Depression Selbsthilfe - 8 einfache Tipps - Ratgeber Depression

Informationen und Tipps für Depressive und Angehörige - Die Depression im Blog - Von Erfahrenen lernen - Eine Seite gegen die Scham für eine Erkrankung, die nichts mit Schwäche zu tun hat - Ein Votum für die gesellschaftliche Akzeptanz einer Krankheit, die längst schon ein Teil der Gesellschaft geworden ist - Ein Versuch, Antworten zu finden auf die Frage: Was ist Depression?

Depression Selbsthilfe - 8 einfache Tipps

Depression Selbsthilfe Selbsthilfe bei Depression? Was kann ich selbst gegen die Depression tun? Das ist die wichtigste Frage, wenn es um diese Gemütserkrankung geht. Denn eigentlich kann nur ich selbst etwas tun. Nur ich selbst kann mich im Grunde aus der Depression heraus arbeiten. Antidepressiva allein reichen da nicht aus. Sie unterstützen zwar den Prozess der Heilung, aber Wunder können sie leider auch nicht vollbringen. Natürlich geht es am Anfang nicht ohne Hilfe von außen, aber das ist doch bei den meisten Krankheiten so und vermutlich auch nur deshalb, weil wir verlernt haben, die Signale unseres Körpers recht zu deuten.



Hilfe zur Selbsthilfe 


Mit der Einsicht fängt alles an. Ich muss annehmen können, dass die Depression von mir Besitz ergriffen hat. Wer nicht wahr haben will, dass er Hilfe braucht, dem ist nicht zu helfen. Das  gilt so auch uneingeschränkt für die Selbsthilfe und deshalb beginnt alles mit dieser so wichtigen Einsicht. Zuerst muss ich begreifen, dass nur ich für mich verantwortlich bin und ich muss mich selbst ein Stück weit mehr in den Mittelpunkt meines Lebens stellen. Wenn du jetzt befürchtest, zum Egoisten mutieren zu müssen, kann ich dich beruhigen. Ich hatte ähnliche Ängste. Aber darum geht es hier nicht, sondern es geht um eine gesunde Selbstliebe und Eigenverantwortung. So eine Art Egoismus ist für jeden Menschen lebensnotwendig. Schau dir kleine Kinder an. Die werden damit geboren.


Hilfe annehmen


Mute dir nicht zu viel zu! Lass auch andere einmal etwas für dich tun! Sorge für ausreichend Schlaf und für Zeiten, wo einmal nichts anliegt. Lege die Verantwortung für andere Menschen ab, denn du hast jetzt mit dir selbst genug zu tun. Vermeide Situationen der Überforderung. Bedenke, dass du selbst entscheidest, was du tust oder lässt und dass du mit dafür verantwortlich bist, wenn du dich überforderst.


In Bewegung bleiben


Bewege dich regelmäßig! Ohne Bewegung entkommst du den Krallen der Schwermut kaum. Wenn du dich körperlich wenig bewegst, wird auch dein Geist in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein. Finde eine Sportart, die dir Freude bereitet und übe sie, wenn möglich, regelmäßig aus! Vielleicht ist Joggen etwas für dich? Ich habe früher nie Sport getrieben und bin erst durch die Depression zum Joggen gekommen. Aber Vorsicht, nicht gleich zum Marathonläufer werden wollen, so wie ich! Marathon ist ein Extremsport! Wenn dir Joggen zu viel ist, geh spazieren, aber in straffem Tempo. Arbeite dich mindestens einmal wöchentlich richtig aus, so dass du ins Schwitzen kommst. Das kann beim Joggen sein oder beim Holz hacken oder im Fitnessstudio. Egal wo, Hauptsache der Kreislauf kommt einmal richtig in Schwung. Du wirst erleben, dass du dich hinter her deutlich besser fühlst. Ich mache seit einigen Jahren auch aus diesem Grund mein Brennholz für den Winter selbst im Wald. Dabei kann ich mich nach allen Regeln der Kunst ordentlich ausarbeiten.


Belohnung


Tue dir etwas Gutes! Geh mal wieder ins Kino oder in den Zoo! Mach einen Ausflug an einen schönen Ort und genieße die Natur! Belohne dich, wenn du etwas geschafft hast mit einer Kleinigkeit. Bei mir ist das dann meistens ein Stück Kuchen vom Bäcker. Es ist gut, sich zu belohnen, denn dann bist du beim nächsten Mal gleich etwas motivierter.


