F32.1 - Depressive Episode nach ICD-10 - Ratgeber Depression

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F32.1 - Depressive Episode nach ICD-10

f32.1g F32.1 - diese Diagnose ist keineswegs das Ende deines Weges, sondern eher als Anfang eines neuen zu sehen, eines besseren Weges. Was nun steckt hinter dieser Diagnose, wie fühlt sich das an und welche Perspektiven ergeben sich? Erst willst du womöglich nichts davon wissen, aber irgendwann bist du froh, dass du endlich eine Diagnose hast, dass du weißt, was mit dir los ist. Was sich zunächst wie eine hölzerne Zahl anfühlt, wird sich bald für dich mit Leben füllen. Du wirst lernen, was es bedeutet, mit dieser Diagnose zu leben und du wirst lernen, welche Möglichkeiten es gibt, dieses Leben angenehmer zu machen, als es bisher war. 


F32.1 Diagnose Depression


Viele Jahre lebe ich nun schon mit der Diagnose Depression F32.1, genau genommen mit der Diagnose F32.1g. Sie entstammt, wie auch die Codes anderer Krankheiten, dem internationalen Diagnoseklassifikationssystem der WHO, dem ICD-10. Die F3x.x Diagnosen sind hier für den Bereich der affektiven Störungen vorgesehen, zu denen auch meine Diagnose F32.1, die Depression zählt. Nach so langer Zeit mit dieser Diagnose möchte ich einmal inne halten und zurück schauen. Was hat sich verändert? Wie war es damals und wie ist es heute? Als ich das erste Mal nicht mehr leben wollte und später wieder bei klarem Verstand war, schwor ich mir, eine Hilfeseite für Betroffene und eben diese Diagnose F32.1 einzurichten. Denn genau diese Hilfe hätte ich damals gebraucht. Nicht die Hilfe eines professionellen Anbieters, denn der hat verständlicherweise eigene Interessen zu verfolgen, sondern die Hilfe eines Erfahrenen im Umgang mit Depressionen. Und nun ist die Zeit gekommen, mich endlich selbst des Themas F32.1 anzunehmen.


F32.1 Symptome


Unter den Symptomen der  mittelgradigen Episode nach ICD-10 treten insbesondere eine allgemein gedrückte Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität hervor. Die Fähigkeit zu Freude ist stark eingeschränkt, ebenso die Fähigkeit zu anderen Affekten (Gefühlen). Interesse und Konzentration sind deutlich beeinträchtigt. Der Schlaf ist meist gestört, was dann natürlich auch eine allgemeine Müdigkeit und Schlappheit zur Folge hat. Der Appetit ist vermindert. Es gibt immer eine Selbstwertproblematik. Schuldgefühle und Gedanken über die eigene Wertlosigkeit können ebenso dazu gehören wie auch eine deutliche psychomotorische Hemmung, (die Betroffen wirken verlangsamt), Agitiertheit (Unruhe, ungerichteter Bewegungsdrang), Appetitverlust, Gewichts- und auch Libidoverlust. Eine mittelgradige depressive Episode nach F32.1 beinhaltet wenigstens vier der genannten Symptome und dauert mindestens zwei Wochen.


F32.1g Mittelgradige depressive Episode


wie vor, jedoch macht der Buchstabe g kenntlich, dass die Diagnose als gesichert anzusehen ist. Die Depression F32.1, oft mit dem Burnout Syndrom in Zusammenhang gebracht, ist eine schwerwiegende Krankheit. Seit fünf Jahren setze ich mich mit dieser Diagnose auseinander. Rezidivierende mittelgradige depressive Episode F32.1g lautet sie in meinem Fall. Rezidivierend bedeutet wiederkehrend, also chronisch und das große G am Ende des Codes steht für eine gesicherte Diagnose. Inzwischen bin ich aufgrund meiner Depressionen erwerbsunfähig und lebe von einer Frührente, genau genommen von einer Erwerbsminderungsrente. Früher ernährte ich eine sechsköpfige Familie, aber auch die ist Opfer der kranken Seele geworden. Depressive Gedanken, Suizidalität, Angstzustände und die Unfähigkeit, mit Angst umzugehen, haben mich immer tiefer in die Krankheit mit dem ICD-Code F32.1 abrutschen lassen. Vermutlich ging das schon viele Jahre unbemerkt so. Den genauen Anfang kann ich nur vermuten. In der Rückschau meines Lebens war das belastendste Ereignis meine Inhaftierung durch die Staatssicherheit der DDR im Jahr 1988. Ich kam wegen meines Ausreiseantrages in den "Roten Ochsen" (Stasi-Haftanstalt) nach Halle in Einzelhaft und ich wusste nicht, was mit mir geschehen würde. Man hatte so Geschichten gehört, dass die Stasi unbequeme Mitbürger auch schon mal verschwinden ließ und es dann Unfall nannte. Nun bekamen diese Geschichten plötzlich eine sehr konkrete Bedeutung für mich. Zum Glück überlebte ich, so wie viele andere mit mir diese Zeit der Ungewissheit. Aber es hat Spuren in mein Leben gezeichnet, die noch heute zu sehen sind. Eine Spur hat einen Namen: F32.1g obwohl ich damals noch keine Ahnung davon hatte.


