Realitätsverlust durch Depression - Im falschen Film - Ratgeber Depression

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Realitätsverlust durch Depression - Im falschen Film

Realitätsverlust Depression Realitätsverlust wird zumeist den Psychosen zugeschrieben, ist in Wirklichkeit aber ein Merkmal vieler psychischer Krankheiten. So kann er auch durch erlittene Traumata, Schock sowie Drogen- oder Alkoholkonsum hervor gerufen werden. Der Begriff beschreibt den geistigen Zustand eines Menschen, der nicht mehr in der Lage ist, die Situation, in der er sich befindet, so wahr zu nehmen, wie die Mehrzahl seiner Mitmenschen dies tun würde.  Auch die Depression wird vielfach von einem Realitätsverlust begleitet, zumindest zeitweise. Was passiert da mit uns und welche Möglichkeiten bestehen, hieran etwas zu ändern?


Realitätsverlust Definition 


An die Depression selbst habe ich mich irgendwie schon gewöhnt und komme einigermaßen gut damit klar. Trotz alledem stelle ich mir oft die Frage: Depression okay, aber was soll ich tun bei Realitätsverlust und Gefühlschaos? Depressionen sind wie viele andere psychische Krankheiten unter anderem gekennzeichnet von einem Gefühlswirrwarr, zu viel Gefühl, zu wenig Gefühl, gar kein Gefühl. Es gibt selten ein gutes Maß. Viel zu schnell gerät alles außer Kontrolle und ich fühle mich von Gott und der Welt verlassen. Ich kann meine Gefühle dann nicht mehr ordnen, bin schlichtweg mit mir selbst überfordert und weiß quasi nicht ein noch aus. Das macht es für mich dann auch schwierig, in Kontakt zu bleiben. Ich verliere den Kontakt zu mir selbst und damit auch den Kontakt zu anderen Menschen. Ich verliere den Kontakt zur Realität - ich erleide einen Realitätsverlust. Ich fühle mich fremd, bin mir selbst fremd.


Realitätsverlust Bedeutung


Als Depressiver weiß ich, was Realitätsverlust bedeutet, was es heißt, sich im falschen Film zu befinden. Ich realisiere die Wirklichkeit plötzlich tatsächlich nicht mehr. Es sind vielmehr alte Gefühle und Verletzungen, die in mir aufsteigen und den Anschein erwecken, als würden sie durch die aktuelle Situation hervor gerufen sein. Ich kann das dann nicht wirklich mehr differenzieren. Für mich sind meine Gefühle in dem Moment höchst aktuell. Es ist meine Wirklichkeit, meine Wahrheit. Ich fühle es so, also ist es auch jetzt so und der Grund, für das was ich fühle, muss demzufolge auch jetzt da sein. Und so steuere ich während des Realitätsverlusts quasi im Blindflug auf eine selbst herbei gerufene Katastrophe zu. Ich bin im falschen Film. Ich habe den Bezug zur Realität verloren. Es ist wie das Muster einer Traumatisierung. Unverarbeitete Gefühle brechen da plötzlich auf, suchen sich eine Gelegenheit, anzudocken. Weil aber Ursache und Wirkung zeitlich nicht in einem nachvollziehbaren Zusammenhang stehen, kann es keine Verarbeitung geben. Eine neue Verletzung ist in der Regel die Folge. Ich fühle mich unverstanden, ungeliebt und missachtet. Ich fühle mich allein gelassen und ausgestoßen. Ich befinde mich während dieses realitätsfernen Zustandes außerhalb jeglicher Rationaliät und doch ist alles, was ich erlebe, für mich so sehr real, wie es realer nicht sein könnte.


Realitätsverlust - Was tun?


Realitätsverlust - mir passiert das regelmäßig. Dann überwältigen mich meine Gefühle so stark, dass ich gar nichts mehr fühlen kann. Ein Gefühl der Leere stellt sich ein. Zum Glück passiert so ein Chaos nicht täglich, aber leider doch immer wieder. Ich verstehe dann nicht, dass mich niemand versteht. Ich nehme nur wahr, dass mich niemand versteht. Ich bekomme auch keinen Zusammenhang zu den eigentlichen Verletzungen. Ich gelange nicht in die Tiefe. Alles spielt sich dann nur an der Oberfläche ab, aber da tobt der Kampf umso heftiger, ein Kampf auf Leben und Tod. Es geht um mein Leben, um mein Überleben. Ich verteidige mich aus Leibeskräften, als sei es ein letztes Aufbäumen gegen eine riesige Armada von Vernichtern. Ich gebe alle, ohne jedoch überhaupt angegriffen worden zu sein. Niemand wollte mir etwas böses, aber das registriere ich nicht. Ich fahre meine gesamte Armee auf, Panzer, Geschütze, Flugzeuge. Und ich bin drauf und dran, auch die Atombombe einzusetzen. Wenn der "Anfall" vorbei ist, verstehe ich nicht, was gerade passiert war. Der kleine Auslöser meiner großen Gefühle ist wieder zu dem geworden, was er eigentlich ist - ein kleiner Auslöser, unbedeutend, lächerlich, nicht der Rede wert. Ich verstehe nicht, wie es zu so einer großen Reaktion kommen konnte. Ich bin wieder in der realen Welt angekommen. Wie soll jemand damit damit klar kommen können? Ich komme damit nicht klar. Wie sollen meine Angehörigen damit klar kommen oder Menschen, denen ich begegne? Ich halte diesen Realitätsverlust mit für den Hauptgrund, warum es mir schwer fällt, ja vielleicht sogar unmöglich ist, eine stabile Beziehung zu führen.
Der Realitätsverlust ist zwar nicht das Schlimmste an der Depression, aber es ist der Punkt, an dem mir deutlich wird, wie schwer es ist, mit einem Depressiven zusammen zu leben. Abgesehen davon gibt es ja noch die Phasen, während dieser ich in mir selbst versinke und für niemanden erreichbar bin. Ich glaube, ich komme da allein nicht weiter und denke jetzt ernsthaft über eine neue Psychotherapie nach. Es sind immer wieder dieselben Muster. Ich stehe mir während der Phasen meiner Abwesenheit selbst im Weg. Es schadet mir und es schadet den Menschen, die mir nahe stehen, die mich begleiten durch meine Depression. Ich muss jetzt etwas tun. Ich möchte im hier und jetzt leben und die Dämonen endlich hinter mir lassen. Ich möchte frei sein von den alten Plagegeistern. Ich möchte die Menschen wieder verstehen können, aber vor allem möchte ich mich selbst verstehen. Auf den zeitweisen Realitätsverlust könnte ich getrost verzichten.