Achtsamkeit üben


Bemerke die Anzeichen. Die Psychologen nennen das Achtsamkeit. Wenn Sich Schusseligkeiten häufen oder Selbstverletzungen, dann ist das ein sicheres Zeichen, dass du dir zu viel aufgebürdet hast. Wenn du aggressiv und gereizt bist, ist das ebenfalls ein Anzeichen für eine drohende Krise. Sorge für ausreichend Pausen und Entspannung. Und lass eher einmal einen Termin oder eine selbst gestellte Aufgabe weg. Nichts ist so wichtig, wie deine Gesundheit und die fängt mit deinem Wohlbefinden an. Nimm deine Depression nicht auf die leichte Schulter!


Depression Selbsthilfe Forum


Austausch ist so wichtig. Vielfach fühlst du dich allein gelassen von der Welt, unverstanden und ungewollt. Du reagierst mit Rückzug und verstärkst dieses Gefühl dann noch. Mit anderen Betroffen über das eigenen Befinden in einen Austausch zu kommen, kann helfen, dass du dich verstanden und nicht mehr so allein fühlst. Ein Forum Depression ist ein ausgezeichneter Ort für so einen Austausch von Gedanken und Gefühlen.
Auch eine Selbsthilfegruppe kann hier sehr gute Dienste leisten. Das ist ein Ort, wo man von Haus aus mit mehr Verständnis auf dich reagieren kann, als das anderswo der Fall ist. Ich habe selbst gute Erfahrungen mit einer Selbsthilfegruppe für Depressive gemacht. Die Teilnahme an derlei Gruppentreffen wird öffentlich gefördert ist ist daher in der Regel kostenlos. Auch in deiner Nähe gibt es ein solche Gruppe. Näheres dazu erfährst du über weiter oben stehendem Link oder auch in diesem Beitrag über Selbsthilfe bei Depression


Die liebe Sonne


Geh in die Sonne, wann immer du die Gelegenheit dazu hast! Sonnenschein hat bei allen Menschen eine, die Stimmung aufhellende, Wirkung. Ich gehe immer in die Sonne, wenn sie scheint. Dann lasse ich auch mal etwas anderes liegen. Und ich habe festgestellt, dass sie über das Jahr verteilt, gar nicht so oft am Himmel lacht. Also lass die liebe Sonne nicht ungenutzt scheinen und geh raus, so oft du kannst. Den Effekt der Sonne macht sich auch die so genannte Lichttherapie zu Nutze. Hierbei wird der Patient einer sehr starken Lichtquelle ausgesetzt. Ich selbst habe Lichttherapie noch nicht ausprobiert, kann mir aber vorstellen, dass es gut hilft.


Den Vater/die Mutter gehen lassen


Es nie zu spät, seine innere Einstellung zu ändern. Ich war mein Leben lang darauf aus, wie "man" zu sein hat. Ich wollte immer so sein, wie ich glaubte, dass Andere mich haben wollten. Das ist übrigens auch typisch für Menschen, die später an Depressionen erkranken. Ich wollte gefallen wie ein Hund seinem Herrchen gefallen will. Aber im übertragenen Sinn, tiefenpsychologisch betrachtet, wollte ich nur meinem Vater gefallen, wollte dass er stolz auf seinen Sohn ist. Das habe ich wohl so sehr verinnerlicht, dass es in alle Lebensbereiche hinein wirkte. Ich lief ihm hinterher auf der Suche nach Anerkennung und Liebe und begriff nicht, dass er dazu gar nicht imstande war. Viel zu sehr war er mit sich selbst beschäftigt. Es hat einiger Psychotherapien und viel an Selbstreflexion gebraucht, bis ich zu dieser bitteren Erkenntnis vorstoßen konnte. Mein Vater mochte mich nicht. Ich war ihm zu wenig männlich, nicht sportlich, konnte nicht singen, war ungeschickt, "ein steifer Bock" Ich war ihm zu weich, wie er es nannte. Einmal sagte er zu mir, dass ich eigentlich ganz anders werden sollte, aber der frühe Tod meiner Mutter habe das aus mir gemacht. Mag sein. Ich bin immer noch nicht fertig mit dem Thema Vater, aber zumindest laufe ich seiner Liebe und Anerkennung nicht mehr nach. Dieses Hamsterrad konnte ich glücklicherweise verlassen. Das war ein Meilenstein im Kampf gegen meine Depression.


