Depression verständlich erklärt - Ratgeber Depression

Informationen und Tipps für Depressive und Angehörige - Die Depression im Blog - Von Erfahrenen lernen - Eine Seite gegen die Scham für eine Erkrankung, die nichts mit Schwäche zu tun hat - Ein Votum für die Akzeptanz einer Krankheit, die längst schon ein Teil der Gesellschaft geworden ist - Nach Meinung vieler Stammleser eine gute Seiten zum Thema Depression

Depression verständlich erklärt

Depression im Blog Wenn man das erste Mal in seinem Leben der Depression begegnet, stellt sich oftmals ein Unvermögen ein, zu verstehen, was da gerade geschieht, ganz egal ob man selbst betroffen ist oder eine nahe stehende Person. Die Depression wirft Fragen auf, viele Fragen. Der Blog "Was ist Depression" geht diesen Fragen nach. Der Autor Benno Blues kennt beide Perspektiven. Er war sowohl selbst betroffen, als auch lange Zeit Angehöriger. Behutsam und ehrlich nähert er sich hier einem sensiblen Thema, das viel zu oft noch tot geschwiegen wird...


Ich sag lieber nix


Solange man mitten im Leben steht, mag man sich nicht mit Krankheiten befassen. Man will als leistungsfähig und somit anerkannt gelten. Man versucht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, zu halten und zu verbessern. Da kommt es nicht gut an, sich seiner eventuellen Einschränkungen zu bekennen. Nein, da wird lieber verborgen und kaschiert, was das Zeug hält. Niemand darf wissen, wie es in mir aussieht, dass mir das Wasser manchmal schon bis zum Hals steht. Die Tage, an denen ich mich einsam fühle, bleiben ebenso ein gut gehütetes Geheimnis wie die Tage, an denen mir mein Leben regelrecht sinnlos vorkommt. Tagein tagaus zur Arbeit, abends müde, das Wochenende viel zu schnell vorbei, der Urlaub viel zu kurz und die Zeit bis zur Rente noch viel zu lang. Aber all dies darf niemand wissen, denn das würde mich womöglich meine Attraktivität kosten.


Volkskrankheit Depression


Etwa vier Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Depressionen.  Für Tausende endet die Depression tödlich, Jahr für Jahr. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht wenigstens mittelbar mit der Depression Bekanntschaft gemacht hat, durch Betroffene in der Familie, im Freundeskreis oder unter den Kollegen. Die Depression ist angekommen in der Gesellschaft. Sie legt ihren Finger mitten in die Wunde. Und egal wann immer sie an unsere Tür klopft, kommt sie zum unrechten Zeitpunkt. Sie kommt wie der Tod, sie überrascht uns, erwischt uns kalt. Auch wenn Außenstehende da schon lange etwas vermuten, bleibt dem Betroffenen selbst diese Erkenntnis zumeist verborgen. Wir leben unser Leben, auch wenn es uns nicht gut tut, so wie wir es immer taten. Wir gehen an unsere Grenzen und nicht selten auch darüber hinweg. Irgendwann ist es dann soweit...


Ich bin depressiv - Was nun?


Was aber können wir tun, wenn die Katastrophe herein bricht? In aller Regel macht sich da große Überforderung breit, eines jener Gefühle, das jede Depression kennzeichnet. Kein Wunder also, das dieses Gefühl von ihr ausgeht. Wer an Depressionen erkrankt, sollte sich umgehend um Hilfe bemühen. Es gibt moderne Medikamente, die nicht mehr abhängig machen und gut wirksame Therapien. Wichtig ist es, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und die Depression nicht chronisch werden zu lassen, denn es fällt dem Betroffenen mit fortschreitender Erkrankung zunehmend schwerer, sich selbst Hilfe zu organisieren. Es fehlt ihm an Motivation und Kraft. Das ist ein Grundübel dieser Erkrankung. Depressiven wird oft nachgesagt, dass sie einfach nicht wollen. Das ist aber nicht wahr. Aufgrund ihrer Erkrankung können sie nicht wollen.

Ich möchte allen Menschen Mut machen, sich der Thematik Depression anzunehmen und offen mit ihr umzugehen. Vielfach wird die Depression nämlich durch Scham noch verstärkt. Sie ist aber nichts, wofür man sich schämen muss. Sie hat nichts mit Schwäche oder Faulheit zu tun. Sie ist eine Erkrankung wie die Grippe oder ein Diabetes. Man kann die Depression heilen, zumindest kann man sie so gut behandeln, dass die Betroffenen wieder am Leben teilnehmen können. Davon und von vielen anderen Themen rund um die Depression erzählt dieser Blog und möchte auf diese Weise dazu beitragen, dass mit der Depression annehmend umgegangen werden kann und sich Betroffene und auch Angehörige nicht länger dessen schämen, wessen sie eigentlich entwachsen wollen.



