Über diesen Blog zur Depression - Der Blog zur Depression

Eine Seite über Erfahrungen mit der Depression - Eine Seite gegen die Scham für eine Erkrankung, die so gar nichts mit Schwäche zu tun hat - Ein Votum für die Akzeptanz einer Krankheit, die längst schon ein Teil unserer Gesellschaft geworden ist - Informationen Berichte und Tipps für depressive Menschen und ihre Angehörigen - Der Blog zur Depression von Benno Blues

Über diesen Blog zur Depression

Benno Blues BlogWas sind Depressionen - wie fühlen sie sich an? Was wird anders, wenn man depressiv ist? Weshalb habe ich Depressionen und wie gehe ich nun damit um? Werde ich jetzt verrückt oder bin es schon? Wie wirkt sich die Depression in einer Beziehung aus und welche Möglichkeiten haben Angehörige überhaupt, angemessen damit umzugehen? Woran erkennt man eigentlich eine Depression und wie kann man sie heilen? Kann man sie überhaupt heilen? Welche Behandlungsmethoden werden heutzutage normalerweise angewendet? Stimmt es, das die Depression mit Elektroschocks behandelt wird? Muss man immer ein Antidepressivum nehmen und machen Antidepressiva abhängig? Was ist, wenn ich nie mehr gesund werde? Kann ich mit einer Depression einen Schwerbehindertenausweis beantragen? Steht mir Erwerbsminderungsrente zu, wenn ich nicht mehr arbeiten kann und wenn ja, ab wann? Diesen und zahlreichen anderen Fragen rund um das Thema Depression werde ich in diesem Blog nachgehen. 


Wie alles begann


Ich weiß heute ehrlich gesagt auch nicht mehr, was zuerst da war, die Tendenz aus der Depression heraus gehen zu wollen oder das Bedürfnis, mich in Form einer Website über meine Depression mitzuteilen. Im April 2012 war es jedenfalls soweit. Ich schrieb hier an dieser Stelle meinen ersten Beitrag über Depressionen und machte damit mich und meine Krankheit öffentlich. Ich hatte bis dahin als Webmaster keinerlei Erfahrung, ja kannte das Wort "Blog" nicht einmal. Inzwischen veröffentliche ich hier regelmäßig Beiträge zum Thema Depression. Leser kommen jeden Tag hier her, um sich über Depressionen, Burnout, Gefühle, Antidepressiva, Psychotherapie, Ursachen und Symptome, Schwerbehinderung, Erwerbsminderungsrente, Heilungschancen und vieles andere mehr zu informieren. Ich bekomme Kommentare und Zuschriften - ich bin ein Blogger geworden.
Und nun freue ich mich, dass auch du hierher gefunden hast und hoffe, dass auf diesen Seiten etwas Passendes für dich und deine Situation dabei ist. Ich wünsche dir, dass du dich hier wiederfindest, dass du dich verstanden fühlst und dass du das eine oder andere von hier mit hinein nehmen kannst in dein Leben. Ich wünsche dir, dass du dich und die Depression am Ende ein klein wenig besser verstehen kannst und dass ich dir Hoffnung machen kann, weiter zu gehen, an der Depression zu wachsen und schließlich gesund zu werden.