Selbstannahme


Wichtig für das eigene Ego ist, dass man sich selbst kennen lernt. Das hört sich leicht an, ist es aber überhaupt nicht. Lerne dich kennen und lerne dich mögen, denn du bist einzigartig! So oder ähnlich würde ich meine Empfehlung beschreiben. Und höre auf damit, jemand anderes sein zu wollen. Denn für den einen Menschen sollst du so sein und für den anderen ganz anders. Was du da versuchst, kommt der Quadratur des Kreises gleich. Das kann man nicht schaffen und quasi "muss" man da ja Depressionen bekommen. Sei einfach du selbst, sonst nichts! Denn damit bist du schon einmalig und bewundernswert.
Ich habe mich immer schnell kritisiert gefühlt und bin dann sofort zur Rechtfertigung übergangen. Ich weiß noch, als meine heutige Frau einmal zu mir sagte, ich wäre ja eitel, wie mich das verletzt hat. Ich und eitel? Wie konnte sie so etwas über mich sagen. Heute kann ich mit einem Schmunzeln auf mich sehen und JA, ich bin auch etwas eitel. Na und? Aggression und aggressives Verhalten waren auch etwas, dass ich an mir nicht haben wollte und deshalb nicht sehen konnte. Aber Aggressionen sind auch zu etwas gut, wenn man sie richtig einsetzt. Hingegen kann man Aggressionen nicht kontrollieren, die man ja gar nicht hat. Was ich damit sagen will ist, man muss sich annehmen, wie man ist, dann werden es auch andere tun. Ein Selbstwertgefühl, dass nur von außen gespeist wird, ist zu anfällig. Also mache dich auf den Weg zu dir selbst und lerne dich kennen. Die guten und die schlechten Seiten gleichermaßen, denn jeder Mensch hat beides. Du wirst dich wundern, was es alles zu entdecken gibt. Und sag Ja zu dir und deinen Depressionen. Denn was man nicht sehen will, kann man nicht ändern. Depressionen sind aus meiner Sicht zwar eine Einbahnstraße, aber wie steil und holperig diese Straße ist, dass kannst du mit beeinflussen. Und ob du die Straße der Depressionen auf dem Bauch liegend hinauf rutscht oder dich auch mal ein Stück tragen lassen kannst, auch das entscheidest du selbst.
Noch mehr Anregungen und Tipps bei Depressionen findest du hier: Tipps Depressionen

Quellen zu Depression Selbsthilfe
Foto: Stefan Bayer / pixelio.de
Selbsthilfe Depression








Kommentare:

  1. Danke!Sehr hilfreich!!

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  2. Sehr guter Artikel Danke, mach mehr davon

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  3. DANKE; jetzt weiß ich, dass ich wirklich an depressionen erkrankt bin. und das schon sein vielen jahren -- bislang konnte ich irgendwie damit umgehen, da niemand zu mir meinte "ich kenn das, ich weiß wie du dich gerade fühlst".. Dies hat ein guter Freund, den ich noch nicht so lange kenne zu mir wären einer Panikartacke verbunden mit einem Heulkrampf gesagt. Seiddem versuche ich irgendwie mich selbstzu therapieren, ob mir das gelingt oder ob ich irgendwann zum psychologen gehen werde, werde ich irgendwann noch sehen.

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  4. Hallo Anonym vom 14.04.16, 10:50,
    letztlich kannst nur du selbst dich heilen, ob du nun zu einem Therapeuten gehst oder nicht. Heilen musst du dich selbst. Ein guter Therapeut kann dir dabei lediglich behilflich sein. Ich habe ganz verschiedene Erfahrungen mit ganz verschiedenen Therapeuten gemacht und das war auch gut so. Ich würde mich immer wieder um eine Psychotherapie bemühen, wenn ich den Eindruck hätte, ich stünde mir selbst im Wege. Danke für deinen Kommentar und alles Gute für dich! Benno

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