F32.1 - Erfahrungen


Seit ich mit der Diagnose F32.1 lebe, sehe ich vieles bewusster und klarer. Ich bin misstrauisch gegenüber anderen Menschen geworden und zurückhaltend. Ich habe große Schwierigkeiten damit, Menschen zu begegnen. Nach Möglichkeit vermeide ich das, so gut es geht. Ich bin heute zwar wieder verheiratet, aber ich musste Beziehung neu lernen. Und ich lerne immer noch. Es fällt mir schwer, mit Menschen in Kontakt zu treten, besonders wenn meine Stimmung nach unten tendiert.  Leider schaffe ich es nicht, auf Dauer mit meiner Partnerin zusammen zu leben. Aber ich wünsche mir von Herzen, dass dies eines Tages möglich sein wird. Ich bin in kritischen Phasen leicht reiz- und verletzbar und reagiere nicht selten aggressiv, bevor ich in eine Art Apathie verfalle. Das macht das Zusammenleben mit mir so schwierig. Meine Haut ist einfach zu dünn in dieser Zeit und ich bin zu leicht verletzbar. Auf eine gefühlte Verletzung folgt dann meist sofort eine aggressive Reaktion und später der Rückzug. Oder es folgt sofort der Rückzug, je nach Situation, Befinden und wie nahe mir diese Person steht. Nichts hat mein Leben so sehr verändert, wie die Diagnose Depression F32.1. Diese psychische Erkrankung ist manchmal wie Folter. Sie fängt harmlos an und nimmt sich immer mehr, schließlich den ganzen Menschen und dann auch noch die in seinem Umfeld. F32.1 verändert alles. Ich lebe heute zurück gezogen in einem abgelegenen Haus in der Nähe der Nordsee. Ich bekomme keinen Besuch und besuche niemanden. Das ist so, weil ich es so will, weil ich zu mehr durch die Depressionen nicht in der Lage bin.


F32.1 Behandlung


Anfangs glaubte ich, man könne psychische Krankheiten wie meine Depression F32.1g heilen. Wenn es doch eine Krankheit ist, dann müsse man sie auch weg machen können, glaubte ich. Einige Jahre war ich sehr fixiert darauf, diesen Makel, als den ich meine seelische Störung F32.1 empfand, wieder los zu werden. Und es folgten neue, heftige  Abstürze. Es ist eben keine emotionale Verstimmung, die man mit etwas Johanniskraut selbst in den Griff bekommt. Ich habe mich geschämt für die Diagnose F32.1, die Depression. Burnout gefiel mir da viel besser, steht es doch eher für Stärke als für Schwäche. Aber beim Burnout Syndrom handelt es sich im Gegensatz zur F32.1 nicht um eine Krankheit. Burnout gilt als ein Problem der Lebensbewältigung und ist gekennzeichnet durch eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der aufgrund mangelnder Belastbarkeit nicht bewältigt werden kann. Aus Sicht der Experten hat der Burnout nichts mit der Diagnose F32.1 zu tun, wenngleich ich das auch etwas differenzierter sehe. Die Depression F32.1 hingegen ist eine Krankheit, die leider immer noch unterschätzt wird. Meine Depression war so stark, dass ich nicht mehr weiter leben wollte. Erst als ich im Verlauf mehrerer Psychotherapien die Depression als etwas begriff, das zu mir gehört, wurde mein Leben stabiler. Heute glaube ich, dass man die F32.1 nicht vollkommen heilen kann, so wie man Alkoholkranke nicht heilen kann. Scheinbar passieren durch die F32.1g Veränderungen im Gehirn, die nicht so einfach rückführbar sind. Jedoch kann man den Leidensdruck infolge von Depressionen deutlich herunter fahren. Man kann seelische Störungen heute recht gut behandeln. Der wichtigste Faktor ist bei Depressionen  allerdings, dass man in der Lage ist, an sich selbst zu arbeiten.