Über den Autor Benno Blues


Mein Name hier im Blog ist Benno Blues. Meinen richtigen Namen würde ich lieber nennen, weil es das Ganze authentischer machen würde. Anfangs tat ich das auch. Aus notwendig gewordener Rücksicht auf die Privatsphäre meiner Familie, insbesondere meiner geschiedenen Frau, meiner Kinder und all der Menschen, die ich in meinen Beiträgen persönlich erwähne, bin ich aber irgendwann dazu übergegangen, mit einem Pseudonym zu arbeiten. Ich hoffe, dies tut der Glaubwürdigkeit meiner Ausführungen keinen Abbruch. Ich bin Jahrgang 60 und habe vier wunderbare Kinder und zwei Enkelkinder, die mir viel bedeuten, ja neben meiner Frau meine wichtigsten Ankerpunkte im Leben sind. Überhaupt bedeutete mir Familie schon immer viel, war mein Lebensmittelpunkt. Ich bin von Beruf Techniker, seit 2009 aber vorzeitig in Rente, eben wegen meiner Depressionen. Aus gegebenem Anlass habe ich mich viel mit der Psyche des Menschen beschäftigt und damit, was Beziehung immer wieder einmal schwer macht. Nicht zuletzt ist daraus ein neuer Beruf geworden. In 2018 habe ich eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie abgeschlossen und helfe nun anderen Menschen bei der Bewältigung ihrer seelischen Probleme.
Ich lebe eher zurückgezogen auf dem Land in einem kleinen Ort in der Nähe von Cuxhaven (Nordsee) und genieße dort die Ruhe und die viele frische Luft. Auch wenn mich die meisten Besucher dieses Blogs vermutlich nie persönlich erleben werden, bin ich doch keineswegs nur virtuell. Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, ein Mensch der lieben, aber auch verletzen kann, ein Mensch, der Fehler hat und Fehler macht. Wer mich einmal persönlich kennen lernen möchte und in der Nähe ist, ist herzlich eingeladen, auf eine Tasse Kaffee bei mir herein zu sehen.
Was für viele ehemalige DDR-Bürger zutrifft, trifft auch für mich zu. Es gibt eine Stasiakte über mich. Sie hat den Titel OV "Schreiber", also operativer Vorgang "Schreiber". Irgendetwas muss wohl früher schon in mir gesteckt haben, dass es mir eher lag, mich mittels des geschriebenen Wortes auszudrücken. Was die Stasi sonst noch mit diesem Blog zu tun hat? Auch das wirst du hier erfahren...


Warum ein Blog über die Depression?


Ich hätte ja auch über das Züchten von Hühnern schreiben können oder das Einrichten eines Meerwasseraquariums. Ich hätte über das Angeln schreiben können, über das Anlegen und Pflegen eines Gemüsegartens oder das Töpfern für Anfänger. All dies tat ich nicht, obwohl mir auch diese Themen etwas bedeuten. Zwei Gründe sehe ich im Wesentlichen, die dafür verantwortlich sind:


1. Grund: Die Depression ist mein Thema


Die Depression ist mein Thema

Viel zu lange habe ich sie verdrängt, viel zu lange geschwiegen. Viel zu lange habe ich mich als Versager gefühlt und dafür geschämt. Die Depression will gefühlt, ja vielleicht sogar zelebriert werden. Die Depression will mir etwas sagen und das heißt, ich darf sie nicht wegschicken. Ich muss mir Zeit nehmen und mich auf sie einlassen. Ich muss versuchen, ihre Sprache zu erlernen und herausfinden, welche Botschaft sie an mich richtet. Die Depression ist nicht mein Feind, wie ich anfangs dachte. Sie ist nicht diejenige, die zerstört. Sie ist die Beschützerin meines Lebens. Der Destruktive war ich selbst. Ich habe es zugelassen, dass mein Leben den Bach herunter ging. Ich habe verdrängt, gebilligt und akzeptiert - viel zu lange, viel zu oft, viel zu selbstlos. Ich hatte mein Selbst verloren. Ich lebte angepasst. Ich war unzufrieden, aber angepasst. "Man kann ja eh nichts machen!", hieß meine Bilanz in Situationen, die mir Unbehagen bereiteten.
Irgendwann kam es dann, wie es kommen musste. Ich erlitt einen Nervenzusammenbruch. Die meisten nennen es heute lieber Burnout. Zusammenbruch klingt so nach Schwäche, ebenso wie Depression. Aber ich nenne es lieber Zusammenbruch, weil, wie ich finde, kein anderes Wort es besser ausdrücken kann. Man brachte mich auf die geschlossene Station eines Psychiatrischen Krankenhauses. Dort erfuhr ich erstmals von meinen Depressionen. Das war im Januar 2007. Inzwischen habe ich die Höhen und Tiefen einer Depression mehr oder minder bewusst erlebt und weiß, wovon ich spreche. Ich habe Therapien gemacht, stationäre und ambulante, hatte Akutaufenthalte in Kliniken, aber auch immer gute Zeiten zwischendurch. Irgendwann war ich einfach müde geworden von den vielen Therapien. Ich hatte den Eindruck, nicht mehr weiter zu kommen, nichts Neues mehr zu erfahren. Dies war die Zeit, in der ich begann, mich bewusst selbst mit dem Thema meiner Depression zu befassen und ohne Anstoß von außen in Form eines Therapeuten. Und so beschloss ich, die Auseinandersetzung in Form eines Blogs öffentlich zu führen. Die Öffentlichkeit war mir insofern wichtig, dass ich darüber meine Scham überwinden konnte und meiner Grundstruktur des "Verdrängers" etwas entgegen zu setzen hatte. Und natürlich konnte ich so meinen narzisstischen Anteil bedienen und auch das Kind in mir, das noch immer nach Anerkennung (vornehmlich  nach der seines Vaters) sucht. Dieser Blog hier ist also so eine Art Eigentherapie für mich geworden.