Ausgewählte Themen zur Depression























Zu den einzelnen Beiträgen: Themenübersicht



Kommentare:

  1. Zu den SSRI kann ich eigene Erfahrungen beisteuern:
    - Sie wirken nicht bei jedem und auch nicht sofort, sondern brauchen meist so 3-4 Wochen, bis man die positive Wirkung merkt
    - Sie müssen seeeeehr behutsam ein- und wieder ausgeschlichen werden (evtl. unter Zuhilfenahme von Beruhigungsmitteln), was oft leider nicht adäquat geschieht, da oft von Ärzten verordnet, die den Pharmavertretern gern glauben schenken, dass Antidepressiva in jedem Fall prima verträglich sind und keinesfalls abhängig machen. Sie haben ja meist selber noch nie so etwas eingenommen haben und wissen daher auch nicht, wie es sich anfühlt...
    - bei zu langer Einnahme (was zu lang ist, ist individuell sicher unterschiedlich) folgt eine Gewöhnung des Körpers("Downregulation"), von der man nur sehr schwer wieder runterkommt. Vereinfacht verursacht das SSRI-Medikament während der Einnahme durch die Wiederaufnahmehemmung im Synapsenspalt einen künstlich hohen Serontoninspiegel, was ja zunächst mal beabsichtigt ist, führt aber den Körper damit in die Irre, der seine Serotonin-Produktion reduziert --> Beim Absetzen "rauscht" dann der Serotoninspiegel im Körper logischerweise "in den Keller", weil der Körper die Produktion zurückgefahren hat, was dann zu Zuständen führt, die man von sich vorher gar nicht kannte (heftige Aggressionen, Selbstmordgedanken, massive Schlafstörungen, extre Unruhe, Verfolgungswahn, schlimmere Depression als je zuvor, Panikattacken, rabenschwarze Brille, ...)
    - In den USA, wo es die Medikamente schon länger gibt, ist das Netz voll von Internetseiten, wo Betroffene verzweifelt versuchen, sich gegenseitig zu helfen, nach Langzeiteinnahme (teilweise von bis zu 10-15 Jahren oder mehr) von den SSRI wieder loszukommen, da diese irgendwann nicht mehr ganzu so positiv wirken und nach längerer Einnahme Diabetes, Gerinnungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Augeninnendruck, Übergewicht und vieles mehr auslösen können, weil Serotonin an vielen Stellen im Körper eine tragende Rolle spielt und der veänderte Spiegel sich entsprechend auswirkt. SSRI haben auch eine ganze Menge Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Außerdem ist eine Schwangerschaft während der Einnahme nicht wirklich ratsam und man kann sich denken in welches Dilemma das Frauen bringen kann, die es nicht schaffen, die Tabletten wieder abzusetzen.
    - Persönliches Fazit: Für die Überbrückung eines schwierigen Zeitraums können die Medikamente ein Segen sein, ABER sie sind definitiv keine harmlose "Psychoaspirin" und man sollte sie IMHO keinesfalls länger als ca. 2 Jahre lang einnehmen, so dass der Körper die Umstellung zurück noch schafft.


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  2. Sehr gute Beschreibung von Depressionen. Bei mir dauerte es auch lange, einzuordnen, was mit mir los ist. Ich habe gekämpft, die richtigen Hilfen zu bekommen. Doch ich habe vieles gefunden, was mir gut getan hat. Und mein Antidepressiva werd ich auch noch los. Ich hoffe sehr, das das Verständnis zunimmt, das in einer Episode das Denken, Fühlen und Handeln stark eingeschränkt sind. Und ein depressiver Mensch in solchen Momenten eine helfende Hand mit Verständnis, Freundlichkeit und Wertschätzung braucht und nicht unter Druck gesetzt wird. Denn der innerliche Druck ist bringt schon genug Leid mit sich.

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    1. Ja, auf die Schnelle ist bei Depressionen leider nichts zu machen. Wofür viele Menschen, auch Betroffene, offenbar noch immer nicht das rechte Verständnis haben, ist die Tatsache, dass die Depression eine wirklich schwere Erkrankung ist, die für einen nicht unerheblichen Teil tödlich endet. Es dauert viele Jahre, viele Jahre der Belastung und der latenten Überforderung, bevor sie sich zeigt. Vieles hat sich bis dahin schon manifestiert. Da braucht es Geduld und Annahme, Verständnis und Liebe, für sich selbst, für die Krankheit oder für den Angehörigen, falls man nicht selbst betroffen ist...

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