Die Bedeutung des Unterbewusstseins Im Heilungsprozess - Ratgeber Depression

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Die Bedeutung des Unterbewusstseins Im Heilungsprozess

Unterbewusstsein und DepressionNach außen leben die meisten Menschen selbstbewusst, wobei es in ihnen oftmals ganz anders aussieht. Gerade besonders selbstbewusst wirkende Menschen stellen sich bei näherem Hinsehen eher als besonders unbewusst heraus.


Bewusstsein und Unterbewusstsein


Es ist eine uralte Weisheit und doch ist sie uns Menschen so wenig bewusst. "Wie oben, so unten. Wie innen, so außen." (Smaragdtafel, ca. 3000 v. Chr.) oder auch "Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt." (Buddha, ca. 500 v. Chr.). In der Neuzeit fand diese Erkenntnis in den sogenannten Spiegel- oder Resonanzgesetzen ihren Niederschlag. Eine einfache Lehre, die so genial wie zutreffend sein dürfte. "Wie innen so außen!" Dieser Satz erhebt den Menschen zum Schöpfer. Er macht ihn zum Gestalter seines Lebens und der Welt. Nichts passiert einfach so. Am Anfang ist immer der Gedanke, bewusst oder unbewusst. Lange Zeit glaubte ich, dass das Denken ein rein bewusster Akt sei. Durch die Beschäftigung mit der menschlichen Psyche erfuhr ich jedoch, dass den unbewussten Gedanken eine weitaus größere Bedeutung zu kommt, als ihren bewussteren Pendants. Sie bestimmen das Leben der meisten Menschen. Es gibt kaum einen Moment, in dem wir nicht denken. Irgendetwas denken wir immer. Unsere Gedanken sind pausenlos damit beschäftigt, Aufgaben zu lösen, die wir selbst ihnen bewusst oder unbewusst gestellt haben. Wenn wir zum Beispiel nach einem bestimmten Wort suchen, das uns sprichwörtlich auf der Zunge liegt, gelingt es uns doch eher selten, zu diesem Wort vorzudringen. Erst, wenn der Denkvorgang ins Unbewusste abgeglitten ist, kommt uns irgend wann der rettende Einfall. Von diesem Denkvorgang haben wir keine Kenntnis. Er lief völlig unbewusst ab. Nur das Ergebnis verrät uns, dass dieser Denkprozess statt gefunden haben muss. Forscher fanden heraus, dass unser Gehirn viel effektiver ist, wenn wir uns nicht gezielt auf eine bestimmte Aufgabenstellung konzentrieren. Die kreativsten Lösungen finden wir, wenn wir aufhören können, verbissen danach suchen. Es sind Zahlen im Umlauf, nach denen der Mensch täglich 60.000 bis 80.000 Gedanken denkt. Wie viel davon werden dir wohl bewusst sein? An wie viele Gedanken kannst du dich am Ende des Tages noch erinnern?