Realitätsverlust Test


Jetzt wäre es vielleicht hilfreich, wenn es da so einen Onlinetest auf Realitätsverlust im Internet gebe. Ich beantworte ein paar Fragen und weiß am Ende, ob ich unter Realitätsverlust leide oder nicht. Aber so einfach ist das Problem dann doch nicht. Ein Indiz für deinen zeitweisen Realitätsverlust ist vermutlich schon, dass du jetzt hier auf dieser Seite unterwegs bist. Du spürst es intuitiv, wenn deine Welt nicht mit der deiner Mitmenschen übereinstimmt, am ehesten spürst du dies bei deinem Partner. Die Verständigung wird schwieriger, ein Verstehen oft unmöglich. Die Menschen um dich herum nehmen die Welt und vor allem auch dich anders wahr, als du selbst dazu in der Lage bist. Dies dürfte wohl das wichtigste Indiz sein. Dass es einen Realitätsverlust-Test gibt, ist mir bislang leider nicht bekannt.


Realitätsverlust durch Depression - Nachtrag


Aus der geplanten Psychotherapie ist leider nichts geworden. Wieder einmal war ich schneller getrennt, als mir lieb war. Getrennt - zusammen - getrennt -zusammen - so geht das jetzt seit Jahren. Nun bin  ich wieder allein und mir fehlt völlig die Motivation, an meiner Beziehungsfähigkeit zu arbeiten. Warum auch? Die Frau, die ich liebte, kann nicht mit mir leben. Bin ich nun verdammt dazu, allein zu sein? Das wohl nicht, aber scheinbar habe ich es vorerst so entschieden. Andere Frauen interessieren mich nicht. Ich hatte mein Herz verschenkt und ich habe es noch nicht wieder zurück fordern können. Und mein Realitätsverlust? Wen stört es? Solange ich allein lebe, gibt es kein Problem. Es stehen ja keine Realitäten im Widerspruch. Ich lebe in meiner Realität - einen Realitätsverlust würde ich vermutlich nicht einmal mehr bemerken...

Quellen zu Realitätsverlust und Depression
Begriff Realitätsverlust: Wikipedia
Foto: pixabay.com






Kommentare:

  1. depression und der kampf der gefühle... das was du da beschreibst kenne ich ganz genau :( als ich das gelesen habe, habe ich angefangen zu weinen, weil du meinen "wunden punkt" getroffen hast und ich nicht glauben konnte dass es jemanden gibt der das genau so empfindet wie ich!

    man sagt ja, dass die meisten leute die depressionen bakommen sehr sensibel sind gegenüber ihren mitmenschen... aber wenn es um uns selbst geht sind wir knallhart. ich denke das wir uns deswegen aus selbst "hochschaukeln" und die realität (den kleinen auslöser) aus den augen verlieren.

    ich habe es leidder nicht "so gut" wie du - ich bin noch in der ausbildung und möchte diese nicht abbrechen, da ich angst davor habe ohne was da zu stehen. ich habe angst! angst davor zu versagen. angst davor nicht gut genug zu sein. davor das die die ich liebe sich von mir abwenden. angst vor der einsamkeit. ich bin erst 24 jahre alt... warum zur hölle mache ich mir selbst das leben so schwer?

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  2. Hallo du,
    es macht mich betroffen, zu lesen, wie schlecht es dir geht, vor allem, wie viele Ängste dich plagen. Ich kenne all diese Ängste nur zu gut und weiß, wie sehr sie einen beherrschen können. Du bist noch so jung und irgendwie schon am Ende. Doch gibt es mit Sicherheit auch für dich einen Ausweg. Aus deiner Schilderung lese ich, dass es u.a. um Verlustangst geht, also die Angst nicht allein sein zu können und um mangelnde Anerkennung. Das war bei mir auch so, doch konnte ich diese beiden Lasten erfolgreich umwandeln. Das ging sogar ohne Psychotherapie. Es ist deine Lebensgeschichte, die dich zu diesem Verhalten geführt hat. Es ist kein Schicksal und auch kein Fluch. Du selbst kannst es ändern. Lerne dich kennen und sage JA zu dir, auch zu den Seiten, die du nicht an dir haben willst. Sag in Gänze Ja zu dir, zu deinen Stärken, aber auch zu deinen dunklen Seiten, Zu deinem Körper und deinem Aussehen, zu deinen Gefühlen... Sag ja zu allem, was ist, auch zu deiner Depression. Das ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist: Liebe dich selbst aus tiefstem Herzen! All die Liebe, die du dir jetzt noch von außen holen musst, kannst du dir selbst geben. Probier es aus, sie wird dich erfüllen und reich machen. Der dritte Schritt wäre dann die Vergebung: Vergib all denen, die nicht gut zu dir waren. Vergib ihnen und lass dann Vergangenheit Vergangen sein.
    In diesem Zusammenhang sollte dir folgende Posts weiter helfen:
    http://www.depressionen-blog-depression.com/2013/07/selbstfindung-und-depression.html

    http://www.depressionen-blog-depression.com/2013/07/gluck-oder-manie-depression-und.html

    http://www.depressionen-blog-depression.com/2013/07/liebe-nachstenliebe-und-depression.html

    http://www.depressionen-blog-depression.com/2013/08/vergebung-als-weg-aus-der-depression.html

    Alles Gute für dich!