F32.1 Rente


Seit Januar 2007 lebe ich nun wissentlich mit der Diagnose F32.1. Wann es wirklich anfing, kann ich nur vermuten, aber sicherlich schon weitere Jahre vorher. Ich würde sagen, der Tiefpunkt meiner Depressionen fällt mit dem Tag der Diagnosestellung zusammen. Seither geht es im Schneckentempo aufwärts. Ich habe Therapien gemacht, hatte Klinikaufenthalte, probierte verschiedene Psychopharmaka aus und kam irgendwann zu dem Entschluss, mir eine Auszeit zu nehmen. Ich beantragte Erwerbsunfähigkeitsrente. Das war die beste Entscheidung im Umgang mit der F32.1. Denn seither kann ich selbstbestimmt leben und es gelingt mir zunehmend besser, darauf zu achten, was für mich gut und weniger gut ist. Ich habe seit langer Zeit in meinem Leben mal wieder ausreichend Schlaf und teile mir meine Zeit so ein, dass es möglichst nicht zu Überforderungssituationen kommt. Meine Leistungsfähigkeit unter der F32.1 ist zwar eingeschränkt, da ich aber keinen Leistungsdruck verspüre, leide ich nicht unter dieser Tatsache, sondern kann es hin und wieder sogar genießen, nicht mehr leistungsfähig sein zu müssen. Ich glaube nach dieser langen Zeit der Krankheit F32.1 zwar nicht mehr an eine vollständige Genesung, aber dass muss auch gar nicht sein. Wenn es mir gelingt, mein Leben so weiter zu führen, wie ich es jetzt tue, dann will ich voll und ganz zufrieden sein. Im Großen und Ganzen gelingt es mir heute, mit der Diagnose F32.1 zu leben. Ich lenke und leite heute selbst und es ist bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr die Depression, die mich zerrt und schiebt und stößt. Ich sehe mich auf einem guten Weg. Natürlich gibt es auch Rückschläge, aber so lange die grobe Richtung stimmt, bin ich zuversichtlich und sehe eine positive Zukunft für mein Leben, auch mit einer F32.1 am Ärmel.

Quellen zu F32.1 - Diagnose Depression
Foto: Matthias Preisinger / pixelio.de








Kommentare:

  1. Bei der Beschreibung der Symptome und der damit einhergehenden Probleme habe ich mich absolut wiedergefunden. Es tut richtig gut, dass man nicht alleine ist mit diesen Schwierigkeiten. Von Menschen, die nicht betroffen sind, erfährt man ja selten Verständnis. Ich hoffe, eines Tages auch einen guten Weg zu finden und wünsch dir weiterhin alles Gute.

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    1. Ich kenne das fehlende Verständnis anderer.
      Besonders die eigene Familie kann das oft nicht ertragen und das ist echt schlimm.

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    2. Hallo, ich war gerade in einer Reha-Klinik wegen Depression.
      Bei der Entlassungs-Diagnosen (Kurzbrief),stehen die Code:

      F32.1 + F60.6 was bedeutet das für mich?

      Kann ich eventuell EM-Rente beantragen?.

      Für Hielfe wäre ich sehr Dankbar

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    3. oh Sorry meinte Hilfe :-)

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    4. Muß noch dazu sagen, das meine Krankheit bestimmt aus der Kindheit stammt. Ich gebe nur mal kurz grobe angaben.
      Meine beide Eltern sind zwischen 2006-2008 Verstorben, beide waren Kriegskinder. Mein Vater 1927, meine Mutter 1936 geboren. Meine Eltern verloren ihre ersten beide nach dem 1 Lebensjahr, mein Vater war Alkoholiker und meine Mutter versuchte die Familie einigermaßen in Stand zu halten. Ich möchte nicht so in die Tiefe gehen erstmal,darum erzähle ich nur Grob was in der Familie alle vorgefallen ist.

      Wären ursprünglich 10 Kinder gewesen, wie geschrieben die ersten 2 sind nach dem 1 Lenensjahr verstorben.

      Wenn dein Vater Alkoholiker ist, brauche ich bestimmt nicht erzählen was alles vorgefallen ist. Kurzfassung Häusliche Gewalt gegen eigene frau u Kinder, jedes wochenende Polizei im Haus usw. alles aufzuzählen wäre zu lange.
      Als wir 8 Kinder waren, brachte sich mein Älterste Bruder mit 48 Jahre um. 3 weitere Brüder folgten meinen Vater verfielten den Alkohol, Familien brachen auseinander und so weiter. 1 Schwester hat es geschafft alle Probleme zu überstehen bzw. vermute ich mal sie überspielt alles. Dann komme ich als 6 Kind ins Spiel, wollte nur den frieden zu Hause, und unterstützte meinen Vater indem ich ihm den Alkohol immer zu brachte. Weiter ins detai brauche ich nicht gehen,danach kommt meine 2 Schwester sie hat auch Depresionen,hatte sie das erstemal 2014 vor dem Tod gerettet. Vor meiner Reha die am 29.März begann sagte meine Schwester zu mir, sie müsse mir was beichten. Was kommen würde, hatte ich mir schon gedacht am 9Dez. 2015 unternahm sie den zweiten Versuch ihr Leben zu beenden. Mein jüngster Bruder, ist seit seinem 35 Lebensjahr in Rente. Warum das steht bestimmt auser Frage.

      Das ist so im groben meine Lebensgeschichte, wenn ich weiter ins detai gehen würde könnte ich einen traurigen Roman draus schreiben.

      Für meine Rechtschreibfehler möchte ich mich im vorraus schon mal Entschuldigen.

      Wie es weitergeht weiß ich im moment noch nicht so recht, aber tedenz geht zur Rente.
      Hoffe ich schaffe das, ins Arbeitsleben möchte ich eigentlich nicht mehr zurück.

