaufen für ein Häppchen Liebe oder stellvertretend für den Vater den Chef darum anbetteln? Wie fühlte es sich an, wenn wir ab morgen uns nicht mehr verhuren müssten für ein bisschen Aufmerksamkeit, sondern selbstbewusst auftreten und mit Freude unseren Job machen könnten? Was, wenn wir nicht mehr auf die Streicheleinheiten unserer Vorgesetzten angewiesen wären, weil wir genügend Bestätigung aus unserer Arbeit selbst zu ziehen in der Lage wären? Wie wäre es, wenn wir uns unseres Partners sicher sein könnten, weil wir wüssten, das er/sie so eine/n liebenden Gefährten wie uns nie wieder finden würde? All dies können wir. Wer Kinder hat, der weiß, dass er sich der Liebe seiner Kinder immer sicher sein kann und im Normalfall ist dies auch umgekehrt so. Wir tragen diese Sicherheit in uns, wir müssten sie nur ausweiten auf uns selbst. 


Liebe ist genug da


Wir selbst sind doch mit Sicherheit die einzigen Menschen, die ein Leben lang zu uns halten und uns nicht verlassen werden. Wir sind die Menschen, die Tag und Nacht für uns da sind. Auf uns können wir uns verlassen. Niemand kennt uns so gut, wie wir selbst uns kennen und niemand steht uns so nah. Warum können wir uns dann nicht lieben? Wir können es. Man hat uns vielfach nur eingetrichtert, dass man dies besser nicht täte. Dass es egoistisch wäre oder selbstherrlich und ebenso unchristlich wie nicht liebenswert sei. Aber solche Regeln nützen im Allgemeinen nur denen, die sie aufstellen. Es sind Regeln von gestern, Regeln die uns in unserer Entfaltung behindert haben und uns noch heute schaden. Wem würdest du dein Liebstes anvertrauen, einem selbstbewussten, in sich ruhenden Menschen oder einem Menschen, der Angst hat, nicht anerkannt zu werden und bereit ist, dafür fast alles zu tun?  Jeder Mensch ist liebenswert. Es ist aber ungleich schwerer, jemanden zu lieben, der sich selbst nicht besonders gut leiden mag. Liebe fängt bei jedem selbst an. Wenn der Becher gefüllt ist, kann ich verschenken. Mit einem leeren Becher aber brauche ich nicht los zu gehen. Wenn ich Liebe von anderen brauche, die aber selbst auch wiederum brauchen, bekommt niemand, wonach er strebt. Dabei ist genug Liebe da? Spür mal in dich hinein. Und wenn es für dich reicht, dann reicht es auch für die halbe Welt...


Quellen zu "Die Bedeutung der Liebe für den Menschen"
Foto: Helene Souza / pixelio.de







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