    Liebe Grüße Frank

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  3. ich kenn das leider auch. Und ich habe bis jetzt auch immer gedacht, dass ich nicht normal bin und mich keiner verstehen kann oder wird. Nur, was ivh moch andauernd Frage warum ich das habe?? Ich bin derzeit in Behandlung, da ich mit Stress nicht nicht richtig umgehen kann und sich das sofort auf mein Körper negativ äußert. Ich hatte deswegen schon ein Magengeschwür. Und das bereitet mir wirklich Angst. Zu sehen wie mein Körper darauf regiert. Manchmal wird mir urplötzlich übel für eine Minute. Aber nicht vom Magen sondern vom Kopf her. Und jetzt habe ich seid Tagen totales Gefühlschaos. Ich bin Zuhause oder sonst wo, da tauchen urplötzlich Gefühle auf verbunden mit kurzen Erinnerungen. Das stört mich wirklich sehr weil ich es nicht abstellen kann. Ich trau mich aucvh mit keinen zu reden aus Angst, dass sie mich für beklopt halten. Ich weiß echt nicht mehr weiter...

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    1. Ich werde versuchen, dir das mit meinem Laienwissen zu erklären. Die Gefühle, die manchmal so heftig in dir auftauchen, sind Gefühle von früher, Gefühle die du verdrängt hast, Gefühle die vielleicht so heftig waren, dass du sie nicht zugelassen hast. Diese Gefühle rumoren in dir und wollen angenommen werden. Sie wollen gefühlt werden, erst dann können sie gehen. Sie machen mit aller Kraft auf sich aufmerksam, bis hin zu körperlichen Symptomen. Vermutlich hast du deinen Ärger immer herunter geschluckt oder deine Wut nicht zugelassen, hast dich immer kontrolliert. Ich empfehle dir, dich in einer Therapie einmal diesen unterdrückten Gefühlen liebevoll zu zuwenden. Das wird dir gut tun, glaube mir. Das kann richtig befreiend für dich werden. Ablenkung, Betäubung, Arbeit, Leistung, all dies greift nur kurz und hilft nicht wirklich. Nimm dir mal ein Auszeit und tue dir selbst etwas Gutes! Du wirst es nicht bereuen! Ohne therapeutische Hilfe, wäre ich heute niemals da, wo ich nun stehe. Es gibt Hilfe für dich, aber die Entscheidung dafür musst du selbst treffen und zwar aus tiefstem Herzen.

      Gute Besserung für dich!

      Liebe Grüße

      Benno

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  4. Es ist schon echt verrückt wie andere Menschen ihre Gefühle schildern und ich manchmal zu 95% genau das selbe erlebe. Ich bin 24 Jahre alt, arbeite in einer Bar, habe mehrere Studiengänge abgebrochen, und habe meine Freundin verloren... Sie hatte irgendwann keine Kraft mehr mich aufzubauen.
    Ich habe meine Probleme immer weggekifft. Aber als ich mit dem Kiffen aufgehört habe brachen auf einmal soviele Gefühle aus mir raus.. es war die Hölle und ist es heute noch. Es geht um Verluste, Verlustängste (Scheidungskind), Vertrauensbrüche (ich wurde in einer früheren Beziehung betrogen), Versagensängste, selbstzerstörerische Triebe...manchmal werden die Gedanken auch richtig richtig gefährlich und machen mir Angst. Ich glaube manchmal ich habe mir selbst noch nichts angetan weil ich das meinen Eltern und Freunden nicht antun könnte denn Sie lieben mich wirklich, ich weiß das und der Gedanke daran Sie zu verletzen macht mich krank.
    Allerdings fühle ich mich einfach so oft missverstanden, ich bekomme zwar immer sehr viel Zuspruch und Mut, jedoch will mein Kopf davon nichts aufnehmen und annehmen. Es ist verrückt, wenn man Leute fragen würde wie sich mich sehen käme da nur positives bei raus. Ich bin für die Leute ein Komiker, guter Freund, Seelentröster und war auch in meinen Beziehungen immer ein sehr guter Freund und wurde über alles geliebt. Aber unter dieser Oberfläche liegt eine verwüstete trostlose Welt zu der nur ich allein den Zugang hab und immer reingezogen werde wenn mal was nicht läuft oder ich einfach abends allein bin.

    Irgendwann hab ich den Schritt zu einem Neurologen gewagt. Ich muss sagen ich war mehr als enttäuscht da dieser mich begrüßte und dann meinte "na dann erzählen sie mal". Ich habe 20 Minuten Zeit bekommen meine Situation zu erklären. Der Arzt hat die ganze Zeit mitgeschrieben, genickt, gelegentlich eine kurze belanglose Frage gestellt die ich nicht übermäßig genial fand und mir dann Antidepressiva verschrieben. Ich dachte das sei ein Witz...

    Ich bin daraufhin wieder zu meiner Hausärztin, welche auch Psychotherapeutin ist. Diese sagte mir im Vorfeld ich solle eben jenen Neurologen aufsuchen und danach wieder zu ihr kommen und könne dann bei ihr in Therapie gehen. Als ich wiederkam sagte Sie nur "Ich habe auf einmal doch keine Kapazitäten mehr, suchen Sie sich bitte einen anderen Arzt". Es war schwer genug mich der ganzen Thematik überhaupt einmal zu öffnen, zu akzeptieren, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist, habe diese Ärztin gefunden der ich vertraut habe und von der ich zwischenmenschlich sehr viel gehalten habe....und würde wieder enttäuscht. Jetzt hab ich das ganze Thema wieder schleifen lassen und hab mein Vertrauen in die Ärztelandschaft verloren....