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    5. Hallo Anonym vom 09.05.17, 20:25,
      dir wurden hier eine Mittelgradige Depression und eine Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Ich verstehe, dass du müde bist, vielleicht sogar des Lebens müde. Und ich verstehe, dass du die Rente für dich beantragen möchtest. Grundsätzlich ist das möglich. Vorher wird natürlich geschaut, ob deine Arbeitsfähigkeit unter Umständen wieder herstellbar ist. Das ist immer das erste Anliegen der Rentenkasse. Als ersten Schritt würde ich dir empfehlen, einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen. Du findest dazu auch einen Beitrag hier im Blog. Benutze bitte die Suchfunktion! Alles Gute für dich! Liebe Grüße Benno

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  2. Das wünsche ich dir auch von Herzen!
    Liebe Grüße

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  3. Vielen herzlichen Dank für Deinen Blog hier, er ist Goldwert!!! Bin eigentlich nur durch Deine Arbeit auf meine eigene Situation aufmerksam geworden, weil mir so vieles, was Du beschrieben hast, selber sehr vertraut ist.
    Heute habe ich von einem kompetenten Psychiater die Diagnose schwere endogene Depression erhalten und bin eigentlich erleichtert, nach Jahren des sich selbst beschimpfens (weil man ja nicht so funktioniert, wie es von einem erwartet wird) nun ganz klar aufgezeigt bekommen zu haben, dass ich selber da nicht Schuld dran bin. Es liegt bei uns in der Familie (die Oma war auch depressiv, doch früher gab da niemand was drum und sie wurde eben als "Dauernörglerin" abgestempelt - auch von mir, leider).
    Hatte GdB (Grad der Behinderung) bereits vor einiger Zeit eingereicht, weil ich einen Burnout beruflich bedingt hatte und noch immer darunter zu leiden hatte (wie ich dachte- nun weiß ich jedoch, dass der Zusammenbruch eigentlich vorprogrammiert war und bin erstaunt, wie lange ich das überhaupt durchgehalten hatte...;). Der erste Antrag wurde abgelehnt, was zu erwarten war. Ich habe schon Widerspruch eingereicht und habe nun auch eine hoffentlich ausreichende Begründung, so dass es für 50% ausreichen wird - ich kann, will und werde mich nicht mehr dem Arbeitssklavenmarkt zur Verfügung stellen! Ich bin froh und glücklich, wenn ich meinen Haushalt mit Hund und Ehemann einigermaßen über die Bühne bringe.
    Jetzt habe ich die Medikation Moclobemid (eine Tbl. morgens für den Anfang) bekommen, bin aber sehr skeptisch, ob ich das überhaupt machen soll. Ich habe schon mehrere Erfahrungsberichte gelesen, aber ehrlich gesagt würde ich lieber weiter ohne Medis auskommen. Ich neheme allerdings in extremen Phasen der Schlaflosigkeit Oxzepam (Adumbran), aber das mache ich so, dass keine Abhängigkeit entsteht.
    Kann man auch weiterhin ohne Psychopharmaka auskommen (ich bin nicht suizidal)? Ich kam ja bis Dato auch so klar - mein Hauptproblem ist eben im Arbeitsleben nicht klar zu kommen. Wäre sehr danbar über Hinweise - falls das hier schon irgendwo beschrieben wurde, so bitte ich um Nachsicht, habe noch nicht jedes Thema ausführlich durchgelesen.

    Viele Grüße,
    Stella

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    1. Hallo Stella,
      ich freue mich für dich, dass du nach Jahren des Leidens nun den ersten entscheidenden Schritt tun konntest und dir Hilfe geholt hast. Das du keine Tabletten nehmen magst, verstehe ich. Mir geht es ebenso. Dennoch kann ich auf die bunten Dinger nicht verzichten. Ich habe es einige Mal versucht und bin jedesmal wieder abgestürzt. Ich glaube nicht, dass du mit einer schweren Depression ohne Antidepressiva auskommst, aber vielleicht melden sich ja noch Leser, die etwas anderes zu berichten habe. Ob du das Moclobemid letztlich nimmst oder nicht, entscheidest du selbst. Ich würde das Thema nochmal mit deinem Arzt besprechen und das für und wieder abwägen.
      Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass es dir bald besser geht!

      Benno

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  4. Da kann ich ,leider, mitreden.
    Bin zur zeit Au geschrieben,hatte vor 2 Jahren schon lange Arbeitsunfähigkeit, 6 Wochen Reha, Psychotherapie usw.. Habe sehr guten Neurologen,aber Es befällt mich immer wieder. Weiss bald nicht mehr wies weitergeht. Rente wird immer wieder abgelehnt, bin beim Sozialgericht ,im VDK, aber es wird einfach nichts.
    Danke fürs zuhören. Lieber Gruss.
    C.