Innen wie außen


Wie bewusst lebe ich eigentlich? Diese Frage stelle ich mir, seit ich mich mit dem Unbewussten befasse. Und ich denke, ja, zum größten Teil lebe ich unbewusst. Vera F. Birkenbihl (Coach und Autorin, verstorben 2011) beschrieb in einem ihrer Vorträge das Verhältnis von Bewusstsein und Unterbewusstsein wie folgt: Wenn man sich unser Bewusstsein als Gerade vorstelle, dann habe diese Gerade eine Länge von etwa 5 Millimetern. Im Vergleich dazu entspreche das Unterbewusstsein einer Strecke von 11 Kilometern Länge. Ein sehr schön bildhafter Vergleich, der erahnen lässt, welche Macht und welche Möglichkeiten wir Menschen im Unbewussten in uns tragen. Wenn man diese Zahlen so auf sich wirken lässt, scheint es fast unmöglich, überhaupt auch nur annäherungsweise ein bewusstes Leben führen zu können. Wie soll das gehen bei dieser Übermacht unbewusster Gedanken und Gefühle? Aber genau das ist die spannende Frage, die zwischen einem glücklichen oder unglücklichen Leben separiert. Natürlich kann ich auch unbewusst glücklich sein und gut, wenn es so ist! Dann haben wir kein Problem, aber dann finden wir uns vermutlich auch nicht auf Iternetseiten wie dieser hier wieder. Die meisten Menschen in unserer Zeit sind vermutlich weit davon entfernt, glücklich zu sein und sie wissen auch nicht warum. Im Laufe der Zeit haben ihre Erfahrungen, die sie außen im Leben gemacht haben, ihr Inneres geprägt, haben ihre Seele verändert, sie empfindsamer oder stumpfer gemacht. Alles was wir um uns herum erleben, verinnerlichen wir (zum größten Teil unbewusst) und es verändert uns. Unser Inneres ist eine Mischung aus Seele, Ego und Umwelt. Viele Menschen wissen davon nichts. Sie kennen weder den einen noch den anderen Anteil. Sie glauben von sich, sie seien eben so und daran könne man auch nichts ändern.


Außen wie innen


Aber es funktioniert auch umgekehrt. Nachdem der obere Absatz die Veränderung unserer Seele durch äußere Einflüsse erklärt, befasst sich dieser Absatz mit der Fähigkeit des Menschen, sich selbst und seine Umwelt zu erschaffen, zu beeinflussen, zu verändern. Denn alles, was wir um uns herum erleben, ist erschaffene Wirklichkeit. Unsere Städte und Dörfer, unser Bildungs- Gesundheits- und Staatssystem, der Frieden in der Welt und auch der Krieg, der Wohlstand der Menschen, aber auch ihre Armut, die Religionen, die Wissenschaften und auch die Geheimdienste, alles wurde vom Menschen erschaffen, einzeln oder als kollektive Leistung. Jede Komponente unseres Lebens, jede Erfahrung, die wir machen, ist Teil dieses schöpferischen Prozesses, an dem wir alle beteiligt sind. Wir Menschen sind zutiefst schöpferische Wesen. Wir können gar nicht anders, als zu erschaffen. Auch wenn wir uns dem scheinbar verweigern, erschaffen wir, beeinflussen wir, oftmals sogar bis über unseren Tod hinaus.
Was wir in uns tragen an guten und auch bösen Gedanken, wird seinen Weg nach außen finden. Unseren Gedanken werden Worte folgen oder Taten und beide werden die Welt verändern. "Ein Wort, das deinen Mund verlassen hat, kehrt nicht zu dir zurück." Das steht schon in der Bibel. Es wirkt in der Welt, es bewirkt etwas. Du kannst es nicht zurück holen. Ist es erst einmal ausgesprochen, lässt sich dies nicht mehr rückgängig machen. Wir alle kennen die Wirkung von Skandalmeldungen in den Medien und die wenig gerade rückende Konsequenz anschließender Dementi. Ein einmal angerichteter Schaden ist nicht wieder ungeschehen zu machen. Darum achte auf deine Worte! Deine Worte verraten dir etwas über deine unbewussten Gedanken.
Ebenso verhält es sich mit den Taten. Auch mit deinen Taten veränderst du die Welt. Selbst mit deinem Nichtstun nimmst du Einfluss, dass dies oder jenes geschieht. Auch hier gilt: Du kannst nicht nichts erschaffen! Also achte auf deine Taten, mehr noch als auf deine Worte! Denn auch deine Taten verraten etwas von deinen unbewussten Gedanken. 
Ich erlebe mich selbst oft, dass ich anders handle, als ich es vorher angekündigt hatte. Man nennt dies fehlende kognitive Konsistenz. Bewusstes Denken und Reden und unbewusstes Handeln stehen dann nicht im Einklang. Ich verstehe mich dann selbst nicht mehr. Wie auch, wenn ich zu wenig über mein Inneres weiß? Wenn ich nicht weiß, wer ich wirklich bin, welche Vorlieben, Wünsche und Bedürfnisse ich in mir trage, welche Ängste und welchen Zorn? Nur wenn ich mir all dieser Anteile bewusst bin, bin ich mir meiner bewusst, bin ich selbst-bewusst.