    Es gibt Zeiten (Tage, Wochen) an denen merke ich von meinen Depressionen auch absolut nichts... aber dann holen Sie mich wieder ein und werden von mal zu mal schlimmer....es ist dann einfach schrecklich....ich wäre gern ganz normal. Schule, Ausbildung, Beruf, Frau, Kind, Friede Freude Eierkuchen....aber ich stehe mir selbst im weg und habe jegliche Liebe für mich verloren. Manchmal sind es sogar schon Formen von Selbsthass.

    ich weiß grad selbst nicht warum ich diesen Kommentar hier schreibe aber irgendwie musste es mal raus..

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  5. Da bist du nicht allein mit deinen Problemen. So wie dir geht es vielen Depressiven. Du hast das Vertrauen in dich und die Welt verloren. Du fühlst dich unverstanden, aber kannst du selbst dich denn verstehen? Ich denke, nein. Wie aber sollen dich andere Menschen verstehen können, wenn du dich selbst nicht verstehen kannst? Hinzu kommt, dass du sehr empfindsam bist und so leicht manche Situation heftiger empfindest, als andere Menschen. Das alles macht es schwierig, in der Welt zurecht zu kommen. Ein Psychotherapie wäre hier schon eine gute Idee. Mit Hilfe einer Therapie lernst du dich selbst besser kennen und bekommst alternative Möglichkeiten, schwierige Situationen in deinem Leben zu bewältigen. Das kannst du dir natürlich auch alles selbst beibringen, aber das ist ungleich schwerer. Du bist ein reflektierter Mensch - eine Therapie würde dir sehr von Nutzen sein.

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  6. Oh man, ich kann mich da echt gut wiederfinden. Nur hätte ich es nicht derartig gut beschreiben können mit dem Realitätsverlust.
    Ich denke momentan auch darüber nach, ob ich tatsächlich an Depressionen leide. Wenn ich aber mit jemandem darüber rede, glaubt mir das keiner oder bezeichnet es als Faulheit und dass man sich zusammenreißen soll, dann würde das schon klappen. Man nimmt mich einfach nicht ernst und zieht es ins Lächerliche. Aber wie soll man sich denn zusammenreißen, wenn man das Gefühl hat, als fühlt man überhaupt nichts? So geht es mir tag-täglich und das schon ziemlich lange. Kein Job auf langer Sicht, keine Akzeptanz und das wie unsichtbar fühlen im Alltag - das sind so die groben Auslöser + Vergangenheit.
    Auf viele Vorwürfe, die man mir macht, kann ich nicht mal gezielt antworten und "keine Ahnung" wurde somit mit der Zeit zu meiner Standartantwort. Das reizt mein Umfeld sehr und niemand kann mein sonderbares und gleichgültiges Verhalten verstehen oder nachvollziehen. Mir fehlt es vollkommen an Tatendrang.
    An vielen Tagen sitze ich da und empfinde nichts, bin kraftlos und antriebslos und nehme die Welt nicht so wirklich wahr. Die Sonne scheint zb und es ist mir egal, während andere sich darüber total freuen. Es ist, als bin ich eine Kamera, die einen Film aufnimmt, ohne dabei zu empfinden. Ich habe keine Ziele und keine Sorgen in so einem "betäubten" Moment/Phase, alles ist mir egal. Ich könnte den ganzen Tag im Bett liegen und an die Decke oder in den Fernseher/Pc starren. Wenn jemand zu mir nach Hause zu Besuch kommt, freue ich mich nur sehr gering, das liegt aber nicht an der Person, es könnte irgendeine sein. In einem Raum zu sein mit einer Person ist nahezu unmöglich auf Dauer, ich fühle mich dann irgendwann eingeengt und neige zu Stimmungsschwankungen. In einem Moment ist zb alles in Ordnung, im nächsten will ich die Person ohne Grund am liebsten umbringen/verscheuchen oder selbst wegrennen. Innerlich spüre ich dann eine Art Wut und Reiz. Im nächsten Moment ist aber alles wieder ok, doch passiert es hin und wieder, dass ich kurz verbal ausfallend werde. Warum weiß ich nicht, ich habe einfach diese innerliche Reizbarkeit. Da reicht eine falsche Bewegung und ich lasse irgendwas los. Selbes gilt bei körperlicher Nähe. Eine Umarmung ist kein Problem, aber alles darüber hinaus löst wieder diesen Reiz aus. Ich will Nähe, aber im selben Moment auch nicht. Das ist aber eher neu, zuvor war das auch kein Thema. Diese Reizbarkeit kommt nicht direkt oder ist andauernd da, sondern es braucht ein wenig, ein paar Stunden mit einer Person sind kein Thema, 2 Tage dagegen die Hölle. Durch sowas hat man mich schon häufig als verrückt abgestempelt. Und eins kann man mir glauben, ich war nicht immer so. Ich war mal "normal". An einigen Tagen geht es mir dann aber etwas "besser", ich neige an ganz seltenen Tagen dann auch zu sowas wie einer Art guten Laune. Das hält etwa 3 Tage bis eine Woche, danach werde ich langsam weinerlich, mache mir Vorwürfe, platze regelrecht vor negativen Gefühlen und anschließend fühle ich wieder rein gar nichts. Das ist so der reguläre Kreislauf, den ich habe. Häufig genieße ich die Einsamkeit regelrecht, da ich dann niemanden mit meiner sonderbaren Gleichgültigkeit und den Stimmungsschwankungen verletzen kann. Ich isoliere mich richtig. Mir ist aufgefallen, dass ich wirklich nur noch eine sehr beschränkte Gefühlswelt habe, früher waren positive Gefühle kein Thema für mich. Ich weiss gar nicht, wie ichs 100% gut beschreiben könnte, aber eventuell reicht das ja, um mir eine Richtung zu geben. Das größte Problem ist, dass einige Leute mir sagen, dass wenn ich zu einem Psychologen gehe, er mich zupumpt mit Medikamenten und ich zu einem abhängigen Zombie werden würde. Das hält mich davon ab, zu einem zu gehen.