2. Grund: Ich möchte Menschen helfen


Als es mir schlecht ging, machte ich mich auf die Suche nach Informationen. Was war los mit mir? Gibt es denn keinen Menschen, dem es ähnlich geht wie mir? Kann mir denn niemand einen Tipp geben? Ich suchte Anschluss, Zuspruch, Hilfe. Ich suchte Menschen, die mich verstanden. Aber da war nichts zu machen. Fehlanzeige! All meine Suchanfragen blieben ohne Ergebnis. Ich schien allein zu sein mit meinen Problemen und so fühlte ich mich auch - allein und unverstanden. In jener Zeit schwor ich mir, dass ich einmal selbst eine solche Seite einrichten würde, sollte es jemals passieren, dass es mir besser ginge.
Der Tag ist gekommen. Irgendwann ging es mir besser. Irgendwann begann ich, meine Geschichte aufzuschreiben. Und ich bekam Feedback. Ich erhielt Kommentare zu den veröffentlichten Beiträgen, aber auch Emails. Mir wurden Fragen gestellt. Manches Mal wurde mir auch einfach nur gedankt. Ich durfte erleben, dass es mir gelungen war, Menschen zu erreichen. Das war eine großartige Erfahrung für mich, denn irgendwie hatte ich mit dem Thema Menschen schon abgeschlossen. Nun aber kam frischer Wind in mein Leben. Was ich tat, war nicht nur für mich, sondern auch für meine Mitmenschen gut. Ich machte meinen ersten Schritt zurück ins Leben, zurück in die Gesellschaft. Später sollten dann noch weitere Schritte folgen.


Eine Anlaufstelle für Depressive und Angehörige


Inzwischen ist dieser Blog zu einer kleinen Institution geworden. Inzwischen ist diese Seite eine Anlaufstelle für Menschen in Not, Menschen mit Depressionen oder Angehörige von Depressiven, deren Not nicht minder groß ist. Aber auch Schüler und Studenten kommen hier her, um zu erfahren, was es bedeutet, an der Depression erkrankt zu sein. Es ist eine Seite gegen die Scham, gegen Stigmatisierung und Diskriminierung. Es ist eine Seite, die Vorurteile gegenüber Depressiven abbauen will, die informieren will, die Verständnis fördern will. Es gibt zahlreiche offizielle Seiten, Seiten von Ärzten oder Psychologen, die sich mit dem Thema Depression befassen. Es gibt aber leider viel zu wenig Seiten, die die Krankheit aus Sicht eines Betroffenen oder Angehörigen beleuchten und es gibt meiner Meinung nach immer noch zu wenig Seiten, die dies mit einfachen, leicht verständlichen Worten tun. Viel zu oft und viel zu schnell verlieren sich die Experten in ihrer Fachsprache und dann lese ich nach dem ersten Absatz nicht mehr weiter, weil es mir zu anstrengend ist. Normale Menschen haben eine andere Sprache und sie wollen auch nicht zu Psychiatern oder Psychologen werden. Sie wollen nur sich selbst und die Depression verstehen. Auch dazu soll dieser Blog beitragen.