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  5. hallo bei ihnen verstehe ich es besser als vom arzt
    Mein Partner ist jetzt seit gut 8 wochen in Behandlung und ich habe das gefühl es wird immer schlimmer.Bevor er die therapie bzw Diagnose bekam hatten wir noch ein Familienleben jetzt sitz er nur noch neben mir und ist mit sich unzufrieden und läst auch keine nähe mehr zu
    danke für^s zuhören
    mfg

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  6. Eine Anfangsverschlimmerung tritt nicht selten auf. Es ist ja auch ein tiefer Einschnitt im Leben eines Menschen, realisieren zu müssen, psychisch krank zu sein. Eigentlich logisch, dass es ihm jetzt erst mal schlecht geht, oder? Das ist ja nicht unbedingt eine aufbauende Nachricht. Von dem Tage an aber, wo dein Mann akzeptieren kann, dass er Depressionen hat und sich darauf verschlägt, das Beste daraus zu machen, einen Nutzen aus der Sache zu ziehen, wird es ihm allmählich besser gehen. Dein Mann ist krank - schwer krank - und das macht dich zurecht erstmal hilflos. Ich vergleiche den Umgang mit der Diagnose Depression gern mit der Diagnose Krebs. Krebs macht uns Menschen ähnlich sprachlos, ruft ähnliche Reaktionen bei Betroffenen und Angehörigen hervor. Worauf es ankommt ist, jetzt da zu sein, einfach nur da zu sein. Es geht nicht darum, ein Familienleben zu haben. Es geht nicht darum, dass dein Mann schnell wieder gesund wird. Einfach mal tief durchatmen und nur da sein. Aushalten, was da ist. Annehmen. In der liebevollen Annahme von allem was geschieht, liegt der Schlüssel zum Heil. Ich wünsche Euch viel Kraft und Vertrauen für die nächsten Monate und hoffe, dass ihr euren Weg findet und dass es ein guter sein wird.

    Liebe Grüße Benno

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  7. Ich habe heute erstmalig Ihren Blog gesehen bzw. gelesen und habe mich dort wieder gefunden. Leider hat die Behandlung bei mir bislang, wie bei fast allen anderen, auch keinen Erfolg gehabt und so denke ich mittlerweile ebenfalls eine befristete EU Rente um mir eine tatsächliche Auszeit zu nehmen. Allerdings schreibt ja ein Mitleidender, dass dieses bei ihm permanent abgelehnt wurde. Ich habe weder die Energie noch den Mut dieses noch erkämpfen zu müssen. Können Sie hilfreiche Ratschläge zur Durchführung geben. Vielen Dabk vorab und herzliche Grüße aus Bayern

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    1. Habe leider soeben meinen Namen vergessen, sorry:-)

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    2. Hallo Martina,
      das ist leider die Crux. Depressive können nicht für ihre Rente kämpfen. Wenn sie es könnten, dann hätten sie noch ausreichend Energie, ihr Leben auch wieder in ruhigere Fahrwasser zu manövrieren. Das ist sicher besser, als die weiße Fahne hoch zu ziehen und die Rente zu beantragen. Ich vermute mal, dass Gutachter dies auch so sehen. Doch leider können wir uns das dann nicht mehr aussuchen. Wenn wir soweit sind, fehlt uns die Kraft für irgendwelche Sperenzien. Ich finde es deshalb gut, dass du die Rente für dich beantragen willst. Alles was ich dir dazu erzählen kann, habe ich hier in diesen Block geschrieben. Es sind jedoch eher Erfahrungen denn Ratschläge. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei? Mein Tipp ist immer wieder: Sei du selbst, sei authentisch, ehrlich, ungeschminkt! Zeige, wie es dir geht und verhülle nicht. Sei ehrlich zu dir und zu deiner Welt. Wenn du die Depression vor anderen verbirgst, verbirgst du sie, zumindest in Teilen, auch vor dir selbst. Das kann dann auch kein Gutachter sehen. Alles zum Thema Rente in diesem Block findest du hier: http://www.was-ist-depression.net/search/label/Rente

      Liebe Grüße Benno

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  8. Mein Mann hat die Diagnose F32.1 bekommen. Wir sind erst seit einem verheiratet und haben zwei Kinder ein Junge 9 und ein Baby 10 Wochen alt. ich habe Angst das wir niewieder zusammen normal leben können!

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  9. Hallo Anonym vom 19.06.14 13:25
    Ich kann deine Angst gut verstehen. Nach allem, was ich erlebt habe, ist sie leider auch berechtigt. Das Schlimme an der Sache ist, dass du eigentlich nichts richtig machen kannst. Du kannst dich mühen und plagen, aber wenn dein Mann seine depressiven Phasen hat, wirst du ihn nicht erreichen. In dieser Zeit steht er selbst nicht in Verbindung zu sich. Du brauchst jetzt einen langen Atem und wirst zusehen müssen, wie du allein klar kommst. Dein Mann ist krank. Er wird dich nicht mehr wie früher unterstützen können. Ob ihr eine Chance habt? Das glaube ich ganz sicher. Die Liebe hält alles aus. Sorge jetzt gut für dich und deine Kinder. Sieh zu, dass du bei Laune bleibst, so belastest du deinen Mann nicht zusätzlich. Organisiere dir anderweitig Hilfe. Das ist meiner Meinung nach alles, was du im Moment tun kannst. Sorge für dich und bewahre dir deine Liebe.
    Liebe Grüße Benno