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  7. Hallo,
    was du hier eindrücklich beschreibst, das ist aus meiner Sicht mindestens eine handfeste Depression. Ich vermute aber, dass noch mehr dahinter steckt. Mal abgesehen von den Ratschlägen "deiner" Leute kann ich dir nur dringend ans Herz legen, dir Hilfe zu holen. Du bist es, die das alles aushalten muss und du bist auch die Person, die entscheidet, was gut für dich ist. Vermutlich wirst du tatsächlich Antidepressiva bekommen, aber das heißt doch nicht, dass das per se schlecht ist. Tausende Menschen nehmen sie täglich ein und ermöglichen sich dadurch ein relativ normales Leben. Tabletten könne dich nicht heilen, aber sie können deinen Alltag erträglicher, ja schöner machen. Obwohl ich grundsätzlich kein Fan von Medikamenten bin - hier mache ich eine Ausnahme. Wie ein Zombie läuft mit Antidepressiva niemand herum. Diese Mittel beeinträchtigen nicht die Motorik. Solche Nebenwirkungen kennt man eher von starken Neuroleptika, also Medikamenten bei Psychosen. Damit hast du aber nichts zu tun.Auch machen Antidepressiva nicht abhängig - definitiv nicht - kein einziger Vertreter! Die moderne Therapie der Depression setzt auf eine Kombination von Antidepressiva und Pschotherapie. Ich habe es ausprobiert. Mir tat es gut. Ich provitiere heute noch davon. Heute gehe ich alleine weiter, ohne Psychotherapie, aber meiner Antidepressiva nehme ich noch täglich.
    Ein Nähe-Distanz-Problem habe ich auch. Viele psychisch Kranke haben das. Ich vermute, immer dann wenn wir mit uns selbst überfordert sind, sind wir es auch mit unseren Mitmenschen.
    Ich würde mich freuen, wenn du dich entschließen könntest, dir Hilfe zu organisieren. Erwarte nicht zuviel am Anfang, denke in kleinen Schritten. Die Seele geht zu Fuß, womöglich dauert es Jahre. Aber eines ist doch sicher: Von allein geht die Depression nicht wieder weg. Jeder Mensch hat das Recht auf ein gutes Leben und jeder Mensch bekommt auch die Chance dazu. Ergreif sie, jetzt! Du kannst dich nur verbessern. Zu verlieren hast du, denke ich, nichts mehr. Liebe Grüße Benno

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  8. Hallo.. ich habe es gelesen und denke.. wow! ..ja, ich kenne diese Realitätsverluste, man bekommt nicht mit wie verletzend man gegenüber Menschen sein kann, die einem alles bedeuten.. weil man mit sich selbst nicht im Einklang ist. Wenn man wieder bei Sinne ist und bemerkt was man angerichtet hat, steht man vor dem nächsten Problem, man kann diesen Konflikt nicht antreten, sei es aus Angst, selbst verletzt zu werden, od. aus Scham od. Gleichgültigkeit. Man ist nicht in der Lage den Konflikt zu lösen, weil man auch mit Kritik nicht umgehen kann. Somit steht wieder ein ungelöstes Problem im Leben,dass man verdrängt. Man beginnt zu grübeln und obwohl man Angst vor dem Verlust hat, nimmt man lieber die Verlustsangst in kauf als sich dem Problem zu stellen.
    Ich leide seit 14 Jahren unter Depressionen und auch manische Störungen..habe in der Zeit immer wieder andere ANtidepressiva bekommen, weil sie mit der Zeit nicht mehr gewirkt haben. Ich habe jetzt ein Antidepressivum das ich einige Jahre nehme und bin auf Höchstdosis gestellt...also so viel zum Thema Medikamente

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    1. Vielen Dank für deinen Beitrag! Ja so wie dir, geht es vielen Depressiven, mir auch. Irgendwie wissen wir, dass wir unsere Liebsten verletzen und ihnen die letzte Kraft rauben, aber was wir auch tun, wir sehen uns nicht imstande, dies zu ändern. Das ist ein äußerst bedauerlicher Umstand, weil dann doch oftmals eine Trennung unausweichlich scheint und so der vielleicht letzte Halt im Leben auch noch verloren geht. Ich wünschte, ich wüsste da einen Ausweg. Liebe Grüße Benno

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    2. Hallo Benno, danke für diesen Artikel! Du beschreibst wirklich sehr gut, wie sich so eine Situation anfühlt, in der man die Realität nicht realistisch erlebt und erst hinterher merkt, dass das empfundene Gefühl im Verhältnis zum tatsächlichen Auslöser viel zu heftig war. Es tut gut, es so klar formuliert zu lesen, was ich kenne, aber nicht richtig in Worte fassen konnte.

      Ich fand die Therapeutische Frage "Woher kennen Sie dieses Gefühl/ Verhaltensmuster?" sehr hilfreich, denn da kam in mir hoch, dass diese extremen Gefühle bei früheren Anlässen geboren wurden, bei denen es tatsächlich "angemessen" war, dass ich mich so schlimm fühlte. Ein Elternteil geht für immer weg und drückt Abscheu und Verachtung aus IST so schlimm. Totale Ablehnung. Der Partner ist verschlossen und kann gerade nicht kommunizieren ist NICHT so schlimm. Aber gefühlt eine Wiederholung dieser totalen Ablehnung, es fühlt sich in dem Moment genauso schlimm an erzeugt die gleiche Angst und die gleichen Gefühle verlassen zu werden, verlassen zu SEIN.

