Gewichtszunahme wegen Antidepressiva - Ratgeber Depression

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Gewichtszunahme wegen Antidepressiva

Gewichtszunahme bei Antidepressiva Mit zu den größten Befürchtungen beim Thema Antidepressiva gehört neben der Angst, abhängig zu werden, die Angst vor einer Gewichtszunahme infolge der Einnahme dieser psychotropen Medikamente. Und in der Tat wird auch auf so manchem Beipackzettel die Möglichkeit einer Gewichtsveränderung in Betracht gezogen. Sowohl eine Gewichstzunahme als auch eine Gewichtsabnahme zählen bei vielen Antidepressiva zu den ausgewiesenen Nebenwirkungen. Dass das Betroffene aber nicht davon abhalten sollte, etwas für die Stabilisierung ihrer Stimmung zu tun und welche Möglichkeiten es gibt, solche ungewollten Nebenwirkungen zu umgehen, soll Inhalt des nachfolgenden Beitrages sein.


Vorteile von Antidepressiva


Viele von uns Depressiven nehmen sie. Die meisten tun das notgedrungen und würden lieber heute als morgen auf die tägliche Einnahme den Hirnstoffwechsel verändernder Präparate verzichten. Es geht um Antidepressiva - die Zauberwaffe aller Psychiater und das rote Tuch vieler Psychologen. Alles hat immer seine zwei Seiten. Antidepressiva wirken in der Regel gut, hat man erst einmal das richtige Präparat gefunden. Hier bedarf es allerdings mitunter einiger Geduld des Patienten. Bei mir war es das Vierte in der Liste aller Antidepressiva. Manche Depressive geben auch irgend wann auf, geben vielleicht zu schnell auf, weil es noch bessere Möglichkeiten für sie gäbe. Doch wer kann das einem Depressiven verdenken? Dieses Verhalten ist ja bedauerlicher Weise Teil seiner Krankheit. Aber ist erstmal ein geeignetes Antidepressivum gefunden worden, geht es den Menschen in der Regel deutlich besser. Antidepressiva heilen zwar nicht die seelischen Verletzungen aus, die irgend wann einmal ursächlich für die Denk- und Gefühlsmuster eines Depressiven waren, aber sie verbessern die Signalübertragung im Gehirn, machen den Betroffenen erlebnisfähiger, geben ihm die Fähigkeit zurück, Freude zu empfinden. Antidepressiva helfen den Menschen, aus ihren emotionalen Erdlöchern heraus zu kommen und vermindern die Gefahr, dort erneut hinein zu rutschen. Antidepressiva stabilisieren den sonst von Gefühlsschwankungen bestimmten Alltag von an Depressionen erkrankter Menschen und machen sie oft überhaupt erst therapiefähig. Eine Psychotherapie, welcher Art auch immer, ist kein Spaziergang, sondern wenn sie ernst genommen wird, ein hartes Stück Arbeit. Das setzt eine gewisse Belastbarkeit und Stabilität voraus, sonst kann es leicht passieren, dass die Patienten sich überfordert fühlen und es ihnen dann schlechter geht als zuvor. Ein Therapieabbruch ist meist die Folge und damit ist schließlich niemandem gedient.


Nebenwirkungen von Antidepressiva


Die andere Seite der Medaille ist aber, dass Antidepressiva leider auch unerwünschte Nebenwirkungen haben, die toleriert werden müssen. Gerade auch diese Nebenwirkungen führen dazu, dass diese Medikamente wieder abgesetzt werden. Interessanter Weise haben sich bei mir bestimmte Nebenwirkungen immer sofort eingestellt und blieben auch bis zum Schluss erhalten, unabhängig von der Dosierung des Medikaments. Mein erstes Präparat hieß Remergil. Remergil erzeugte bei mir eine starke Müdigkeit und ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Aus diesem Grunde nahm ich es immer abends ein. Aber ich schlief mehr als 12 Stunden täglich und war immer noch müde. Ich hatte das Gefühl, gar nicht mehr zu leben. Wenn auch die antidepressive Wirkung durchaus gut war, bat ich meinen Arzt, den Wirkstoff herunter zu dosieren. Und so fuhren wir das Präparat von anfangs 60 mg über 30 mg bis auf 15 mg herunter. Bei 15 mg hatte Remergil bei mir keine therapeutische Wirkung mehr, aber die Nebenwirkungen waren immer noch zu 100% da. So entschloss ich mich zum ersten Wechsel meiner Medikation.


Nimmt man von Antidepressiva zu?