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  10. Wo fang ich hier an - ich habe diese Woche nun auch schwarz auf weiss die Diagnose F32.1G bekommen.
    Freiwillig bin ich nicht wirklich zum Neurologen gegangen - mein Lebenspartner hatte mich dazu - hm - gezwungen ist zwar irgendwie das falsche Wort - aber irgendwie passt es doch. Er hat einfach bestimmt, dass es so nicht mehr weitergehen kann und er hat ja auch Recht damit.
    Tja jetzt hab ich schriftlich was ich eigentlich schon seit vier Jahren weiss und doch nicht wahrhaben wollte - und seit vier Jahren hab ich alles mir möglich getan um da raus zu kommen, um mir selber zu helfen. Gebracht hat es mir überhaupt nichts – im Gegenteil …
    Der Wechsel des Betriebsleiters auf meiner Arbeitsstelle mit all seinen Auswirkungen im Betrieb war eigentlich der Zeitpunkt der mich krank werden liess. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass er mich nicht leiden kann – wobei ich bis heute nicht weiss was ich ihm getan habe. Nach drei Jahren voller kleiner Schikanen – irgendwie galten für mich andere Massstäbe wie für andere (zumindest bildete ich mir das ein) wurde das was ich mir gedacht hab ich hätte es mir eingebildet Gewissheit. Ich bekam es von einem anderen Führungsmitglied hinter hervorgehaltener Hand bestätigt, dass man nur drauf warte dass ich freiwillig gehe. Und damit ging es mir wirklich besser – zu wissen, dass ich mir das nicht zurechtspinne.
    Ich hatte kurz nachdem der „Neue“ kam um Änderung meines Arbeitsplatzes im Betrieb gebeten - was auch geschah. Mit dem Ergebnis, dass ich die Arbeit die ich geliebt habe gegen Arbeit getauscht hab, die mich nur noch unglücklich macht. Die Angst zur Arbeit zu gehen, weil ich mit dem Druck nicht mehr zurecht kam wurde nicht besser, nein mittlerweile bekam ich Magenschmerzen, Schweissausbrüche und Panik allein schon bei dem Gedanken wieder 8 Stunden dorthin zu müssen auf diese verhasste Position. Meine auf der neuen Position bescheidenen Arbeitszeiten (komme erst nach 21 Uhr nach Hause und das auch mal 6 Tage in der Woche) beschränkten meine sozialen Kontakte im Umfeld. Der Kontakt zu meinen Freunden und Bekannten wurde immer weniger. Klar kann man auch mal nach 21 Uhr noch etwas machen oder am Wochenende - aber die Tatsache, dass ich Nachts nicht länger als maximal 2 Stunden am Stück schlafen kann (wenn ich Glück hab schlaf ich wieder ein - meist allerdings nicht)laugt mich einfach aus.
    Der Schlafmangel lässt einen einfach fahriger werden - man macht schneller vermeidbare Fehler und natürlich sind die auch mir passiert - natürlich bin ich auch dafür gemassregelt worden. Was dann die Angst Fehler zu machen unendlich anwachsen lässt. Wenn das Telefon am Arbeitsplatz geklingelt hatte kamen Schweissausbrüche, ich fing an zu zittern, ich musste aufpassen, dass ich mich nicht übergab vor Panik. Ich wusste nicht wirklich wer dran war und was von mir gewollt wurde - aber ich hatte einfach nur noch entsetzliche Angst.
    Tja nun war ich beim Neurologen – und hab ihm das was mich peinigt geschildert . Ihm gesagt wie ich mich fühle, wie es mir geht. Mit der Krankschreibung hat er einen ersten Druck von mir genommen. Ich will wirklich alles mir Mögliche tun, damit es mir wieder besser geht – abgesehen von Tabletten – ich scheu mich einfach Antidepressiva zu nehmen oder gar Schlaftabletten. Ich kann ja im Moment „nachschlafen“ und muss nicht Leistung bringen die ich nicht erbringen kann.
    Ich muss einfach nicht „müssen“ im Moment.
    Letzte Woche erfuhr ich eher durch Zufall, dass ich nicht die Einzige im Betrieb bin, der es so geht. Schön gemischt quer durch die Abteilungen. Mal hier jemand mal da einer, der genauso eine besondere Aufmerksamkeit unseres Betriebsleiters bekommt wie ich. Was mich eigentlich schokieren sollte beruhigt mich. So schlimm sich das auch anhört – es tat gut das zu hören.
    Ich werde jetzt mir Zeit für mich nehmen – damit es mir wieder besser geht. Damit ich wieder Leben kann ohne Angst zu haben.

    Auch mit Diagnose F32.1G.