      Ich weiß nicht, ob das nur auf mich zutrifft, aber ich habe unter dem Begriff "Realitätsverlust" etwas anderes verstanden. So wie ich es auch immer im allgemeinen Sprachgebrauch/Medien mitbekommen habe, wird damit eher beschrieben, dass eine Person kein realistisches Bild hat von der Welt insgesamt und der eigenen Position in ihr hat, so was wie Verfolgungswahn oder Allmachtsvorstellungen oder auch in abgeschwächter Form. (Ich verwende diese Begriffe jetzt hier nicht als Fachbegriffe, denn ich maße mir nicht an etwas darüber zu wissen, wie es ist, wenn man sie als Diagnose hat.) Zumindest glaube ich, dass man bei der Allgemeinheit wirklich für potentiell nicht zurechnungsfähig oder zumindest für nicht ernstzunehmen gehalten werden kann, wenn man von sich sagt, man leide unter Realitätsverlust. Es scheint mir so, dass die Leute eben allgemein damit eher verbinden, dass auf der KOGNITIVEN Ebene der Realitätsbezug gestört ist.
      Der seelische Zustand, den du so gut beschreibst und den ich und offensichtlich viele andere von sich kennen, findet aus meiner Sicht aber gar nicht auf der kognitiven Ebene statt, sondern auf der emotionalen. Ich SEHE die Realität nicht anders als sie ist, aber sie FÜHLT SICH für mich existenzbedrohlich an, obwohl sie es nicht ist.

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  9. (2/2)
    Meine Depressionen sind jetzt schon seit 16 Jahren ärztlich festgestellt, zu existieren haben sie aber wahrscheinlich schon viel früher angefangen. In den 16 Jahren habe ich mich so viel mit ihnen beschäftigt und immer wieder Therapien gemacht, dass ich inzwischen es teilweise erkennen kann, wenn ich mich in so einer Situation befinde, wo ich ein katastrophales Gefühl von früher erlebe und durchlebe in einem vergleichsweise harmlosen Anlass von jetzt. Wenn ich es erkannt habe, können meine Emotionen sich der Erkenntnis des Verstandes zwar nicht anschließen, aber es hilft mir doch ein bisschen zu wissen: Ich FÜHLE mich so schlimm, aber es IST nicht so schlimm, jetzt muss ich irgendwie durch das Gefühl durch. Wie gesagt, es hilft eben auch nur ein bisschen.

    In meiner jetzigen Therapie wird zum ersten Mal der Körper und die reine Empfindungsebene als wichtiger Ansatzpunkt genommen (das Reden auf der kogn. Ebene natürlich auch). Die rationale Ebene hilft mir zwar, indem ich Zusammenhänge und damit mich selber besser verstehe und dann auch nachsichtiger auf meine selbstzerhackenden Gefühle reagieren kann, aber in die richtigen Tiefen der Emotionen kommt der Verstand nicht. Er kann über Gefühle nur denken, aber er kann sie nicht fühlen oder ent-fühlen. Es ist nur ziemlich schwer, diesen ständig ratternden Kumpel "Hirn" mal auf Pause zu schalten. ;)

    Ich muss auch sagen, ich bin ziemlich sicher, dass ich meine rationale Ebene als Ressource gar nicht nutzen könnte, wenn ich NICHT Medikamente nehmen würde und zwar jetzt auch die, die am besten zu mir "passen". Bevor ich die Medikamente nahm, also bevor der Arzt die D. diagnostizierte, hatte ich die Welt um mich herum und auch mich selbst wirklich fast nur noch übersteigt negativ empfunden. So sehr, dass ich selbst an den schönsten und wertvollsten Sachen in meinem Leben nicht mehr erkennen konnte, was an denen auch nur irgendwo positiv sein soll. Ich bin an der Entscheidung Butter oder Margarine zu kaufen wortwörtlich zusammengebrochen, weil sie sich unfassbar folgenschwer anfühlte und ich mich überfordert fühlte mit der Verantwortung, die diese Entscheidung (in meiner Wahrnehmung) erforderte. Aus jetziger Sicht sehe ich diesen Zustand, den ich damals hatte, als wirklich um sich greifenden Realitätsverlust an. Seit den Tabletten bin ich in so einen Zustand nicht mehr gekommen, aber Tendenzen gab es in manchen Bereichen schon.

    Diese zeitlich begrenzten, sehr auf die aktuelle Situation konzentrierten Realitätsverluste hingegen werden mich wahrscheinlich noch länger begleiten. Ich übe, damit umzugehen und ihnen zu begegnen. Immer wieder am Tag innezuhalten und in den eigenen Körper reinspüren hilft mir wirklich sehr gut, das hätte ich mal früher kennenlernen sollen. ;) Naja, alles kommt zu der Zeit, zu der es eben kommen muss.