Den meisten Antidepressiva und auch sonstigen Psychopharmaka wird nachgesagt, dass sie zu einer Gewichtszunahme führen. Aus eigenem Erleben und Beobachtungen während meiner Gruppentherapien kann ich das durchaus bestätigen. Es war erschreckend, in welch kurzer Zeit manch einer an Gewicht zunahm. Und wir reden hier nicht von zwei oder drei Kilogramm. Kleine zierliche Persönchen legten locker 10, 20 oder mehr Kilo zu. Für den einen oder anderen war das dann auch wieder ein Anlass, das Präparat zu wechseln und erneut in die Falle zu tappen. Ich kann nur jedem raten, bei seinem Medikament zu bleiben, wenn es gut wirkt und die Gewichtszunahme das einzige Problem ist. Es ist schon schwer genug, aus der Fülle gängiger Psychopharmaka überhaupt ein Medikament zu finden, das die Stimmung hebt und nicht selten muss man sich eben diese Wirkung mit unerwünschten Nebenwirkungen erkaufen. Bei Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit oder Schwindel ist das schon wieder eine andere Sache. Hier wird die Lebensqualität des Betroffenen doch stark eingeschränkt, ohne dass er die Möglichkeit zur Kompensation hat. Aber im Falle der Gewichtszunahme kann man etwas tun. Antidepressiva haben neben ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung oft auch einen sedierenden, also beruhigenden Einfluss. Durch diese Dämpfung, so kann ich mir vorstellen, laufen viele Prozesse verlangsamt ab. Der Grundumsatz fällt - die Essgewohnheiten werden aber beibehalten. Die logische Folge ist, dass der Patient zunimmt. Man kann nicht von winzigen Tabletten 10 kg im Jahr oder mehr an Gewicht zunehmen. Man kann nur zunehmen, wenn man mehr Energie aufnimmt, als man aktuell verbraucht. Das ist eine ganz einfache Rechnung. Ergo habe ich auch zwei Schrauben, an denen ich drehen kann: Entweder ich verbrauche mehr Energie oder ich führe weniger zu. Da bietet sich auf der einen Seite der Sport an. Sport, wie überhaupt jede Art von Bewegung verschafft dem Depressiven in vielerlei Hinsicht Vorteile. Sport hebt das Selbstwertgefühl und verbessert das Körpergefühl. Sport, besonders die Ausdauersportarten, sind zudem geeignet, den Serotoninspiegel anzuheben, ein Hormon und Neurotransmitter, das dafür sorgt, dass wir Glück empfinden können. Sport wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und verbessert sogar nachweislich die kognitiven Fähigkeiten (Denkleistungen). Sport ist ein echter Jungbrunnen. Dennoch, und da fasse ich mich an die eigene Nase, ist Sport nicht jedermanns Sache. Und wenn das so ist, wird Sport schnell zu Belastung, zu Quälerei. Ein Versuch sollte es aber auf jeden Fall Wert sein. Und wenn es Spaß macht - ja super!


Ernährungsumstellung hilft bei Gewichtszunahme durch Antidepressiva


Kommen wir zur anderen Seite, der Energiezufuhr. Auch hier können wir eine Menge verändern und für unser Leben verbessern. Bei der Ernährung geht es nämlich nicht nur um Energiezufuhr. Ernährung, vor allem gesunde Ernährung ist viel mehr. Jeder frage sich an dieser Stelle einmal ehrlich, ob er sich denn gesund und abwechslungsreich ernähre. Verzichtest du weitestgehend auf vielfach verarbeitete Lebensmittel, hast du einen hohen Frischkostanteil auf dem täglichen Speiseplan und gehst du sparsam mit Zucker und Auszugsmehlen (auch in verarbeiteter Form) um? Ich für meinen Teil nahm unter Antidepressiva bis zu 25 kg zu. Glaub mir, das war nicht mehr schön. Bei der Marke von 105 habe ich dann die Reißleine gezogen. Anfangs dachte ich, ich nähme zu, weil es mir seelisch besser geht. Schließlich hatte ich ja in Krisen auch immer abgenommen. Als mein Gewicht weiter stieg, glaubte ich, es sei wohl normal, wenn man älter wird. Und so fand und erfand ich immer wieder Ausreden für mich in der Hoffnung, das aktuelle Gewicht sein nun endlich auch mein Endgewicht. Aber dem war nicht so. Es schien überhaupt gar kein Endgewicht zu geben. Als mir dies klar wurde, ergriff mich die Panik. Ich schnappte mir mein Auto und fuhr in den Supermarkt, steuerte den Obst- und Gemüsestand an und kaufte ein, kaufte reichlich ein. Mir war klar, weniger zu essen, würde ich auf Dauer nicht durchhalten, also entschloss ich mich, anders zu essen. Es gibt leckere Obst- und auch einige Gemüsesorten, die sich wunderbar frisch verzehren lassen. Äpfel, Birnen, Bananen und Co. sind meiner Meinung nach bestens geeignet, den kleinen Hunger zwíschendurch zu überbrücken. Aber vor allen Dingen sind leckere Obstsorten abends vor dem Fernseher eine gesunde Alternative zu Schokis und Knabbereien. Eine gesunde und vitalstoffreiche Ernährung, also eine Ernährung mit hohem Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststoffanteil tut nicht nur meinem Körper, sondern auch meiner Seele gut. Auf diese Weise bin ich gut zu mir, ich respektiere meinen Körper und seine Bedürfnisse. Ich wertschätze mich. Und das tut mir doppelt gut. Anfangs dachte ich, dass ich mir das teure Obst nicht leisten könne. Dadurch aber, dass ich nun weitestgehend auf Süßigkeiten verzichte, spare ich unterm Strich sogar noch und muss auch die teuren Weintrauben nicht im Regal liegen lassen. Zugegeben, der Verzicht auf Süßes kostet mich etwas, aber ich habe es so entschieden. Ich hätte mich ja auch den Sport wählen können. Das Verzehren von frischem Obst und Gemüse allerdings kostet mich nichts - es macht mir Freude und bringt mir Genuss.

Wenn du am Thema Gesunde Ernährung interessiert und womöglich entschlossen bist, deine Ernährung umzustellen, erzähle ich dir in einem anderen Blog, wie das gehen kann. Ich hatte mich in einen 12 -wöchigen Abnehmkurs eingeschrieben, eine Art Coaching, und gelang auf diese Weise zu bemerkenswerten Erkenntnissen. Es ist nie zu spät, sich etwas Gutes zu tun und Spaß machen kann das Ganze sogar auch noch. Für mehr Informationen folge bitte diesem Link: Gesunde Ernährung - Gesund abnehmen.

Quellen zu Gewichtszunahme und Depression
Foto: clipdealer.de






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