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  11. Hallo Lisbeth,
    deine Geschichte ist eine von vielen und doch ist es deine ganz persönliche Geschichte, dein ganz persönliches Leid. So viele Jahre! Es macht mich betroffen, immer wieder zu erfahren, wie Menschen unter anderen Menschen leiden müssen, so sehr dass es sie regelrecht krank macht.
    Du hast es richtig gemacht. Bedanke dich bei Gelegenheit bei deinem Partner! Nun hast du die Chance auf ein neues und besseres Leben. Nun kann alles anders werden. Da freue ich mich für dich. Irgendwie gleichen sich die Schicksale immer wieder. Ich sehe so viele Parallelen und doch habe ich den Eindruck, ist das individuelle Schicksal unvermeidbar, muss jeder seinen Weg gehen.
    Wenn ich dir etwas raten darf an dem Punkt, wo du jetzt stehst, dann würde ich dir zu Gelassenheit raten. Geduld und Gelassenheit. Mach nicht den Fehler, schnell wieder gesund werden zu wollen, auch wenn sich das jetzt doof für dich anhört! Es entspräche dem alten Muster und führe zu alten Ergebnissen. Nimm dir Zeit, anzuerkennen, was jetzt ist. Nimm wahr und nimm an! Die Depression ist nicht etwas, was man schnell weg machen kann. Die Depression musst du durchleben. Du musst JA zu ihr sagen und hören, was sie dir mitzuteilen hat. Das wird eine Menge sein. Alles auf einmal zu hören, könntest du vermutlich nicht ertragen.
    Sieh nicht mehr auf deinen Chef und die Menschen, die dir weh taten! Menschen sind wie sie sind. Sieh auf dich und wie du am besten damit umgehen kannst. Sei du so liebevoll im Umgang mit dir selbst, wie du es dir immer von anderen Menschen gewünscht hast! Mach dich unabhängig von ihrem Wohlverhalten! Das könnte ein Schlüssel sein.
    Es ist egal, ob es noch mehr Kollegen betrifft. Deine Rettung wird nicht von dort kommen. Deine Rettung wirst du selber sein. Ich wünsche dir eine gute Zeit mit dir selbst und dass du einen Weg findest, wieder gesund zu werden, nämlich deinen Weg!
    Danke, dass du meinen Blog besucht hast! Liebe Grüße Benno

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  12. Hallo Benno,
    habe soeben mein ganzen Kommentar aus Versehen gelöscht...
    eine halbe Stunde habe ich meine Geschichte getippt. Schade.....

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  13. Liebe Lisbeth, dein Weg hat mich sehr berührt. Mir geht es ganz ähnlich. Bin seit einigen Wochen nun zu Hause und versuche auch mich selbst zu finden. Aber alleine, merke ich, bekomme ich das nicht hin. Aber ich bekomme auch den Schritt in eine Behandlung nicht hin. Meine Angst vor Zurückweisung ist zu stark. Dann weiß ich meist nicht was ich tun soll und sitze Luftlöcherstarrend in der Wohnung.
    Es gibt auch durchaus gute Tage. Aber meist fühlt sich das dann nicht richtig an. Und schon gehts wieder bergab.
    Ausgelöst hat F32.1g auch bei mir die Arbeit. Gutmütige, eifrige und tolerante Menschen wie ich werden ausgebeutet und im wahrsten Sinne "verheizt". Denn es gibt immer einen der das auch kann, hochmotiviert ist, noch keine Berufserfahrung hat, den man für wenig Geld einstellen kann. Wieso sollte man auch den langjährigen Mitarbeitern irgendwie entgegenkommen?

    So Hoffnungslos wie es sich anhören mag, ist es denke ich nicht. Mein Lichtblick ist mein Partner, der zwar nicht versteht was ich hab, aber der mir immer mit sehr viel Liebe und Hingabe entgegenkommt. Er lenkt mich, auch wenn manchmal etwas dürftig, von meinen negativen Gedanken ab. Dann kann ich mich wieder auf etwas anderes konzentrieren =) In Therapie bin ich noch nicht, aber ich denke das werde ich schon schaffen...irgendwie...

    Das Wichtigste ist, eine Beschäftigung zu finden, in der man wieder anfängt aufzublühen. Fernab jeglichen Stresses und Leistungsdruck. Und der Hang zur Perfektion, naja ich weiß noch nicht wie ich das unter einen Hut bekomme soll.

    Ich hoffe das sich die Gesellschaft diesbezüglich bald ändert und jeder sich Gedanken macht, wie man mit seinem Gegenüber umgeht. Denn fehlendes Verständnis stürzt viele Menschen in unergründliche Gefilde ihrer selbst.
    Wie mich mit F32.1g

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  14. Lieber Frank, Sie schreiben mir so sehr aus der Seele, vielen Dank für den Artikel. Ich leide sehr unter meiner Depression. Heute habe ich die Diagnose F32.1g bekommen. Ich habe keine Ahnung wie es weiter gehen soll!
    Herzlichst, Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      vielleicht ist die Frage nach der Zukunft jetzt auch nicht die wichtigste Frage? Womöglich ist die Frage nach der Zukunft aber auch generell nicht die wichtigste Frage? Von wesentlich größerer Bedeutung scheint mir die Frage nach der Gegenwart zu sein, gerade jetzt in diesem Moment nämlich findet dein Leben statt. Hier und genau genommen nur hier hast du Gestaltungsspielraum. Also liebe Claudia, tue dir jetzt etwas Gutes, rufe eine Freundin an, lies ein gutes Buch, bereite dir ein gutes Essen zu oder oder oder. Es gibt ein Morgen. Es wird weiter gehen. Womöglich hast du dich immer schon zu sehr um die Zukunft gesorgt oder um andere Dinge? Womöglich will die Depression dir sagen, dass es nun an der Zeit ist, dich um dich selbst zu sorgen im Sinne von liebevoller Zuwendung. Die Depression ist eine Botschaft. Lerne sie zu lesen... finde deine Wahrheit... und dein Leben wird nach der Depression um ein Vielfaches besser sein als zuvor. Alles Gute für dich, Claudia und herzlichen Dank für deinen Kommentar! Liebe Grüße Benno