    Ich freue mich, dass auf deiner Seite und mit deinen Beiträgen so viele erleben, dass sie mit ihren "komischen" Gefühlswelten nicht allein sind und schon gar nicht verrückt. Mir tut es auch gut, das hier alles schreiben zu können und zu wissen, dass es an diesem Ort verstanden wird und als etwas, das man kennt und wegen dem man nicht Angst haben muss, sich als Mensch mit Depressionen zu erkennen zu geben, weil man dann für minderfähig u.ä. gehalten wird. Ich habe sogar das Gefühl, dass es gerade ein Stück therapeutisch gewirkt hat, diesen Beitrag jetzt zu schreiben. :)

    Liebe Grüße!
    P.S. ich bin übrigens w, 46 J. ;)

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    1. Hallo Augenstern, da bin ich mir auch ziemlich sicher, dass dein Schreiben in dir therapeutische Wirkung hatte. Jeder hat andere Ressourcen und auch Vorlieben, sich auszudrücken, aber Ausdruck ist gerade in der Depression so immens wichtig. Ich finde es gut, dass du den Mut hattest und dir auch die Zeit nahmst, so eine Innenschau hier einmal in Worte zu fassen. Ich bin mir sicher, dass du damit nicht nur dir selbst, sondern auch vielen anderen Menschen hilfst, die sich in einer ähnlichen Lage befinden. Meiner Erfahrung nach bleibt die Depression solange lebensbestimmend, wie sie bekämpft wird. Seit ich meine Depression annehmen konnte, ist sie zwar nicht verschwunden, aber der mit ihr verbundene Leidensdruck. Ich habe mein Leben geändert, in vielen Punkten, und kann inzwischen wieder zufrieden auf die Welt und mich selbst schauen. Dahin zu kommen wünsche ich auch dir und allen, die das hier gerade lesen! Die Depression ist keine Einbahnstraße. Die Depression ist eine Botschaft... Lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar und gute Besserung! Herzlichst Benno

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  10. Der Realitätsverlust ergibt sich aus der Tatsache, das das was du liebst, die vorherrschende Idee ist. Das was du liebst ist nicht mehr da. Das ist eine unabänderliche Tatsache.
    Deine Reaktion ist, durch an das Vergange an zu denken, sich der Illusion zu ergeben, das Verlorene sei doch nicht ganz verloren,...denn in deiner Erinnerung lebt es ja weiter. Das ist in gewisser Weise ein Mechanismus, sich vor dem Verlust zu schützen, oder ihn nicht als so ganz tragisch wahrzunehmen.

    Ich kenne das.
    Man geht durch seine Wohung, ist aber gar nicht richtig in der Reaität. D.h man sieht gar nicht so recht, was da vor sich geht. Ist der Abwasch gemacht, das Bett bezogen, der Kleiderschrank aufgeräumt? Vermutlich nicht
    Denn das, was wichtger ist, nämlich die verloren Person, behrrscht ja dein Denken!
    Immerhin können wir an diesem Mechanismus erkennen, was uns wirklich wichtig ist im Leben. Positiv ausgedrückt. Negativ ausgedrückt wird das, wonach du dich sehnst, auf diese Weise nicht wieder in dein Leben treten.
    Finde dich damit ab, das es vorbei ist.
    Das ist schwer.
    Sehr schwer.
    Einige Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, und das ist fast jeder Mensch, ( du bist also nicht allein) schreiben lange Bücher über solche Erfahrungen. ZB Murakami mit dem sehr anrührenden Buch "Naokos Lächeln".
    Nicht jeder kann so ein Buch schreiben, aber Verluste haben die Eigenschaft uns die Möglickeit zu geben, unser Leben zu reflektieren, und uns essentielle Fragen zu stellen. Es gibt kaum was in der gelebten Wirklichkeit, das diese Eigenschaft hat.
    Vielleicht erleben wir deshalb diese Dinge: um aus unserer stumpfsinnigen Bequemlickeit, und unserem Materialismus aufgeweckt zu werden?!
    Ich glaube, das Leben hält für jeden von uns je nach Veranlagung und Charakter ganz verschiede "Wecker" in der Hinterhand.Dem Geld-und Machtsüchtigen nimmt es vielleicht einen grossen Gewinn an der Börse, oder treibt ihn in einen finaziellen Crahs. Dem Liebessüchtigen verunmöglicht es, eine befriedigende Beziehung, so dass er sich die Frage stellen muss: Ist meine Forderung an das Leben überhaut abolut zu sehen, oder stellt das Leben vielleicht auch ganz andere Aufgaben, Forderungen an mich. Und wenn ja, Welche?

    Mein Vorschlag wäre, lies mal Einiges über Beziehungen: es gibt da sagenhaft viel Literatur. Oder suche in der Literatur nach vergleichbaren Beispielen?! Auch Goethe hat schon mit den "Leiden des jungen Werther eine Liebestragödie beschrieben/ verarbeitet: nämlcih seine eigene Beziehung zu Lotte....

    ich denke es ist so: wir können das geliebte Wesen nicht wiederbekommen. Das ist so. Unser Bewusstsein will diese Tatsache nicht akzteptieren und versucht gewissermassen duch Gedankenarbeit ( Grübelei, Phantasien) die Verbindung aufrechtzuerhalten. Das ist eine Illusion. Ich glaube, das Kunststück besteht darin, sich erneut auf die Realität einzulassen, obwohl sie lange nicht so schön und rosig ist, wie vor längerer Zeit.
    man muss es TROTZDEM TUN.
    Das Probelm dabei; niemand bewegt sich gern von einem sehr hohen Niveau auf ein viel Niedriges. Man möchte gern die Vorstlellung behalten, das das Leben immer schöner,und besser wird. Stimmts?

    Mein vroschlag. Atkzetiere dein zurezeit sehr niediges Lebensiveau! Tu es.
    In Dale Caregies Buch" Sorge dich nicht, lebe", steh genau DAS:
    AKTZEPTIERE UNABÄnDERLCIHE TATSACHEN.

    Zumindest bei mir habe ich festgestellt, das ein Gefühl von Depression viel mit Ohnmacht zu tun hat.
    Wenn du lange und oft über Sachen nachdenkst, für die es ablsout keine Lösung gibt, fühlst du dich nicht nur traurig, sondern auch ohnmmächtig und depressiv.

    Zum Abschluss. Wenn du mal sehr verliebt warst, WEISST DU doch ,das du lieben kannst. Liebe ist nicht an EINEN Menschen gebunden. Ich weiss nicht, wie viele Millarden Menschen zur Zeit den Planeten bevölkern, aber allein die Tatasche, DAS es so ist, müsste dir eigentlich die Chance geben, einen anderen Menschen zu treffen, mit dem du dich verstehst?