Werbung in diesem Blog


Das Betreiben dieses Blogs ist leider auch mit einigen Kosten verbunden, wie Kosten durch Internet, Domain, Lizenzen und dergleichen. Mit der geschalteten Werbung finanziere ich dieses Projekt. Ich verzichte jedoch auf den Einsatz aggressiver Werbung und setze Anzeigen, wie ich finde, moderat ein. Dennoch geht es nicht ganz ohne. Wenn du meine Arbeit hier unterstützen magst, ohne dafür zusätzlich Geld auszugeben, dann wäre ich dir dankbar, wenn du die eingeblendete Werbung künftig nicht als etwas Störendes, sondern als gegeben und notwendig, als Blog erhaltend und damit wohlwollend betrachten könntest.


Beipackzettel


Ich schreibe hier, weil die Depression mein Thema ist, ich seit Jahren davon betroffen bin und sich seither mein Leben doch ziemlich verändert hat. Ganz am Anfang meiner "Depressionskarriere" sind wir in einer Therapiestunde darauf ausgerichtet worden: Werden sie ihr eigener Experte! Damals wusste ich nicht, was die von mir wollten, inzwischen habe ich viele Erfahrungen sammeln können und so eine Menge dazu gelernt. Als mein eigener Experte trete ich heute nun hier auf und gebe meine Erfahrungen gern weiter. Ich erlebe täglich, dass der Bedarf für solch ein Informationsangebot groß ist und das beflügelt mich, dabei zu bleiben. Für den einen mag es von Nutzen sein, was ich schreibe, für den Anderen nicht. Weder kann ich irgendwelche Garantien geben, noch erhebe ich Anspruch auf Vollständigkeit und Allgemeingültigkeit meiner Ausführungen. Eines jedoch kann ich behaupten: Ich führe diesen Blog nach bestem Wissen und Gewissen und in guter Absicht. Was ich hier anbieten kann, sind meine persönlichen Ansichten, Erfahrungen und Meinungen. Es ist meine Wahrheit. Aber all dies sind nur Angebote. Suche dir heraus, womit du etwas anfangen kannst. Suche dir heraus, was du gebrauchen kannst, wie in einem richtigen Laden. Du musst auch gar nichts kaufen, mir gar nichts abkaufen. Es bleibt deine freie Entscheidung. Aber solltest du etwas für dich gefunden haben, dann sag es gern weiter, denn das Thema Depression geht alle etwas an.

Herzlich Willkommen in meinem Blog zum Thema Depression mit integriertem Forum!










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Kommentare:

  1. Vielen Dank für die Informationen. Ich finde es gut, dass es heute so viele Anlaufstellen gibt. Depressionen können ja auch durch Ereignisse auftreten, die man nicht richtig verarbeitet und sich dann zu einer posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln. Immerhin gibt es Behandlungsmöglichkeiten.

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    1. Das stimmt, seelisch unbewältigte Ereignisse können auf Dauer in eine Depression münden. Ebenso können bestimmte seelisch unverarbeitete Ereignisse zu einer Posttraumtischen Belastungsstörung führen. Richtig ist auch, dass Posttraumatische Belastungsstörungen sehr oft von Depressionen begleitet werden. Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) können allerdings nicht aus einer Depression entstehen, sondern existieren neben ihr her. Für den Betroffen allerdings wird dies keinen Unterschied machen. Es fühlt sich einfach schlecht an... Danke, Moni61, für deinen Kommentar und liebe Grüße! Benno

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