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    2. Vielen lieben Dank, alles Gute auch für Dich Benno.
      L.G. Claudia

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  15. Hallo, auch ich wurde 2012 mit der Diagnose F32,1g versehen und noch weiteren wie PTBS, Persönlichkeitsstörung, ADS usw. Nur ist es bei mir anders rum. Ich dachte immer ich will arbeiten und das bis vor kurzem, obwohl ich wegen auftreten von Symptomen meine letzte Stelle verloren habe. Da meine Sachbearbeiterin von der Arge mit mir nichts anfangen konnte, sie wüsste nicht wo sie mich einsetzten könnte, war sie es die darauf bestand das mich der MDK begutachtete. Und als Ergebnis kam nicht das raus was ich meinte zu wollen. Ich wollte wieder arbeiten, irgendetwas ließe sich ja bestimmt finden, da ich alleine lebe und nur ein minimal Geld erhalte. Aber dann kam das Urteil, nicht arbeitsfähig und bitte Rente auf Zeit beantragen. Da es erst vor wenigen Tagen war, komme ich mit diesem Urteil vom logischen Verstand her nicht zurrecht, während der emotionale Verstand sagt, das es anders auch garnicht gehen würde mehr. Inzwischen habe ich einen GDB von 60% und auch meine Wirbelsäule zeigt Folgen aus der Kindheit, die mich zu Einschränkungen bringt. Noch komme ich mit allem was sich in den letzten Jahren offenbart hat nicht zurrecht, hoffe aber das es irgendwann einmal anders sein wird. Was bei der Diagnose F32.1g herraussticht ist, das es immer wiederkommt und das trotz Medikamente und das man nie weis wie tief es bei dem nächsten mal sein wird.

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    1. Ohje... da hat es dich wohl kalt erwischt! Aber das geht wohl mehr oder wenigen allen von uns so, mit dem Unterschied vielleicht, dass einige früher spüren, dass sie nicht mehr arbeiten können. Weißt du, so eine Rente auf Zeit muss ja nicht auf ewig sein. Wenn es irgendwann wieder besser gehen sollte, und du eine Arbeit findest, die dir gerecht wird, dann steht der Wiederaufnahme einer Tätigkeit sicherlich nichts im Wege. Nun aber ist erstmal Pause angesagt und ich denke, die wird dir auch gut tun. Nun bist du erstmal dran und darfst dich in den Mittelpunkt deines Lebens stellen. Danke für deinen Kommentar und dass du meinen Blog besucht hast! Alles Gute für dich! Liebe Grüße Benno

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  16. Hallo es tut gut zu lesen das man nicht allein mit der diagnose ist ich hab sie vor 3 Monaten bekommen und komme überhaupt nicht da mit klar. Ich dachte na ja eine kleine Auszeit und dann gehts weiter im Text aber heute fühle ich mich noch schlimmer als vorher.Ich dachte halt ich muss stark für alle sein und ich muss arbeiten und geld verdienen heute ist es für mich noch schlimmer ich denke die ganze Zeit daran wie es weitergehen soll das macht mich fertig. Mein Mann ist sehr verständnisvoll er hatte selbst bournaut.
    Am Donnerstag hab ich einen Termin in einer Tagesklinik na mal sehen was da bei
    rauskommt. Zur zeit schaffe ich es noch nicht mal mit dem hund zu gehen geschweige denn einkaufen oder so etwas.

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    1. Hallo Sonne, ein schönes Pseudonym hast du dir da zugelegt! Ja, weißt du, aller Anfang ist schwer und im Falle der Depression besonders schwer. Das musst nun leider auch du am eigenen Leib erfahren. Das Wichtigste, scheint mir, ist die Depression anzunehmen, mit allem was sie mit sich bringt. Kämpfe nicht dagegen an, denn das würde dich deine letzte Kraft kosten. Wenn du kämpfen willst, dann kämpfe f ü r etwas: für ein besseres Leben, für mehr Freizeit, für schöne Momente, für mehr Ruhe.. usw. Die Depression ist nicht dein Feind! Sie ist ein Warnschild kurz vor dem Abgrund. Es ist gut, jetzt einmal stehen zu bleiben und zurück zu schauen. Was hat dich bislang getrieben und war das immer so gut für dich? Wie möchtest du eigentlich leben? Ich denke, jetzt ist die Zeit gekommen, Luft zu holen, Kraft zu sammeln und dann etwas anders zu machen in deinem Leben... Liebe Grüße Benno!

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