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  11. P.S: mir ist noch was eingefallen.
    Auf "youtube" findet sich ein gutes Video, wie man sein Depression überwindet. Der Autor hat es so dargestellt (nachdem er massenhaft Selbsthilfeliteratur verschlungen hat) das du TROTZ deiner negavtiven Gefühle weitermachst und versuchst neue Ziele zu erreichen. Deine Gefühle werden eine Zeitlang die gleichen bleiben, aber mit der Zeit werden sie durch die veränderten Umstände auch verändert. Musik, ein MP3 Player kann helfen, depressive Gefühle durch andere zu ersetzen. Wie kaum ein anderes Medium kann Musik dich in andere Gefühlsbereiche katapultieren. Das kann helfen.
    Ich höre in so einem Fall auch ganz gern sehr aggressive und harte Musik. Das sagt mir, das auch andere so fühlen, und ihrem Frust ggfls auch Hass ihren Lauf lassen.
    Es ist okay zu hassen. Starke Liebesverluste setzen eben manchmal auch dieses sehr destruktive Gefühl frei. Man sollte sich nur nicht darin verlieren...
    Zuguterletzt: JEDER macht diesen Lernprozess durch. Er erweitert unser Blickfeld. Mich haben soclhe Erfahrungen zur Religion gebracht. Andere bringt er vielleicht ins Ausland oder an die Börse, oder, oder, oder.

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  12. Hallo,

    Ich bin ein 16 Jahre alter Junge, wohne in einer Jugenhilfeinrichtung (Kinderheim) und kann das was du sagst vollkommen nachvollziehen.
    Ich habe seid ich 8 Jahre alt bin eine starke reaktive depression, und war deshalb auch 1 Jahr Stationär in einer Klinik in Psychatricher behandlung, die leider erfolglos war. Da ich seid letztem Jahr angefangen habe Drogen zu konsumieren (THC, MDMA, Amphetamin, Methampahetamin, LSD, Psylocibin Pilze) habe ich durch die erfahrung die depression stark zurückdrengen können, und fühlte mich wieder langzeitig viel besser. Bon dem Zeitpunkt an war ich clean, und habe 0%iges verlangen nach dem Konsum von Drogen.

    Kurz vor meiner Trennung von meiner Freundin, hat bei mir der zeitliche Realitätsverlust eingesetzt durch den Drogenkonsum, und dem sress.

    Ich habe oft Flashbacks von früheren Geschehen und meine denkweise hat sich komplett verändert. Ich weiss nicht wer ich bin... Ich weiss nicht warum ich bin... Nur das ich jetzt im Moment hier bin...

    Ausserdem wurde bei mir auch Asberger Authismus Diagnostiziert.

    Dazu MUSS ich aber sagen:
    Ich finde deine Beschreibung deiner jetzigen Lage so beeindruckend. Ich hätte es nicht besser formulieren koennen.

    Ich habe auch eine sehr verzerrte wahrnehmung was manche dinge betrifft...

    Lg,

    ANON

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    1. Hallo Anon, so eine Trennung kann eine starke seelische Belastung sein. Und oftmals ist es so, dass dann alter Schmerz aus fast vergessenen Zeiten wieder reaktiviert wird. In Drogen sehe ich keine Lösung, auch nicht zeitweise. Drogen führen dich auf den falschen Weg. Sie lösen keine Probleme, so wie es auch Alkohol nicht tut. Ich setze immer wieder auf die Macht guter Gespräche und guter sozialer Beziehungen. Hast du jemanden, mit dem du reden kannst? Liebe Grüße Benno

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  13. Hallo
    Ich wollte dazu auch mal was sagen denn ich kenne diese Gegühle sehr sehr gut und habe eine Deprssion seid ca. 1/5 Jahren und bin im Moment 12.Leider habe ich nicht nur eine Depression sondern auch eine emotionsstörung.Und das zusammen ist dann eben noch schlimmer.Bei mir ist es so das ich ca 2 Wochen garnichts mehr weiß also nicht weiß was ich tue,was ich sage usw. Nach diesen 2 Wochen weiß ich nichts mehr die Erinnerung ist einfach Weg.GANZ WEG.Da ich ja 12 bin hat das(glaub ich zumindest) schlimmere Auswirkungen weil ich mit Kritik auch nicht umgehen kann.Bei einer emotional Störung weint man so gut wie jeden oder jeden 2ten Tag.z.b. Wenn mir jemand sagt ,,du bist dumm"Gang ich an zu weinen und kann mich selber nicht wehren.Ich selber bin seid einem halben Jahr in Therapie und habe keine Medikamente.Selbsthass habe ich auch und eine Essstörung hatte ich in derzeit auch.Und irgendwie habe ich das Gefühl das mich keiner versteht,alle sagen immer ,,ja ich kenne das" dabei wissen sie garnichts davon....Ich kann einfach nicht mehr und bin am Ende.

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    1. Hallo OK, ich finde es schön, was du dir da für ein Pseudonym gewählt hast. Denn ja, du bist okay. Im Bereich der Psychopathologie gibt es die merkwürdigsten Einzelerkrankungen und Kombinationen daraus. Und niemand, der nicht schon selbst gleiches erlebt hat, kann wirklich nachvollziehen, was das im einzelnen bedeutet. Was du da beschreibst hört sich für mich nach einer dissoziativen Störung an. Wenn dem so ist, ist die gute Nachricht, dass sie recht gut behandelbar und selten chronisch ist. Ich finde es gut, dass du in Therapie bist. Hier wirst du Hilfe erfahren. Zugegeben, es braucht alles seine Zeit, aber unbehandelt ändert sich ganz oft gar nichts. Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht! Liebe Grüße Benno

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