Wie kann ich Bewusstheit erlangen?


Zwei Möglichkeiten habe ich schon angeführt. Höre auf deine Worte und achte auf deine Taten! Aber schau dir auch genau an, wenn du kritisiert wirst, besonders wenn die Kritik dich anpiekst! Schau dir an, welche Eigenschaften, dich bei anderen Menschen aufregen! Womöglich hat es etwas mit dir zu tun? Achte auf bestimmte Gegebenheiten, auf das was du "vergisst", oder "nicht mehr geschafft" hast! Es erzählt viel über deine Vorlieben und Abneigungen.
Nimm dir regelmäßig eine Zeit für dich selbst! Schaffe dir einen Raum der Stille und beginne nach innen zu hören auf dein Herz! Spüre nach, welche Ängste gerade in dir sind! Erforsche, welche Wünsche du in dir trägst! Spüre in dich hinein und finde heraus, welche Gefühle sich gerade wahrnehmen lassen! In einer lauten Umgebung hört man die leisen Töne des Herzens nicht. Wenn du dir Zeit für dich nimmst und dich deinem Herzen öffnest, dann öffnet sich dein Herz auch dir. Alles was du wirklich willst, woran du glaubst, dass wirst du auch erreichen. Denn die Gedanken, die du glaubst, verändern dich und über deine Worte und Taten verändern sie die Welt um dich herum. Wichtig ist aber, dass du diese Gedanken auch glaubst, dass die Zweifel ausgeräumt sind. Selbstzweifel stehen im Gegensatz zu einer erfolgreichen Umsetzung. An anderer Stelle habe ich einmal ausführlich über Glaubenssätze geschrieben und wie sehr sie in unser Leben hinein wirken. Hier greift derselbe Mechanismus. Woran du glaubst, das wird geschehen! "Der Glaube kann Berge versetzen!", heißt es im Volksmund. Die moderne Psychologie bestätigt das. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!", lautet ein anderes Sprichwort mit gleichem Inhalt.


Gefühle folgen den Gedanken


Was wir denken, das fühlen wir auch. Gefühle sind immer Produkte unserer Gedanken. Je mehr wir uns bewusst mit unseren Gefühlen auseinander setzen, umso weniger wird es unbewusste, unerklärbare Anlässe für unsere Gefühle geben, je mehr werden wir im Einklang mit uns selbst leben. Also achte auf deine Gedanken, achte insbesondere darauf, wie du über dich selbst denkst! Was sagst du, wenn dir ein Missgeschick passiert? Wie ärgerst du dich über dich selbst? Das verrät viel von dem, wie du über dich denkst, wie du dich achtest und wertschätzt. Achte auch darauf, wie du über andere Menschen denkst. Was du an anderen ablehnst, lehnst du auch an dir ab. Achte darauf, wie du über die Welt und das Leben denkst! Schätzt du das Leben als einen reich gefüllten Tisch voller Möglichkeiten? Oder siehst du eher den Mangel, das Böse, das Kleinliche? Alles was du siehst, wird aus dir geboren. Es ist deine innere Wahrheit, die Wahrheit, die letztlich über Erfolg oder Misserfolg deines Lebens den Ausschlag gibt.
Die gute Nachricht ist: Am Anfang sind immer die Gedanken und die kann man ändern, kannst du ändern! Du hast die Freiheit, zu denken, was du willst. Wenn du dir ein glückliches Leben wünscht, es aber noch nicht erreicht hast, dann könntest du dir heute einmal Gedanken darüber machen...


Quellen zu  "Bewusst leben"
Wikipedia    Foto: CFalk / pixelio.de








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